Favorit Jansrud gewinnt "Streif light"

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Kjetil Jansrud hat sich keine Blöße gegeben und als erster Norweger seit 2004 die Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel gewonnen.

Der Topfavorit setzte sich am Samstag auf einer aber wegen Nebels extrem verkürzten Strecke nach nur 58,16 Sekunden um den Hauch von zwei Hundertstel vor Super-G-Vortagessieger Dominik Paris (ITA) durch.

Georg Streitberger verpasste als Vierter das Podest knapp.

Wetter als Spielverderber

Nach mehreren Tagen mit Sonnenschein machte das Wetter den rührigen Veranstaltern in Kitzbühel - wieder einmal - ausgerechnet beim großen Knüller einen Strich durch die Rechnung.

Der Beginn der spektakulärsten Abfahrt der Welt musste wegen Nebels im Mittelteil mehrfach verschoben werden, letztlich ging es nach der Verlegung des Starts runter zum Seidlalm-Sprung mit zwei Stunden Verspätung los.

Kürzeste Kitz-Abfahrt

Ausgerechnet bei der 75. Jubiläums-Auflage erlebten die Zuschauer damit die kürzeste Kitz-Abfahrt aller Zeiten.

Sie war über zehn Sekunden kürzer als der Super-G am Vortag und selbst deutlich kürzer als jede der beiden Sprint-Abfahrten, die man 1990 beim "50er" als Notlösung eingeführt hatte.

Wäre das absehbar gewesen, wären wohl mehr als die 47 Fahrer an den Start gegangen.

Ein Jahr nachdem mit Hausbergkante und Traverse die unteren Gustostückerln umfahren werden mussten, fielen diesmal Leckerbissen wie Mausefalle, Steilhang und Alte Schneise aus. Zumindest ergab sich damit ein faires Rennen mit einem verdienten Sieger.

Favoritensieg durch Jansrud

Denn am Ende holte sich trotz halber Arbeit der richtige Mann das volle Preisgeld.

Jansrud, der beide Trainings von ganz oben dominiert hatte, gewann vor den Augen seines verletzten Landsmannes Aksel Lund Svindal als erster Norweger seit Lasse Kjus die Kitz-Abfahrt und durfte für seinen achten Weltcupsieg (4. in der Abfahrt) die übliche goldene Gams mitnehmen.

Der 29-jährige ist und bleibt damit der überragende Speed-Fahrer dieses WM-Winters.

"Kitzbühel-Sieger klingt richtig gut"

"Kitzbühel-Sieger, das klingt richtig gut", freute sich Jansrud. "Ich bin die ganze Woche gut gefahren, das heute ist ein Wahnsinns-Tag für mich", sagte der Norsker, der am Vorabend auch den Kombislalom bestritten hatte.

So gesehen war ihm die extreme Verkürzung der Abfahrt entgegen gekommen.

Auf verkürzter Piste gewonnen zu haben, störte ihn gar nicht. "Ich glaube nicht, dass das es von oben fair gewesen wäre. Das ist auch so mein bisher größter Sieg. Man fährt gerne zur WM, wenn man so gut drauf ist. "

Kein Podest für ÖSV

Nach gleich drei Podestplätzen am Freitag gab es am Samstag beim Abfahrts-Supersprint für Österreich keinen Platz in den Top-Drei.

Während Streitberger ("Von oben wäre es unmöglich gewesen, besser ein Rennen als keines, denn Kitz ist auch herunten ein Highlight") seinen Aufwärtstrend vor der WM als Vierter bestätigte, teilte sich Romed Baumann Platz sieben mit zwei weiteren Fahrern.

Der Super-G-Zweite Matthias Mayer wurde Zehnter.

Mayer in der Traverse "zu spitz"

"Ich bin an der Hausbergkante zu direkt gesprungen, dann bin ich zu spitz in die Traverse, das kostet gleich zwei, drei Zehntel. Das ist auf einer so verkürzten Strecke sehr viel", erklärte der Olympiasieger, wollte aber auch fest gehalten wissen.

"Die Besten waren trotzdem heute vorne. Mich haut das aber nicht aus der Reihe, ich freue mich auf die WM."

"Komplett vergeigt"

Komplett daneben ging der Abfahrts-Sprint für Hannes Reichelt. Der Vorjahressieger patzte wie schon im Super-G am Hausberg und wurde in einem Rennen, in dem die schnellsten 25 Fahrer innerhalb von 0,94 Sekunden lagen, nur punktloser 34..

"Heute hat es nur eine Passage gegeben, die man richtig erwischen musste. Und die habe ich vergeigt. Ich ärgere mich über mich selbst", sagte der Salzburger.

"Ich wollte vorne mitfahren und habe Schwung bei der Traverse genommen. Dann gab es aber eine Rotation, die an dieser Stelle nicht passieren darf. Ein Segen, dass nichts passiert ist."

Jansrud rückt Hirscher nahe

Durch seinen Sieg verkürzte Jansrud im Weltcup den Rückstand auf Marcel Hirscher um hundert Punkte.

Die kann der Salzburger am Sonntag im Slalom aber auch holen und damit wieder den alten Vorsprung von 182 Zählern herstellen.

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