Kristall-Rechnung: Siege, Siege, noch mehr Siege

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Eine Woche noch, dann geht es endlich in den wohlverdienten Urlaub nach Kroatien.

„Ich bin schon ziemlich geschlaucht, aber jetzt klopfe ich noch eine Woche rein, damit ich mir die freien Tage auch wirklich verdiene.“

Romed Baumann gönnt sich keine Pause, das wird im Sommer-Gespräch mit LAOLA1 schnell klar.

Ganz wenig "piano"

Nach einem langen Winter gab es nur kurz „piano“ bei einem der letzten ÖSV-Allrounder.

Meisterschaften, neue Ski testen, dann noch ein Slalom-Block, knallhartes Kondi-Training.

„Ich habe aus der letzten Saison mitgenommen, dass ich am richtigen Weg bin. Es fehlt nicht viel bis ganz nach vorne, dieses Wissen motiviert noch mehr und noch härter zu arbeiten.“

"Setzen neue Reize"

Die kleinen Wehwehchen von 37 Rennen 2010/2011 sind ausgeheilt, jetzt will Baumann den Grundstein für einen weiteren erfolgreichen Winter legen.

„Körperlich passt es eigentlich schon ganz gut und wir setzen auch immer wieder neue Reize, die ich hoffentlich mitnehmen kann.“

Zum Beispiel beim Box-Training, das im letzten gemeinsamen Kondi-Block mit den Teamkollegen am Programm stand.

„Schnelligkeit, Koordination, man braucht ein gutes Auge, muss immer auf der Hut sein. Das alles hilft mir auch beim Skifahren“, hat Baumann den tieferen Sinn hinter der „Prügelei“ erkannt.

Harter Trainingsplan

Abgesehen von den ÖSV-Kursen gestaltet er seine Sommer-Vorbereitung meist solo („Die meiste Zeit trainiere ich alleine!“) – und das ziemlich intensiv.

Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag stehen je zwei Einheiten am Trainingsplan, Mittwoch und Samstag wird jeweils einmal trainiert.

Das Programm des Kondi-Trainers beinhaltet Kraft, Ausdauer und Koordination. Das bedeutet viel Zeit am Rennrad oder Mountainbike und in den Laufschuhen, aber natürlich auch in der Kraftkammer.

Noch einige Ziele

Wenn das Wetter einmal schlechter ist und zweieinhalb Stunden auf Schmalspurreifen warten, motiviert sich der 25-Jährige mit seinen Zielen.

Denn obwohl er im letzten Winter mit seinem ersten Abfahrtsstockerl in Gröden, dem dritten Platz in der Hahnenkamm-Kombi oder der WM-Medaille im Team-Bewerb einiges abgehakt hat, hat Baumann noch einiges am Zettel stehen.

„Die Silberne mit der Mannschaft ist sehr schön und macht sich auch gut neben der Kitz-Gams, aber eine Einzelmedaille hätte ich schon noch gerne.“

Siege + Siege = Kugel

Und wie ist das mit dem Gesamt-Weltcup? Immerhin wird der Rennläufer aus dem Biathlon-Mekka Hochfilzen seit Jahren als größte ÖSV-Hoffnung auf die große Kristallkugel seit Benjamin Raich gehandelt.

Ivica Kostelic hat es vorgezeigt: Es braucht Seriensiege, nur dann bist du ganz vorne vertreten! Weil ein vierter Platz ist schon nur mehr halb so viel wert wie ein Sieg.“

Der Weg zur Kugel führt also über Siege – und so einen durfte Baumann auch im vergangenen Winter nicht bejubeln.

„Ich hatte viele Top-Ten-Ergebnisse, war aber nur drei Mal am Stockerl“, weiß der Gewinner von bislang einem Weltcup-Rennen (Super-Kombi in Sestriere 2009, Anm.) was es braucht, um den nächsten Schritt zu tun

"Freue mich für den Hans"

„Ich war so gut wie nie zuvor in meiner Karriere, da verändert sich natürlich auch die Erwartungshaltung. Es wird sicher nicht leicht, aber ich kann es hoffentlich umsetzen“, so Baumann, der es aber nicht erzwingen will und wird.

„Wenn ich einen Lauf habe, geht vielleicht ein bisschen was von alleine.“

Nicht alleine lässt der Tiroler seinen Teamkollegen Hans Grugger, der nach seinem schweren Sturz in Kitzbühel bereits wieder mit der Mannschaft trainiert.

„Es hat keiner damit gerechnet, dass es ihm so schnell wieder gut geht, aber ich freue mich sehr für ihn. Zum Glück ist alles gut ausgegangen!“

Stephan Schwabl

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