"160 km/h wären schon geil"

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"Es ist heuer eher wie eine Autobahn"

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Die legendäre Lauberhorn-Abfahrt in Wengen wird am Samstag über die volle Distanz führen.

Die ungünstigen Wetterprognosen trafen am Mittwoch nicht ein, somit konnte das notwendige Training über die gesamten 4,415 Kilometer unter Dach und Fach gebracht werden.

Die Franzosen, die seit 1970 ohne Abfahrtssieg in Wengen sind, gaben dabei den Ton an, Johan Clarey war in 2:34,62 Minuten vor seinem Landsmann Adrien Theaux (+0,08 Sekunden) der Schnellste.

Österreicher präsentieren sich stark

Aber auch die Österreicher kamen gut zurecht. Der steirische Abfahrts-Weltcup-Sieger Klaus Kröll wurde Dritter (0,11), der in Wengen in den Weltcup zurückkehrende Kärntner Max Franz überraschend starker Fünfter (0,41).

Ebenfalls in die Top Ten schaffte es der Salzburger Georg Streitberger als Achter (0,67).

Die Abfahrts-Asse machen in diesem Jahr Jagd auf den Speed-Weltrekord, die höchste je in einem Rennen gemessene Geschwindigkeit soll nach oben geschraubt werden.

Fällt der Geschwindigkeits-Weltrekord?

Den Rekord hält der Italiener Stefan Thanei, der 2005 in der Kombinations-Abfahrt in Wengen im Haneggschuss mit 156,96 km/h "geblitzt" wurde.

Im Training am Mittwoch waren bereits einige Athleten schneller, den Top-Speed legte mit Startnummer 76 der vom Österreicher Walter Hubmann betreute Bulgare Swetoslaw Georgiew hin: 158,30 km/h.

Franz war mit 157,37 km/h hinter Georgiew und dem Slowenen Klemen Kosi (157,71) Drittschnellster. "160 km/h wären schon geil", meinte Franz, der nach seinem Sturz im Beaver-Creek-Super-G anscheinend im Eilzugtempo zu seiner Form findet.

"Bin positiv überrascht"

"So ein Speed macht schon Spaß. Aber es kommt einem gar nicht so schnell vor, weil es nicht so unruhig wie in den vergangenen Jahren ist. Es ist heuer eher eine Autobahn", berichtete der 23-Jährige.

Ein Start von Franz am Samstag wird immer wahrscheinlicher. "Ich bin positiv überrascht, wie gut es läuft. Ich hab mir heute schon viel mehr zugetraut als am Dienstag." Eine Teilnahme an der Super-Kombination am Freitag schloss der ÖSV-Jungstar aber aus.

Kombi-Abfahrt als Training

Den Speed-Weltrekord liebend gerne brechen würde auch Kröll. "Es könnte schon sein, dass wir am Samstag die 160 km/h ankratzen", meinte der Steirer mit leuchtenden Augen.

Der Wengen-Gewinner 2011 hat die Lauberhorn-Strecke bereits gut im Griff, auf das Donnerstag-Training wird er verzichten. Dafür wird Kröll die Möglichkeit nützen, am Freitag im Rahmen der Kombi-Abfahrt noch einmal zu "trainieren".

Raich mit riesigem Abstand

Mit großen Rückständen kam Benjamin Raich in den bisherigen zwei Wengen-Zeitläufen ins Ziel. Am Mittwoch war er 7,34 Sekunden langsamer als der Schnellste.

"Oben bin ich sehr piano gefahren. In den wichtigen Passagen hab ich Gas gegeben", erklärte der Tiroler.

Über die beeindruckenden Geschwindigkeiten im Haneggschuss meinte Raich: "So dramatisch ist es nicht, wenn man ehrlich ist. Da ist weit und breit keine Kurve, deshalb ist der hohe Speed eigentlich kein Problem."

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