"Mir ist schon der Arsch auf Grundeis gegangen"

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6., 1., 2., 3., 5., 1. 

Die Bilanz von Marcel Hirscher liest sich nach sechs Renneinsätzen für eine Comeback-Saison fast unglaublich.

Der 22-jährige Salzburger hat mit seinem zweiten Saisonsieg am Montag im Alta-Badia-Slalom sogar die Führung im Gesamt-Weltcup übernommen.

Danach sprach der ÖSV-Jungstar im Interview u.a. über sein Fast-Ausscheiden, die verschwundenen Rückenprobleme und die Nummer-eins-Position.

Frage: Wie haben Sie die Schrecksekunde, das Fast-Ausscheiden im 2. Durchgang erlebt?

Hirscher: "Knapp war es schon, ich war so gut wie draußen. Aber es hat nicht die Welt gekostet, ich war sofort wieder auf der Ideallinie. Ab diesem Zeitpunkt hat es keine Gnade mehr gegeben, ich bin am Limit gewesen, oder sogar darüber. Derzeit bin ich einfach auf der glücklichen Seite, die wichtigen Kleinigkeiten fügen sich sehr gut zusammen."

Frage: Wie war die nervliche Anspannung als Führender nach dem 1. Durchgang?

Hirscher: "Mir ist schon der Arsch auf Grundeis gegangen. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich supercool war. Die ganze Nation schaut zu und hofft, dass ich es schaffe. Da gibt es dann eigentlich nur Vollgas."

Frage: Wie haben Sie die Rückenprobleme in den Griff bekommen, die Sie noch am Sonntag im Riesentorlauf so gequält haben?

Hirscher: "Dank drei Stunden Physiotherapie am Sonntag hatte ich heute keine Schmerzen. Ich bin ohne Schmerzmittel an den Start gegangen."

Frage: Sie sind nun nicht nur Führender im Slalom-Weltcup, sondern auch erstmals Leader im Gesamt-Weltcup. Was bedeutet Ihnen das?

Hirscher: "Das ist schon lustig, sehr lustig sogar. Aber es ist nicht wichtig. Es ist doch völlig unerheblich, wer zu diesem Zeitpunkt der Saison vorne ist. Ich fange jetzt sicher nicht zum Nachdenken an. Ich denke von Rennen zu Rennen, ich sehe jedes Rennen als neue Chance. Und ich werde mich weiter auf meine Spezialdisziplinen Slalom und Riesentorlauf konzentrieren."

Frage: Sie sind damit natürlich auch die Nummer eins im ÖSV-Team, wie fühlen Sie sich in dieser Rolle?

Hirscher: "Ich fühle mich sehr wohl. Wie es den anderen damit geht, weiß ich nicht."

Frage: Jetzt erwartet Sie am Mittwoch in Flachau großer Trubel, wie wollen Sie damit umgehen?

Hirscher: "Das wird sicher nicht einfach. Für mich ist das die Generalprobe für die Heim-WM 2013 in Schladming, da werden ja auch unglaublich viele Fans da sein. Ich darf mich nicht zu viel mitreißen lassen, darf es nicht übertreiben. Das ist ja auch der Grund, warum ich es in Österreich noch nie aufs Weltcup-Podest geschafft habe.

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