Büchel: "Ab dem Hausberg ist Cuche eine Macht!"

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Franz Klammer nahm es mit Humor, dass er den Sieg-Rekord auf der Streif los ist.

„Einer ist weg, aber ich habe ja zum Glück noch sehr viele Rekorde. Außerdem hatte Didier doch vorher nur dreieinhalb und mit der Sprintabfahrt jetzt vier Siege“, scherzte die rot-weiß-rote Ski-Legende im Gespräch mit LAOLA1 nach der Triumphfahrt des Schweizers auf verkürzter Strecke.

Klammer war einer der ersten Gratulanten, da war das Rennen noch im Gang und der Slowene Andrej Sporn gerade auf dem Weg zu einer neuen Bestzeit.

Freunde fürs Leben

Noch vor dem "Kaiser" war Marco Büchel bei seinem guten Freund und langjährigen Teamkollegen, beim "König" von Kitzbühel.

Denn der Liechtensteiner trainierte immer mit Swiss-Ski, war mit Cuche viele Jahre „on the road“.

Kaum jemand kennt den „Schwyzer des Jahres“ besser, als der 40-Jährige.

Im LAOLA1-Interview spricht Marco Büchel über den Triumphator von „Cuchebühel“, dessen Liebe zur Streif und die Karriere nach der Karriere.

LAOLA1: Sie haben bei der Zieldurchfahrt von Didier Cuche gejubelt und getanzt, als hätten Sie selbst noch einmal Kitzbühel gewonnen?

Marco Büchel: Ich habe mich so irrsinnig für ihn gefreut. Didier ist der Mister Kitzbühel. Er gibt seinen Rücktritt bekannt und bringt seine Leistung trotz widrigster Verhältnisse so auf den Punkt. Das zeigt einfach seine Klasse.

LAOLA1: Die ihm nach Wengen schon einige abgesprochen haben?

Büchel: Das gehört zu seiner Karriere irgendwie dazu, dass er es den Kritikern immer und immer wieder zeigt. Faszinierend, wie er das macht. Deshalb freut es mich umso mehr für ihn.

LAOLA1: Warum ist Cuche ausgerechnet in Kitzbühel immer da?

Büchel: Keine Ahnung. Er liebt dieses Rennen, das wissen wir. Den Unterschied hat wieder der letzte Teil gemacht. Ab dem Hausberg macht ihm keiner etwas vor, da fährt er die beste Linie.

LAOLA1: Sie waren einer der ersten Gratulanten, wie war seine erste Reaktion?

Büchel: Er hat gesagt: Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber als Franz Klammer ihm gratuliert hat, war er schon ein bisschen entspannter, weil dem hat er gesagt: Jetzt sind wir beide nervös, gell?

LAOLA1: Apropos Klammer: Der pocht weiter auf seinen Rekord, spricht nach dreieinhalb jetzt von vier Siegen. Also Gleichstand?

Büchel: Sorry, Franz. Aber meiner Ansicht nach sind es fünf Siege. Und bei diesen Bedingungen muss man erst einmal zum Sieg fahren. Aber ich denke doch, dass es die richtige Entscheidung war, das Rennen zu starten.

LAOLA1: Vielleicht auch als „Geschenk“ für Cuche, der ja ausgerechnet in Kitzbühel seinen Rücktritt erklärt hat?

Büchel: Im Nachhinein hätte er seine Pressekonferenz vielleicht nicht halten und am Podium sagen sollen: Danke meine Freunde, das war es! Ich habe alles erlebt, alles erreicht und höre zum Saisonende auf. Aber es ist auch so der perfekte Zeitpunkt für den Rücktritt.

LAOLA1: Sie haben viele Jahre gemeinsam trainiert: Was haben Sie sich von Cuche abschauen können und umgekehrt?

Büchel: Ich mir von ihm mehr, als er von mir. Die Beharrlichkeit, die Genauigkeit, Perfektionismus, Trainingsfleiß, Einsatz. Er von mir höchstens die Lockerheit. Aber die hat er eigentlich auch nicht abgeschaut, sondern selbst gewonnen.

LAOLA1: Wie sehr stört es Sie, dass es jetzt statt „Kitzbüchel“ eher „Cuchebühel“ heißt?

Büchel (lacht): Ja, ja, das könnte auch passen. Aber mein Name eignet sich doch besser für Kitzbühel. Und mit „Speedier“ hat er ja auch einen schönen Spitznamen, der gut zu Kitzbühel passt.

LAOLA1: Speed könnte auch Teil des neuen Lebens von Didier Cuche sein, der mit einem Einstieg in den Motorsport liebäugelt. Was sollte er ihrer Meinung nach machen?

Büchel: Keine Ahnung. Ihm stehen viele Türen offen. Aber Ehrenbürger von Kitzbühel würde ganz gut passen.

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

Das Interview führte Stephan Schwabl

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