"Wer mich kennt weiß, dass es kein PR-Gag ist!"

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Weiblich, frisch geschieden, millionenschwer sucht … Männer aufgepasst, Lindsey Vonn ist wieder zu haben!

Nach einem kurzen Gspusi mit einem amerikanischen Stabhochspringer beim Weltcup-Finale kehrt die aktuell schnellste Skifahrerin der Welt solo in den Ski-Zirkus zurück.

„Es ist nicht leicht, einen Freund zu finden“, klagt die seit wenigen Tagen 28-Jährige ihr Single-Leid. Böse Zungen mutmaßen, dass Vonn genau deshalb gegen die Herren abfahren möchte.

Weit gefehlt. „Ich bin schon als Kind immer gegen die Burschen gefahren, kenne es nicht anders. Für mich wäre das einfach der nächste Level, den ich erreichen möchte.“

Bei LAOLA1 verrät Lindsey Vonn, wie viel im Moment noch zwischen Traum und Realität liegt, sie blickt auf ihre bisherigen Erfahrungen mit Geschlechter-Duellen zurück und gibt einen Ausblick auf einen Winter, in dem sie wieder Rekorde brechen kann und will.

Ski-Superstar Lindsey Vonn spricht bei LAOLA1 über …

...ihre Hoffnung auf ein Duell mit den Herren: „Im Moment schaut es nicht sonderlich gut aus. Aber vielleicht ergibt sich eines Tages die Gelegenheit, dass die Tür für mich aufgeht und ich mich dieser Herausforderung stellen kann. Hoffentlich können wir eine Lösung finden.“

...die Entstehung der Idee: „Ich trage diese Geschichte schon seit drei, vier Jahren mit mir herum, habe auch mit den Coaches schon vor einiger Zeit darüber gesprochen. Aber ich habe jetzt das Gefühl, dass die Zeit reif ist. Deshalb habe ich auch Günter (Hujara; Anm.) angerufen und ihn gefragt, was ich tun muss, um die Sache ins Rollen zu bringen. Wir wollten in Ruhe etwas ausarbeiten, aber dann ist es in den Medien gelandet.“

...die Reaktionen von Kolleginnen und Kollegen: „Es gab positives und negatives Feedback von Damen und Herren. Einige Reaktionen haben mich doch überrascht, denn ich äußere mich eigentlich nicht schlecht über Kollegen. Da hätte ich mir mehr Respekt erwartet. Aber die Menschen, die mich kennen, wissen, dass es kein PR-Gag war und ist. Red Bull hat mich zum Beispiel angerufen, weil sie es aus den Medien erfahren haben.“

...Fadesse als Folge ihrer Dominanz: „Das ist sicher nicht der Grund, warum ich einmal gegen die Männer fahren will. Würde ich jedes Rennen gewinnen, dann wäre es etwas anderes. Es ist eine persönliche Geschichte, ich möchte einfach sehen, wo ich in Lake Louise, wo ich in der Vergangenheit sehr erfolgreich war, gegen die besten Abfahrer der Welt stehe.“

...den Ausgang des Geschlechter-Duells: „Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht! Aber genau deshalb möchte ich es machen. Ich trainiere die ganze Zeit mit Männern, aber das ist Training. Rennen ist ein anderes Paar Schuhe.“

...ihre Trainingserfahrungen mit Herren: „Es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass ich schneller war. Fragt nach bei Ben (Thomsen; Anm.), der eine Zeit lang das Geschirr machen musste, weil ich ihn ein paar Mal geschlagen habe. Und er hatte eine großartige Saison, war schnell und in Sotschi am Stockerl.“

...die Sache mit der Startnummer: „Wieder so ein Fragezeichen. Es wäre unfair, wenn man mich als Letzte ins Rennen schicken würde. Klar, ich habe keine Herren-Punkte, aber ich habe bei den Damen 1.980 Punkte geholt. Das sollte schon etwas wert sein. Wenn man mich fragt, würde ich es fair finden, wenn ich nach den Top-Läufern ins Rennen gehen könnte.“

...die Unterstützung vom US-Verband: „Sie müssen für mich eine offizielle Anfrage bei der FIS stellen, aber ich weiß nicht, wie da der letzte Stand der Dinge ist. Aber es wird da in den nächsten Tagen noch Gespräche geben.“

...ihre Ziele für den Winter 2012/2013: „Ich liebe den Wettkampf! Ich möchte Rennen gewinnen, am liebsten alle! Ich fahre gerne schnell Ski, am liebsten jeden Tag! Ich habe den besten Job der Welt! Der Rest wird sich ergeben.“

...einen neuen Anlauf für 2.000 Punkte: „Es war schon enttäuschend, dass es letzte Saison nicht geklappt hat. Vielleicht war es auch ein Fehler, dass ich mir selbst Druck gemacht habe, indem ich die 2.000 Punkte als Ziel ausgegeben habe. Hermann hatte damals eine unglaubliche Saison, für diesen Rekord muss wirklich alles passen.“

...den Hunger nach Rekorden: „Es gibt noch so viele Rekorde da draußen, die darauf warten, gebrochen zu werden. Natürlich motiviert das, aber ich werde jetzt nicht sagen, dass ich mehr Siege als Stenmark schaffen möchte. Ich muss weiter schnell Ski fahren und Rennen gewinnen, der Rest ergibt sich dann von ganz alleine.“

...ihren Zehn-Jahres-Vertrag mit Head: „Die Firma ist immer hinter mir gestanden, da wollte ich etwas zurückgeben. Ein Vertrag über zehn Jahre ist ein großer Vertrauensbeweis, wie ich denke - von beiden Seiten. Unsere Zusammenarbeit ist bis zum Jahr 2022 fixiert, aber ich weiß noch nicht, ob ich dann auch noch fahre. Meine Planungen, was das Rennfahren betrifft, gehen vorerst bis zur Ski-WM 2015 in Vail, aber auch die Olympischen Spiele 2018 sind ein Thema. Nur Slalom werde ich dann nicht mehr fahren.“

 

Aufgezeichnet von Stephan Schwabl

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