"Ich habe keine speziellen Rivalen oder Gegner"

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Marcel Hirscher ging am Sonntag in der Schweiz gleich dreimal in die Luft.

Zunächst wurde der im Slalom zweitplatzierte Salzburger mit dem Hubschrauber vom Zielraum zur Pressekonferenz im Schulturnsaal von Wengen geflogen.

Dann hob der 23-Jährige erneut mit dem Helikopter von Wengen Richtung Zürich ab, wo er in der SRF-TV-Show "Sportpanorama" zu Gast war.

Am Abend ging es von Genf aus mit einem Privatjet seines Sponsors nach Hause nach Salzburg. Zuvor stand er noch Rede und Antwort.

Frage: Auch im siebenten Saison-Slalom-Bewerb haben Sie es aufs Podest geschafft, wie stufen Sie Ihre Leistung heute in Wengen ein?

Hirscher: "Ich bin sehr zufrieden und happy mit diesem Ergebnis. Ich blicke auf ein sehr gelungenes Rennen zurück. Der Ärger über meinen Fehler war nach fünf Sekunden verflogen. Es war ein sehr harter Kampf mit Felix (Neureuther, Anm.) und Ivica (Kostelic, Anm.). Gratulation an beide. Felix ist sehr schnell in dieser Saison. Und es ist schön zu sehen, dass es Ivica körperlich wieder besser geht."

Frage: Wie schwierig waren die Bedingungen?

Hirscher: "Es war sehr viel Wasser in der Piste. Durch die warmen Bedingungen hat der Schnee seine Aggressivität und seine Zacken verloren. Das war ein Wow-Effekt für uns alle. Man sagt, dass bei diesen frühlingshaften Bedingungen die Materialabstimmung am leichtesten ist. Das könnte der Grund dafür gewesen sein, dass heute so viele Läufer ihre Topform abrufen konnten."

Frage: Wie oft trainieren Sie gemeinsam mit Neureuther? Und ist Neureuther Ihr "Lieblingsgegner"?

Hirscher: "Seit Saisonbeginn haben wir fünf, sechs Tage gemeinsam trainiert. Manchmal war ich schneller, manchmal er. Ich habe keine speziellen Rivalen oder Gegner. Mein einziger Gegner ist die Zeit."

Frage: Warum ist gerade im Slalom die Dichte in der Weltspitze so groß?

Hirscher: "Slalom kann man viel leichter trainieren als zum Beispiel Abfahrt. Da tun sich die meisten Nationen leichter. Von den Top-30 kann im Slalom jeder gewinnen, wenn er einen super Tag hat."

Frage: Nach Ihren Siegen in Madonna, Zagreb und Adelboden gab es diesmal "nur" Rang zwei. Ist das in gewisser Hinsicht vielleicht sogar gut, um vor Kitzbühel und der WM ein wenig Druck von Ihren Schultern zu nehmen?

Hirscher: "Ja, das ist sicher so. Gescheiter jetzt als dann in Schladming (lacht). Das relativiert die Sache ganz sicher und nimmt Druck von mir. Wenn es immer bamm, bamm, bamm geht, dann wird alles viel zu selbstverständlich. Erfolge sind nicht selbstverständlich."

Frage: Sie haben in Wengen die Führung im Gesamt-Weltcup auf 188 Punkte ausgebaut, wie beurteilen Sie die Lage?

Hirscher: "Wenn in diesem Winter gar nichts mehr gehen sollte, dann war's trotzdem eine gute Saison. Trotzdem freue ich mich natürlich sehr auf Kitz und die bevorstehenden Höhepunkte."

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