Zettel meldet sich zurück: "Hatte arge Zweifel!"

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Vierte. Dritte. Erste. Zweite. Zwei Mal Siebente. Und jetzt wieder Zweite.

Kathrin Zettel und Sölden, das passt einfach. Noch erfolgreicher beim Weltcup-Auftakt war und ist eigentlich nur Tina Maze.

Die Slowenin feierte am Samstag ihren bereits dritten Sieg im Riesentorlauf am Rettenbachferner.

Auf Augenhöhe mit dem "Herminator"

Damit steht sie in der Sölden-Siegerliste auf einer Stufe mit Hermann Maier.

„Der war früher ein Idol von mir“, lacht die Riesentorlauf-Weltmeisterin von Garmisch-Partenkirchen, die ihre Gegnerinnen im ersten Durchgang distanzierte wie der „Herminator“ in seinen besten Zeiten.

Einzig die Französin Tessa Worley kam mit weniger als einer Sekunde Rückstand ins Ziel.

"Ich wollte unbedingt fahren"

„Der erste Lauf war einfach nur cool, hat Spaß gemacht.“ Die Freude am Skifahren verging der Hobby-Sängerin (LAOLA1 hat berichtet) aber, als das Finale auf der Kippe stand.

„Wenn man einen so großen Vorsprung hat, will man natürlich fahren. Aber die Bedingungen waren unglaublich schwierig, die Sicht schlecht, ich habe kein Gefühl gefunden“, so die 29-Jährige, die aber Kampfgeist bewies.

„Ich musste hart dafür kämpfen, aber ich wollte diesen Sieg unbedingt. So ist der Sport, da läuft es nicht immer perfekt.“

Erklärtes Ziel: Gesamt-Weltcup

Die Slowenin, die unweit der Grenze zu Kärnten beheimatet ist, übernimmt damit auch die Führung im Gesamt-Weltcup, der nach Platz zwei im Vorjahr in dieser Saison ihr erklärtes Ziel ist.

Das weiß auch die US-Amerikanerin Lindsey Vonn, die in der Entscheidung mit dem Arm bei einem Tor „einfädelte“ und ausschied.

„Ich habe schon gehört, dass Tina sehr gut drauf sein soll, jetzt hat sie es auch bewiesen. Ich hoffe, dass ich in Levi die passende Antwort geben kann“, so die Titelverteidigerin, die zwar ohne Punkte aber auch unverletzt blieb.

"Gibt auch ein Leben danach"

Eine Saison ohne Verletzung wünscht sich auch Kathrin Zettel. Nach langem Leidensweg meldet sich die Göstlingerin bei ihrem Lieblingsrennen – wo sonst? - zurück.

„Die letzten Jahre waren richtig schwer für mich, es ist so viel zusammengekommen“, war Zettel nicht nur einmal kurz davor, die Rennski für immer ins Eck zu stellen.

„Vor allem im letzten Jahr hatte ich arge Zweifel, weil es gibt ja auch ein Leben danach.“

Zum x-ten Mal zurückgekämpft

Aber das hat noch Zeit, ist die Niederösterreicherin stolz, dass sie die Zähne zusammengebissen und sich zum x-ten Mal in die Weltspitze zurückgekämpft hat.

Diesmal, um länger zu bleiben als bei den letzten Comebacks. Die Vorzeichen stehen gut.

„Das Rennen war richtig hart, aber der perfekte Test für mich. Jetzt weiß ich, dass auch die anderen Rennen kein Problem sein werden“, möchte die 26-Jährige den Schwung nach Levi mitnehmen, wo in zwei Wochen der erste Slalom der Saison stattfindet.

Dann aber mit hoffentlich besseren Bedingungen: „Noch so einen Blindflug brauche ich nicht!"

 

Stephan Schwabl

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