Stark im Aufwärtstrend

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Schröcksnadel: Marlies Schild ist wieder da, und gesund. Anna Fenninger und Kathrin Zettel sind sowieso stark. Michaela Kirchgasser kann, wenn sie sich konsolidiert, sehr schnell fahren. Und Nicole Hosp kann auch jederzeit aufzeigen. Wir haben eine Reihe von Athletinnen mit guten Möglichkeiten, unsere Damen sind sehr stark im Aufwärtstrend.

Frage: Haben Sie eigentlich Sorge, dass der Nationencup nach 24 ÖSV-Siegen in Serie nicht an Österreich gehen könnte?

Schröcksnadel: Nein, den werden wir wieder gewinnen, da sind die anderen einfach so weit weg. Für die Öffentlichkeit wird der Nationencup aber lustigerweise erst dann wieder interessant werden, wenn wir ihn einmal nicht gewinnen sollten. So wie zuletzt bei den Skispringern. Welch hohen Stellenwert dieser Preis auch für den Tourismus hat, hat man vor einigen Jahren in der Schweiz gesehen. Da wurden vom Tourismusverband eine Million Franken versprochen, wenn die Schweizer den Cup holen. Denn die Leute im Tourismus wissen: Die Leute wollen dort skifahren, wo die stärkste Nation zu Hause ist.

Frage: Österreich droht auf Kosten von "kleinen" Nationen alpine Olympia-Quotenplätze zu verlieren. Glauben Sie noch an eine Wende in der Diskussion?

Schröcksnadel: Scheinbar gibt es da eine Revidierung, weil es offenbar nicht ganz durchdacht war und sich alle großen Nationen beschweren. Beim Treffen des FIS-Vorstands Anfang November wird das sicher zum Thema gemacht werden. Dennoch haben wir uns darauf eingestellt und FIS-Rennen in die Planungen reingenommen, um auf die notwendigen Punkte zu kommen. Unser Ziel sind weiterhin 22 Alpine bei Olympia. Warten wir ab, was rauskommt.

Frage: Apropos FIS, wie beurteilen Sie die Auswirkungen der vor einem Jahr vollzogenen Materialreform bei den Alpinen?

Schröcksnadel: Das Ziel wurde ganz klar erreicht, die Verletzungen sind drastisch zurückgegangen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das in Zukunft so bleiben wird. Nicht die Länge, sondern die Breite der Ski waren das große Problem.

Frage: Sie sind ja nun auch im Sommersport intensiv engagiert. Wie gefällt Ihnen Ihre neue Aufgabe als ehrenamtlicher Chefkoordinator des Projektes Rio 2016?

Schröcksnadel: Es ist ein sehr interessantes Projekt. Und die Arbeit ist intensiv. Schließlich möchte ich mit sehr, sehr vielen Athleten, Betreuern und Verbänden reden, um einen Überblick zu haben. Man muss die Leute kennenlernen, um einen echten Eindruck zu gewinnen und zu erkennen, wer mit Emotion und Herzblut dabei ist. Im November gibt es weitere richtungsweisende Gesprächsrunden.

Frage: Wieso haben Sie sich dazu entschieden, auch im Sommersport mitanzupacken?

Schröcksnadel: Mir ist der Sommer ja nicht völlig fremd. Ich habe Fußball gespielt, bin Boxen gegangen. Aber um das geht es ja gar nicht. Ich war ja auch kein Biathlet oder Skispringer, und wir feiern in diesen Sportarten trotzdem große Erfolge. Es liegt am System. Die Athleten brauchen ein Umfeld, in dem sie sich entwickeln können. Mit einem 4. oder 8. Platz bist du ja nicht weit weg von der Medaille. Mit gutem Training und gutem Material hat man erheblich bessere Voraussetzungen, um dann auch wirklich eine Medaille zu holen. Stimmung und Begeisterung steigen auf jeden Fall schon merklich. Ich bin sicher, dass Medaillen kommen.


Das Interview führte Alexander Hofstetter

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