"Die Kritik hat wehgetan"

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"Und dann kommen die Kritiker"

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Benjamin Raich hat sich am Samstag in der Spitze des alpinen Ski-Weltcups zurückgemeldet. Rang zwei im Riesentorlauf-Klassiker in Adelboden ließ den Tiroler wie einen Sieger strahlen.

Der 33-Jährige stand erstmals nach seinem am 16. Februar 2011 erlittenen Kreuzbandriss im linken Knie wieder auf dem Stockerl, im Riesentorlauf sogar erstmals seit Rang drei am 13. Dezember 2009 in Val d'Isere.

Auch Marcel Hirscher, der Gewinner des Rennens, freute sich über das Comeback seines einstigen Idols.

Hirscher freut sich mit

"Mir taugt es extrem für den Benni. Zuletzt wurde so deppert geredet und geschrieben über ihn, nur weil er nicht gleich nach seiner schweren Verletzung das große Selbstvertrauen und die guten Ergebnisse hatte. Der Benni ist ein Jahrhundertskifahrer", sagte Hirscher.

Raich sprach danach u.a. über seinen Weg zurück und seine besondere Beziehung zu Adelboden, wo er mittlerweile neunmal in den Top-Drei war. Der 33-Jährige fand auch ungewohnt scharfe Worte für seine Kritiker.

Frage: Ist dieser zweite Platz vielleicht sogar mehr wert als der eine oder andere Sieg vor dem Kreuzbandriss?

Raich: "Ich habe mich über jeden meiner Siege sehr gefreut. Aber so ein Comeback nach einer schweren Verletzung ist natürlich schon etwas Besonderes. So ein Rückschlag bringt schon Verunsicherung und Zweifel mit sich. Wenn man dann wieder zurückkommt, löst das schon besondere Emotionen aus. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich über diesen zweiten Platz freue."

Frage: Es ist wohl kein Zufall, dass Ihr erstes Stockerl nach dem Kreuzbandriss in Adelboden passiert ist.

Raich: "Ich war in Adelboden immer sehr erfolgreich. Ich mag diesen Ort und diesen Hang. Natürlich hilft mir die Erfahrung, ich weiß, wie man hier schnell sein kann."

Frage: Haben Sie immer daran geglaubt, dass Sie es wieder zurück in die Weltspitze schaffen?

Raich: "Tief im Inneren war ich immer überzeugt davon. Ich war in dieser Saison stets gut drauf, aber die Resultate haben nicht gepasst. Und dann kommen halt die Kritiker. Viele Leute können sich eben einfach nicht vorstellen, wie so etwas abläuft."

Frage: Die Kritik war für Sie nach vielen erfolgreichen Jahren bestimmt sehr ungewohnt, ist Sie Ihnen nahegegangen?

Raich: "Die Kritik hat manchmal schon sehr wehgetan. Diesen Leuten sollte man Arbeit geben, man sollte sie beschäftigen. Denn das sind meistens die Leute, die keinen Erfolg haben."

Frage: Wie haben Sie es geschafft, dass Sie sich so schnell von Ihrer schweren Verletzung erholt haben?

Raich: "Manche Sportler werden nach einer Verletzung schneller fit, manche langsamer oder gar nicht mehr. Ich habe mir über die Jahre ein sehr gut funktionierendes Umfeld aufgebaut, und das hat super Arbeit geleistet. Und natürlich war ich auch sehr geschickt und fleißig. Es ist alles sehr gut gelaufen."

Frage: War Ihre Partnerin Marlies Schild ein wichtiges Vorbild für Sie in den schwierigen Monaten?

Raich: "Ihr Comeback ist sensationell und vorbildhaft gewesen. Ich bin sehr stolz auf sie. Sie arbeitet ständig hart an sich und dem Material. Man muss immer dranbleiben, und das habe ich gemacht."

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