"Mit dem Berg Frieden schließen"

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"In Ruhe mit dem Berg Frieden schließen"

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Am Freitag vor einem Jahr ist Hans Grugger im Abfahrtstraining auf der Kitzbüheler Streif schwer verunglückt.

Nach seinem Sturz in der Mausefalle am 20. Jänner 2011 rang der Salzburger mit dem Tod.

Aufgrund lebensgefährlicher Kopfverletzungen musste Grugger notoperiert werden und durfte erst nach zwei Monaten das Spital verlassen.

Comeback in der kommenden Saison?

Mittlerweile ist Grugger schon wieder fast ganz der Alte, und der seit 13. Dezember 30-Jährige spricht im Interview weiterhin von einem Comeback im Weltcup.

Und zwar schon in der kommenden Saison.

Frage: Werden Sie den Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel einen Besuch abstatten?

Grugger: Nein. Das erste Mal zurück in Kitzbühel und dann der Rummel, das wäre mir zu viel. Ich möchte aber noch in diesem Winter nur gemeinsam mit meiner Freundin Ingrid hinauf zur Mausefalle und dann in Ruhe mit dem Berg Frieden schließen.

Frage: Werden Sie die Kitzbühel-Abfahrt via Fernsehen verfolgen? Interessieren Sie sich derzeit für den Weltcup?

Grugger: Ich bin derzeit begeisterter Fan und TV-Sportler.

Frage: Und wie läuft es als aktiver Sportler?

Grugger: Ich trainiere sehr viel. Und ich probiere sehr viel aus: Langlaufen, Telemark-Fahren, Tiefschneefahren. Es geht schon sehr gut.

Frage: Was bereitet Ihnen in Folge des Unfalls am meisten Probleme?

Grugger: Mein rechter Fuß ist taub, das ist das größte Problem. Die einen sagen, das dauert eineinhalb bis zweieinhalb Jahre, die anderen meinen, vielleicht wird es gar nicht mehr gut. Das ist unvorhersehbar. Ansonsten bin ich fitter als vor dem Unfall, denn als Rennfahrer tut dir ja immer irgendetwas weh. Geistig habe ich noch ein paar Schwächen bei der Konzentration und Aufnahme.

Frage: Können Sie sich mittlerweile an Ihren Unfall erinnern?

Grugger: Nein, mir fehlen weiterhin fünf Wochen. Und das wird wahrscheinlich auch so bleiben.

Frage: Was wird in Ihnen vorgehen, wenn Sie Ihre Kollegen und Freunde die Streif hinunterrasen sehen?

Grugger: Ich weiß es noch nicht, was in mir hochkommen wird, wenn ich den Fernseher einschalte. Mitfahren könnte ich noch nicht, da fehlt mir körperlich und geistig noch einiges.

Frage: Glauben Sie, dass Sie noch einmal im Weltcup mitfahren werden?

Grugger: Mein Ziel ist, dass ich in der kommenden Saison in den Weltcup zurückkehre. Ich möchte im Frühjahr mit den Konditionskursen ins ÖSV-Mannschaftstraining einsteigen und dann die Vorbereitung komplett mitmachen. Dafür muss aber mein rechter Fuß wieder gesund werden. Sonst macht es keinen Sinn. Wenn das nicht passiert, werde ich wohl ganz aufhören. Weil wenn man zweieinhalb Saisonen weg vom Fenster ist, dann ist das zu viel. 

Frage: Wäre auch ein Start in Kitzbühel ein Thema?

Grugger: Das schließe ich nicht aus. Wenn ich mich die Streif nicht hinunter traue, dann habe ich auf den anderen Abfahrten auch nichts zu suchen.

 

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