Hirscher feiert Jubiläum mit Kitzbühel-Sieg

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Marcel Hirscher hat seine unglaubliche Serie verlängert und in seinem 100. Weltcup-Rennen endlich auch den Slalom-Klassiker in Kitzbühel gewonnen.

Der Salzburger stürmte am Sonntag mit Laufbestzeit noch zum klaren Triumph vor dem Deutschen Felix Neureuther (+0,77 Sek.) und sorgte damit für den ersten ÖSV-Heimsieg auf dem Ganslerrn seit acht Jahren.

Ivica Kostelic sicherte sich als Dritter erneut den Kombi-Sieg, Benjamin Raich hielt sich als Überraschungs-Fünfter im WM-Rennen.

Viele Ausfälle im 1. Lauf

Zum Abschluss der 73. Hahnenkamm-Rennen wurde der Slalom einmal mehr zu einem großen und finalen Drama.

Obwohl Kostelic' Vater Ante als Kurssetzer ausgebootet worden war, bissen sich im ersten Durchgang gleich acht der Top-30 auf der - anders als erwartet - nicht ganz so eisigen Piste ihre Zähne aus.

Darunter auch der italienische Vorjahres-Sieger Cristian Deville, aber auch der gesundheitlich angeschlagene Österreicher Mario Matt.

Hirscher stürmt zum Sieg

Dennoch sah zunächst alles nach einem italienischen Kitz-Double aus. Einen Tag nach dem Abfahrtssieg von Dominik Paris führte zur Halbzeit Stefano Gross vor Olympiasieger Giuliano Razzoli und Hirscher.

Während Gross im Finale ausschied und Razzoli auf Platz vier zurückfiel, drehte Hirscher trotz seiner Verkühlung im Finale wieder einmal unwiderstehlich auf und stürmte zum 17. Weltcup-Sieg.

Da hielt es unter den Zehntausenden Zuschauern selbst "Terminator" Arnold Schwarzenegger nicht mehr auf seinem Sitz.

"Ein Großer muss hier gewonnen haben"

Damit sicherte sich Hirscher nicht nur 70.000 Euro Preisgeld, er kam auch im siebenten klassischen Saisonslalom auf das Podest, vier Mal davon als Erster.

"Wer zu den Großen gehören will, muss einmal hier gewonnen haben", war Hirscher die Erleichterung anzumerken. Bisher war er über zwei vierte Plätze in Kitzbühel nicht hinaus gekommen.

Hirscher: "Druck steigt"

Der 23-jährige Annaberger zog aber sofort auch die Euphoriebremse.

"Jetzt steigt natürlich auch der Erwartungsdruck zunehmend", sah er im letzten Slalom vor der WM bereits in Richtung Schladming.

"Fast acht Zehntel vor Felix, da weiß man aber auch, dass es passt, denn er ist in Top-Form", nannte Hirscher auch die erfreuliche Seite der Medaille.

"Ich bin zwar jedes Jahr hier gut gefahren, hab's aber meist verhaut. Das jetzt war eine gute Generalprobe für Schladming."

Raich meldet WM-Ansprüche an

Zweiter rot-weiß-roter "Sieger" in Kitzbühel war Benjamin Raich. Der 34-jährige Tiroler nutzte in seinem 401. Weltcup-Rennen seine letzte Chance und ist für das WM-Slalom-Aufgebot damit wieder ein größeres Thema.

Als Halbzeit-25. carvte der Pitztaler dank eines Materialwechsels mit zweitbester Laufzeit im Finale noch auf Rang fünf.

"Es war eine lässige Sache"

"Ich hatte im ersten Lauf keinen Grip. Im zweiten hatte ich dann endlich wieder einmal das Gefühl, attackieren zu können. Es hat sich viel besser angefühlt. Es war eine lässige Sache", freute sich Raich.

Selbst Manfred Pranger blieb als Neunter hinter Raich und mit Reinfried Herbst fädelte der unmittelbarste Raich-Konkurrent am drittletzten Tor ein.

"Wie Marcel gewonnen hat, macht uns stolz"

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum lobte seine an diesem Tag besten Fahrer.

"Dass und vor allem wie Marcel hier gewonnen hat, macht uns stolz. Er ist ein Riesentalent, aber auch ein beinharter Arbeiter. Er hat wieder einmal gezeigt, wie er mit Druck umgehen kann."

Über Raich freute sich Pum besonders. "Er hat heute gezeigt, was er wirklich drauf hat."

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