Befreit auf Rekordjagd

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"Der Rekord wird sich hoffentlich einstellen"

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Kristallkugel - eingefahren! Rekord - aufgeschoben?

Marlies Schild war nach einem schwierigen Slalom in Ofterschwang trotz des nur knapp verpassten siebenten Saisonsieges glücklich.

Die Salzburgerin durfte sich letztlich über ihre insgesamt fünfte kleine Kristallkugel, die vierte im Slalom, freuen.

Dass ihr nach fehlerhaften Läufen nur 7 Hundertstel auf den 34. Slalomsieg und damit die Rekordmarke von Vreni Schneider fehlten, nahm die 30-Jährige unter dem Motto "aufgeschoben, aber nicht aufgehoben" locker.

Ein Blick in die Weltcup-Statistik:

Für Schild ist es die vierte Kristallkugel im Slalom. Damit haben nur noch die Schweizerinnen Vreni Schneider und Erika Hess mehr.

Im Saisonfinish jagt Schild Vreni Schneider gleich doppelt.

Zum einen fehlt nur noch ein Sieg auf den schon so oft angesprochenen Slalomsieg-Rekord.

Zum anderen ist für Schild auch noch ein Punkterekord möglich. Dafür benötigt sie in den abschließenden beiden Slaloms aber zwei Siege.

Die persönliche Bestleistung ist aber in Reichweite: 2006/07 hatte Schild am Saisonende 760 Punkte am Konto.

Die Saison-Dominatorin nach dem fixierten Weltcupsieg im O-Ton:

Frage: Gratulation zur Kristallkugel. Wie froh sind Sie, dass es sich schon heute ausgegangen ist?

Schild: "Es ist schön, dass ich das heute fix machen konnte, das kann ich nun für die nächsten Rennen aus dem Kopf streichen."

Frage: Am Ende fehlten nur 7/100 Sekunden auf den Sieg. Ein bisschen enttäuscht, dass es nicht mit der Egalisierung des Rekordes von Vreni Schneider geklappt hat?

Frage: Sie haben nach dem ersten Durchgang gesagt, Sie haben wieder mehr gewollt, als notwendig gewesen sei. Sind die Gedanken an den Rekord vielleicht auch im Kopf mitgefahren?

Schild: "Eigentlich nicht. Vor dem zweiten Lauf habe ich ein bisschen an den Slalom-Weltcup gedacht. Aber ich habe mir auch gesagt, ich kann eh nur Vollgas geben. Der Rekord war heuer schon so oft das Thema. Ich glaube, wenn ich locker weiterfahre und nicht viel zum Nachdenken anfange, dann wird sich der Rekord auch hoffentlich einstellen."

Läuferin Punkte Saison
Vreni Schneider (SUI) 860 1993/94
Janica Kostelic (CRO) 824 2000/01
Anja Pärson (SWE) 770 2003/04
Pernilla Wiberg (SWE) 770 1996/97
Marlies Schild (AUT) 760 2006/07
Janica Kostelic (CRO) 740 2005/06
Janica Kostelic (CRO) 710 2002/03
...
Marlies Schild (AUT) 660 2011/12

Schild: "Nein, ich bin wirklich glücklich mit dem Resultat. Natürlich wollte ich gewinnen, aber ich habe gute Punkte gemacht. Ich bin zufrieden mit dem dritten Platz, ich hatte ja noch keinen (lacht). Es freut mich für Erin  (Mielzynski), es ist ihr erster Sieg. Und für Resi (Stiegler/Anm.), denn ich weiß, wie es ist, wenn man Verletzungen hat."

Frage: Wie beurteilen Sie Ihre Leistung heute?

Schild: "Beide Läufe waren sehr fehlerhaft. Im Zielhang habe ich im zweiten noch einiges gutmachen können, oben bin ich ja quasi gestanden, da hatte ich keinen Speed mehr. Nach der ersten Kuppe war ein Schlag, den habe ich voll kapital erwischt und bin in die zweite Haarnadel gerade noch reingekommen. Ich weiß, warum ich oben so langsam war, ich brauche mir darüber nicht den Kopf zerbrechen. Aber besser, du kämpfst dich zurück in den Lauf und wirst Dritte, als du fällst aus."

Frage: Ist der Schneider-Rekord nun die Motivation für die verbleibenden Saisonrennen?

Schild: "Ich fahre unabhängig von Kugeln und Rekorden. Die Kugel war das große Saisonziel. Nun kann ich auf den Rekord losgehen, wir werden sehen. Und in Are (nächstes Rennen/Anm.) habe ich auch noch nie gewonnen."

Die erfolgreichsten Slalom-Läuferinnen im Weltcup:

Läuferin Slalomsiege
1. Vreni Schneider (SUI) 34
2. Marlies Schild (AUT) 33
3. Erika Hess (SUI) 21
4. Janica Kostelic (CRO) 20
5. Anja Pärson (SWE) 18
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