"Irgendwann bin ich im Glück!"

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Fenninger: Keine Suche nach verflixten Hundertstel

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Anna Fenninger hat der Rückkehr des Damen-Weltcups nach St. Anton ihren Stempel aufgedrückt.

Und das eindrucksvoll: Nach Platz drei in der Abfahrt raste die Salzburgerin im Super-G auf der Kandahar auf Rang zwei.

Nur die Slowenin Tina Maze war um die Kleinigkeit von vier Hundertstel schneller als Anna F.

"Im ersten Moment habe ich mich schon geärgert, aber irgendwann wird das Glück auf meiner Seite sein", konnte die in diesem Winter erfolgreichste Österreicherin im Gespräch mit LAOLA1 schon wieder lachen.

Wie sie selbst ihren Traumlauf erlebt hat, was sie zum Doppel-Sieg über Lindsey Vonn sagt und wann der erste Speed-Sieg fällig ist, verrät sie hier.


LAOLA1:
Herzlichen Glückwunsch zu einer sensationellen Fahrt. Bist du mit der Bezeichnung „Traumlauf“ einverstanden?

Anna Fenninger: Fast. Es war ein wirklich guter Lauf, ich habe viel riskiert.

LAOLA1: Wie schon in der Abfahrt warst du mit Top-Speed unterwegs. Hast du während der Fahrt gemerkt, dass es wieder für einen Spitzenplatz reichen könnte?

Fenninger: Im Grunde genommen hat es von oben bis unten gut gepasst. Deshalb war ich auch so glücklich im Ziel, dass ich es so runtergebracht habe.

LAOLA1: Und das auf dieser anspruchsvollen Piste?

Fenninger: Mir taugt es, wenn es steil ist. Da fahre ich meistens richtig gut. Sicher habe ich vor dem Start Respekt, aber das muss irgendwie auch so sein, denn es hält einen von Verletzungen fern.

LAOLA1: Als du deinen Riesenvorsprung gesehen hast, hast du da schon an den Sieg gedacht?

Fenninger: Zuerst habe ich mich gewundert, aber dann beginnt man natürlich zu überlegen, ob es vielleicht für den ersten Speed-Sieg reicht. Aber wie ich schon nach der Abfahrt gesagt habe: Ich muss es einfach erwarten können!

LAOLA1: Aber bei vier Hundertstel Rückstand auf Siegerin Tina Maze braucht man nicht zu suchen beginnen, oder?

Fenninger: Die findet man wahrscheinlich bei jedem Tor, wenn man zu suchen beginnt. Es fehlt eben noch ein bisschen das Glück. Aber das kommt sicher bald einmal.

LAOLA1: Was ist dir durch den Kopf gegangen, als Maze über die Ziellinie gefahren ist?

Fenninger: Natürlich ärgert man sich kurz. Aber die vier Hundertstel sind eben Glück oder nicht, das ist so knapp, dass man es gar nicht beschreiben kann. Tina hatte diesmal das Glück auf ihrer Seite, hoffentlich bin ich ein anderes Mal dran.

LAOLA1: Die amtierende "Speed-Queen" Lindsey Vonn hast du zwei Mal hinter dir gelassen. Was sagt dir das?

Fenninger: Ich kann mich da nur wiederholen: St. Anton ist eben nicht Lake Louise. Aber Lindsey bleibt Lindsey, deshalb ist es natürlich von Bedeutung. Wenngleich man sagen muss, dass es nach ihrer Auszeit nicht leicht für sie war.

LAOLA1: Was dich außerdem zuversichtlich stimmen muss, ist, dass du dich kontinuierlich annäherst?

Fenninger: Es geht immer bergauf, und das in allen Diszplinen. Das Selbstvertrauen wächst mit jedem Erfolgserlebnis. Von mir aus kann es so weitergehen (lacht)!

LAOLA1: Du hast nach der Abfahrt gemeint, dass du jetzt dein Ding durchziehen möchtest. Im Nachhinein: Wie schwierig war das beim Heim-Weltcup?

Fenninger: In der Früh bei der Besichtigung waren noch sehr wenige Zuschauer da, so konnte ich mich auf meine Dinge konzentrieren, die ich einfach vor dem Rennen zu erledigen habe. Nach der Abfahrt war es natürlich stressig, ich musste viele Dinge erledigen. Aber dieser Rummel nach einem Erfolg gehört dazu, das stört mich dann auch nicht.

LAOLA1: Noch einmal zu Tina Maze. Sie hat jetzt Siege in allen Disziplinen gefeiert. Ist das etwas, wovon du als Allrounderin auch träumst?

Fenninger: Natürlich, aber im Moment fühlt es sich sehr weit weg an. Ich habe in einer Disziplin gewonnen, kann mir vorstellen, dass ich es irgendwann einmal schaffe, in drei Disziplinen zu siegen. Aber der Slalom ist bei mir sehr, sehr weit weg.

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

 

Aus St. Anton berichtet Stephan Schwabl

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