Schladming: Mit gutem Team auf gutem Weg

Aufmacherbild
 

Reinhold Zitz ist seit über 20 Jahren Chef des Austria Ski Pools und bei der Alpinen Ski-WM 2013 in Schladming Organisations-Direktor.

Zehn Monate vor der größten Sportveranstaltung in Österreich im kommenden Jahr sieht Zitz die WM auf gutem Weg, aber auch noch viele Dinge, die zu erledigen sind.

Der Steirer zeigte sich aber im Interview mit der APA überzeugt, dass die mittels PR-Aktion in Grönland bzw. Island erstmals intensiver beworbene WM ihre Ziele erreicht.

Frage: Zehn Monaten noch bis zur Heim-WM in Schladming. Wie ist man auf dem Weg?

Zitz: "Wir sind gut am Weg. Wir haben sehr viel Erfahrung aus dem Weltcup-Finale gewonnen. Wenn das die WM gewesen wäre, fahre ich beruhigt in den Urlaub. Aber intern hat man natürlich auch Fehler gesehen. Wir haben das in den Wochen danach aufgearbeitet und Verbesserungen angeregt, diese gehören nun angegangen."

Frage: Man kann bereits WM-Karten kaufen, die Platzsituation im Zielraum ist aber noch etwas unklar, oder?

Zitz: "Der Zielraum ist zu 95 Prozent fertig. Offen ist noch die Situation mit dem Loop (Stadiondach-Bogen, Anm.). Eine Alternative wäre, mit den Tribünen drei, vier Meter Richtung Zielhang zu rücken, dann kann man die Tribünen vor dem Loop hochziehen. Unser Ziel ist maximale Zuschauerkapazität. Die liegt bei 25.000 im Stadion, dazu kommen vier attraktive Tribünen an der Strecke. Also insgesamt 28.000 bis 29.000.

Frage: Wofür soll die Schladming-WM stehen?

Zitz: "Für Innovation, Emotion und Tradition. Die Infrastruktur ist zu 95 Prozent fertig, der Planet Planai, das Medienzentrum, die Pisten, alles ökologisch und umweltgerecht. Dann haben wir die Begeisterung der Zuschauer, das Nightrace beweist das ebenso wie das Finale. Und punkto Tradition steht Schladming für den Skirennsport schlechthin. Es werden seit den 1970er-Jahren Weltcup-Rennen gefahren. Sie hatten Profirennen und jetzt natürlich das Nightrace mit 50.000 Zuschauern."

Frage: Was macht Sie zuversichtlich, dass es eine gute WM wird?

Zitz: "Wir haben in erster Linie ein sehr gutes Team. Ein Sportteam, das großteils aus Schladmingern besteht, die machen einen sehr guten Job. Insgesamt erfahrene Personen aus allen Bereichen. Auch Querdenker, sowie Menschen aus der Region, die die Gegebenheiten kennen. Der Mix der Menschen macht es aus, das stimmt mich zuversichtlich, dass wir eine gute WM abliefern werden."

Frage: Und natürlich ein finanziell optimales Abschneiden, oder?

Zitz: "Wir tragen das finanzielle Risiko und werden versuchen, gut auszusteigen. Wenn uns das gelingt, hat der Sport, vor allem der Nachwuchs, sehr viel davon."

Frage: Unterschiedliche Sichtweisen mit Schladming sind da aber auch unübersehbar gewesen. Ist das bereinigt?

Zitz: "Wir sind es gewohnt, dass man sich an Zusagen hält. Ich verstehe den Präsidenten, dass ihm der Hut hoch geht, wenn man immer wieder etwas reklamiert, was einem nicht zusteht. Die jüngsten Gespräche waren aber sehr positiv, es sollte bald kein Thema mehr sein."

Frage: Was wird neben den Sponsoren ausschlaggebend sein für einen wirtschaftlichen Erfolg?

Zitz: "Man darf sich nie alleine auf Zuschauertickets verlassen. In erster Linie ist es wichtig, Stimmung zu verbreiten. Die machen immer die Fans. Im Silberbereich wird es deshalb die Fan-Tribüne mit sehr günstigen Preisen geben, wir wollen Stimmung, aber zu vernünftigen Preisen. Ohne Werbung haben wir bisher schon 20.000 Karten verkauft. Dabei kommen die echten PR-Maßnahmen erst."

Frage: Eine der ersten PR-Aktionen war die mittels CO2-Abgaben abgepufferte "Expedition" nach Grönland bzw. Island, die eine von der Agentur der ehemaligen Grün-Abgeordneten Monika Langthaler punkto Umweltverträglichkeit begleitete WM beworben hat. Was genau war die Idee?

Zitz: "Dass die grüne Mark das weiße Naturjuwel Grönland trifft. Beide haben ein sensibles ökologisches System, das wollten wir aufzeigen und verbinden. Man muss Rücksicht nehmen auf die Umwelt. Dazu kommt die Förderung des Skisports. Der ÖSV unterstützt den kleine Skiclub Nuuk, den nördlichsten der Welt. Hier hat uns Arne Hardenberg, der bisher einzige Grönländer im Weltcup, sehr unterstützt."

Frage: Traurig, dass der Event wetterbedingt nicht in Grönland stattfinden konnte?

Zitz: "Natürlich, denn Grönland hat ähnliche Kernattribute, es geht auch hier um Innovation, Emotion und Tradition. Die Begeisterung der Menschen dort war unglaublich. Wir hätten vor Ort ohne Flutlicht am Abend ein Skirennen geplant, plus ein Kulturprogramm, bestes, frischestes Seafood der Welt und das alles gemeinsam im Zielraum auf Meeresniveau. Wir haben ihnen Torstangen und andere Dinge dagelassen, die den Skibetrieb hoffentlich erleichtern."

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen