"Das vergangene Jahr war ein Auf und Ab"

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Joachim Puchner will wieder voll angreifen.

Im ersten Jahr nach seinen vielen Operationen schaffte er in Lake Louise auf Anhieb den Sprung in die Top 10.

„Ich war froh, dass ich die Saison überhaupt bestreiten konnte – und gleich ein Top 10 Platz beim Super G in Lake Louise nach dieser Geschichte war fantastisch“, erinnert er sich vor dem heurigen Speed-Saisonauftakt zurück.

Dennoch musste er 2013/14 einige Rückschläge hinnehmen. „Das vergangene Jahr war ein Auf und Ab der Gefühle“, gibt der 27-Jährige zu.

Wie er sich in der Abfahrt zurück kämpfen will, er mit Druck umgeht und warum ihm soziales Engagement wichtig ist, erklärt er im Interview:

Frage: Auf deiner Homepage kann man lesen, „Wer zufrieden ist, hat aufgehört, besser zu werden.“ Wie zufrieden warst du mit deiner vergangenen Saison?

Joachim Puchner: Vor allem im Super G war ich relativ zufrieden. Wenn man die schwierigen Umstände aufgrund der drei Operationen am Sprunggelenk im Sommer 2013 betrachtet, war es eigentlich eine tolle Saison. In der Abfahrt waren zwar gute Platzierungen dabei, aber leider noch zu wenige. Dennoch war ich froh, dass ich die Saison überhaupt bestreiten konnte – und gleich ein Top 10 Platz beim Super G in Lake Louise (8. Platz/Anm.) nach dieser Geschichte war fantastisch.

Frage: Die vergangene Saison brachte für dich viele positive, aber auch einige negative Momente, wie z.B. das verletzungsbedingte vorzeitige Aus bei der olympischen Superkombination.

Puchner: Das vergangene Jahr war ohnehin ein Auf und Ab der Gefühle. Die Nachnominierung für Olympia war unglaublich, aber auch schwierig, weil ich durch den schmerzhaften Ausfall von Hannes Reichelt ins Team gerutscht bin, der zu dieser Zeit in Topform war.  Nachdem ich dann nach dem schweren Sturz im Training doch nicht in der Superkombination starten konnte, war mein erster Gedanke, dass dieser Rückschlag, die Gehirnerschütterung und die Prellungen, eine Kleinigkeit im Vergleich zum Sommer mit den vielen OPs darstellten. Ich habe gar nicht zugelassen, mich lange darüber zu ärgern bzw. mich runterziehen zu lassen.

Frage: Du hast seit langem wieder relativ schmerzfrei trainieren können, was ist heuer drin?

Puchner: Vor allem in der Abfahrt ist meine Ausgangssituation nicht unbedingt einfach. Ich will wieder mit einer Nummer jenseits der 30 starten, dafür will und muss ich kämpfen. Im Super G ist alles möglich, daher ist auch eine Podestplatzierung ein Ziel von mir.

Frage: Lake Louise war im vergangenen Jahr nach der einjährigen Rennpause ein Belastungstest für dein Bein. Mit Rang 8 im Super G hast du gleich eine riesen Überraschung geschafft. Ist der Druck heuer entsprechend größer?

Puchner: Als österreichischer Skifahrer ist der Druck immer da. Wenn du am Start stehst, musst du deine Leistung bringen und gut sein, egal ob du verletzt bist oder warst, das zählt in diesem Augenblick nicht. Es zählt nur, welche Zeit du ins Ziel bringst.

Frage: Du hast zuletzt auch durch soziales Engagement geglänzt. Wie wichtig ist es dir, deinen Bekanntheitsgrad auch für den guten Zweck einzusetzen?

Puchner: Das soziale Engagement ist mir ein besonderes Anliegen, vor allem, wenn ich einen persönlichen Bezug habe. Das Schicksal des Pongauer Jungen mit seinem Gehirntumor ist mir sehr nahe gegangen. Daher war es für mich klar, dass ich etwas für ihn machen möchte. Wichtig ist, dass ihm geholfen wird und dass er gesund wird, da ist unser Engagement das mindeste, das ich machen konnte.

Frage: Du hast zuletzt in Zypern nochmals die Batterien aufladen können. Wie wichtig war dieses Trainingslager?

Puchner: Zypern war nochmal wichtig für mich, vor allem weil in Amerika und Österreich ohnehin keine Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung standen. Wir haben dort noch einmal richtig gut an unserer Fitness gearbeitet.

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