Fenninger und Zettel klopfen (wieder) an Weltspitze an

Aufmacherbild
 

In der prallen Sonne oben am Rettenbachferner und im Schatten der jetzt in allen Disziplinen siegreichen Lindsey Vonn jubelten zwei ÖSV-Damen über ihre Rückkehr in die Weltspitze.

Denn genau dorthin sind Anna Fenninger und Kathrin Zettel beim Weltcup-Auftakt in Sölden mit den Plätzen sechs und sieben gefahren.

Fenninger hatte bereits vor dem ersten Kräftemessen der Saison im Gespräch mit LAOLA1 angekündigt, dass sie in diesem Winter vor allem im Riesentorlauf wieder zurück zu alter Stärke finden möchte.

In der Ruhe liegt die Kraft

Dass das gleich im ersten Rennen gelingt, noch dazu mit dem besten RTL-Ergebnis ihrer Karriere, damit hatte die Kombi-Weltmeisterin von Garmisch-Partenkirchen aber selbst nicht gerechnet.

„Im Training ist es gut gelaufen, aber ich wusste nicht, wo ich stehe. Vor dem Rennen war schon eine Ungewissheit da“, so Fenninger, die am Start des ersten Durchgangs „fünf Mal so nervös“ war, als vor dem zweiten.

„Ich habe zwischen den Durchgängen kurz überlegt, was das jetzt eigentlich bedeutet, aber ich bin ruhig geblieben und habe mich davon nicht verrückt machen lassen.“

Mühen haben sich gelohnt

Mit ihren Schwüngen im zweiten Durchgang war die Salzburgerin zufrieden, hätte sie nicht einen Fehler dabei gehabt, wäre sich wohl ein Stockerlplatz ausgegangen.

Sei's drum. „Auf dem schweren Hang bleibt keine Läuferin fehlerfrei. Aber das Ergebnis zeigt mir, dass es sich gelohnt hat, wieder in den Riesentorlauf zu investieren.“

"Mehr als ich erwartet habe"

Investiert hat auch Kathrin Zettel. Nämlich in ihre Karriere, die nach mehreren Verletzungen auf der Kippe stand.

Deshalb feierte die Niederösterreicherin, die zuletzt am Gletscher drei Mal in vier Jahren am Stockerl stand, ihren siebenten Platz ähnlich überschwänglich wie ihren Sieg im Jahr 2008.

„Ich freue mich unglaublich, das ist mehr als ich erwartet habe“, so die 25-Jährige, die seit kurzem neben Valentin Hobel auch von Heinrich Bergmüller betreut wird.

Und der hat aus einem Maurer namens Hermann Maier immerhin den „Herminator“ gemacht.

Lücke zur Weltspitze verkleinert

Für Zettel war der Saison-Auftakt nicht nur Standortbestimmung, sondern auch Schmerztest.

Nach dem Rennen konnte sie Entwarnung geben: „Es tut nichts weh!“

Gewarnt sind dafür ihre Gegnerinnen, denn: „Im zweiten Durchgang ist es schon viel besser gegangen, da habe ich die Lücke zur Weltspitze sicher verkleinert.“

Luftsprünge und am Boden bleiben

Mit der fünftschnellsten Laufzeit fuhr Zettel von Rang 12 zur Halbzeit nach vorne.

Trotz Luftsprüngen über das Ergebnis bleibt sie aber am Boden der Tatsachen.

„Ich werde in aller Ruhe weiterarbeiten, aber mit dem Wissen, dass ich in dieser Saison noch sehr viel erreichen kann.“

Stephan Schwabl

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen