Kröll: "Es wird nicht nur ein Zweikampf mit Cuche!"

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Da war es wieder, dieses mulmige Gefühl. Als die Nachricht vom Sturz von Vorläufer Michael Baumann im Starthaus ankam, beschlich es auch Klaus Kröll.

Erinnerungen wurden wach, an 2011 und den schweren Trainingssturz seines Zimmerkollegen Hans Grugger in der Mausefalle.

Es waren schwierige Tage und Wochen für Kröll, der so aussieht, als könnte ihn nichts aus den Skischuhen hauen.

"Stürze muss man ausblenden"

Aber der Steirer hat daraus gelernt, ist an der schweren Aufgabe der Verarbeitung gewachsen

„Ich habe natürlich mitbekommen, dass es den Vorläufer geschmissen hat. Aber das muss man ausblenden, wenn man kurz darauf selber fahren muss, und mittlerweile gelingt mir das auch ganz gut“, so Kröll, der nach Platz 1 am Dienstag im zweiten Training Zweiter wurde.

Und damit auf der Streif wieder einmal in die Favoritenrolle raste.

„Ich habe schon probiert gut zu fahren, weil ich rechne eigentlich damit, dass es das letzte Training war. Mit den Plätzen 1 und 2 kann ich ganz beruhigt sein, ich habe gesehen, dass ich, obwohl es sehr unruhig ist, ganz gut dabei bin.“

Mehr Sieganwärter als Kröll und Cuche

Die rot-weiß-rote Nummer 1 in der Abfahrt weiß aber auch, wo noch Reserven sind, was im Rennen besser werden muss.

„Steilhangausfahrt war nicht so gut, da braucht es im Rennen eine andere Linie. Dafür habe ich Mittelteil, Schrägfahrt und Zielhang gut erwischt.“

Dass es am Samstag einen Zweikampf mit Didier Cuche, gemeinsam mit Franz Klammer Rekordsieger am Hahnenkamm und am Mittwoch Trainingsschnellster, geben wird, glaubt Kröll nicht.

„Training ist Training, im Rennen kommen sicher noch einige Namen dazu. Ein Beat Feuz zum Beispiel war im Training für seine Verhältnisse schon sehr schnell unterwegs.“

Ein "Schas", aber kein Problem

Apropos Verhältnisse: Der Wetterbericht für die nächsten Tage verheißt nur wenig Gutes.

Kröll lässt die aufziehende Schlechtwetterfront kalt.

„Ich brauche kein Training mehr. Aber sollte es so kommen, wie es angesagt ist, dann ist das ein Schas“, bringt es Kröll auf den Punkt.

Und: „Wir hoffen alle, dass es nicht ganz so schlecht kommt.“

"Man weiß, dass man das nicht tun darf"

Schlecht haben die meisten Läufer den Sprung an der Hausbergkante gefunden, weshalb dieser am Mittwoch vor dem Training etwas „entschärft“ wurde.

Dennoch gab es wieder einige Stürze an einer der letzten Schlüsselstellen vor dem Ziel. Unverständlich für Klaus Kröll.

„Wenn man einen Fehler macht oder zu weit runterspringt, dann ist es gefährlich. Aber das weiß man, dass man das nicht tun darf. Für mich ist es ein schöner Sprung!“

Ganz ohne mulmiges Gefühl …

Stephan Schwabl

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