Cuche: Noch kein Fall für den "Altwaren-Tandler"

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Da haben sich einige Experten ganz schön verspekuliert, als sie Didier Cuche nach Platz 15 in Wengen abgeschrieben haben.

Denn der Schweizer hat sie schon bei übernächster Gelegenheit eines Besseren belehrt.

Wo? Natürlich in Kitzbühel, wo „Speedier“ gemeinsam mit Franz Klammer Rekordsieger in der Abfahrt ist.

Vier Mal streckte der 37-Jährige bereits die Goldene Gams bei der Siegerehrung in den Nachthimmel.

Flugshow mit perfekten Haltungsnoten

Mit Trainingsbestzeit am Mittwoch zeigte Cuche Kritikern und Konkurrenten, dass man auch am Samstag wieder mit ihm rechnen muss.

Didier Cuche ist heiß ist auf den dritten Sieg in Folge und den alleinigen Rekord.

Zur Verdeutlichung bot er am Zielsprung eine einmalige Flugshow. Von den Zuschauern gab es für den 50-Meter-Satz samt blitzsauberer Landung perfekte Haltungsnoten.

Zweiter Bildungsweg: Skispringer?

War das schon die Bewerbung als Verstärkung für das Schweizer Skisprung-Team?

"Nein, nein“, winkt der „Schweizer des Jahres 2011“ einen Start bei der nächsten Vierschanzen-Tournee ab, "ich weiß gar nicht, wie weit ich gesprungen bin."

Danach zerlegte der gelernte Metzger seine Fahrt für die Journalisten wie früher Schweinehälften.

"Kitz ist immer eine Gratwanderung"

"Ich hatte schon bei der Besichtigung ein gutes Gefühl, das hat sich während der Fahrt dann auch bestätigt. Kitzbühel ist immer eine Gratwanderung, extrem schwer, aber ich möchte am Samstag wiederholen, was mir in den letzten zwei Jahren gelungen ist", so der Titelverteidiger, der bei den angesagten schlechten Bedingungen seine Erfahrung ausspielen möchte.

"Die spielt gerade in Kitzbühel eine wichtige Rolle", lächelt der" Weltcup-Opa", der aber heute noch genauso genau und akribisch besichtigt wie vor seinen ersten Fahrten auf der Streif.

Mit einem Unterschied: Heute kann Cuche mit einer Gondel die seinen Namen trägt hinauf zum Start fahren.

"Ich bin kein Bode Miller, der nach zwei Minuten mit dem Besichtigen fertig ist. Manchmal geht es schneller, aber es kann auch sein, dass ich mir bis zur letzten Minute Zeit lasse."

Ziel: Die Strecke beherrschen

Denn die entscheidenden Kleinigkeiten, ist Cuche überzeugt, findet man nicht im Vorbeigehen: "Kleine Wellen zum Beispiel, über die man springen kann."

Erst wenn "Glatze Gnadenlos" das Gefühl hat, jeden Unsicherheitsfaktor zu kennen, stellt sich ein gutes Gefühl bei Cuche ein.

"Es tut gut, wenn man merkt, dass man die Strecke beherrscht."

Das können über die Streif nur die wenigsten Läufer sagen. Didier Cuche gehört dazu …

Stephan Schwabl

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