Gefahr erkannt, nicht gebannt

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Zehn Jahre nach dem Tod von Regine Cavagnoud

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Am Montag vor zehn Jahren ist Regine Cavagnoud gestorben.

Die französische Skirennläuferin erlag am 31. Oktober 2001 in Innsbruck ihren Verletzungen, die sie sich zwei Tage davor beim Gletschertraining zugezogen hatte.

Cavagnoud ist das bis heute letzte in direktem Zusammenhang mit dem alpinen Skiweltcup stehende Todesopfer.

Doch Insider wie der österreichische Damen-Cheftrainer Herbert Mandl warnen davor, sich deshalb in Sicherheit zu wiegen.

Tragischer Zwischenfall

Cavagnoud war beim gemeinsamen Abfahrts-Training mit dem deutschen Team auf dem Pitztaler Gletscher mit dem deutschen Trainer Markus Anwander zusammengeprallt.

Während Anwander mittlerweile wieder als Skitrainer arbeitet, sind die Erinnerung an das tragische Ableben der Super-G-Weltmeisterin von 2001 nie verblasst.

"Es war eine Folge höchst unglücklicher Zufälle, besser gesagt schlechter Kommunikation", erinnert sich Mandl, damals noch als Herren-Trainer im ÖSV aktiv.

Als Folge war deshalb sogar das Ende der Gletschertrainings diskutiert worden.

Sensibilisiert, aber kein Umdenken

Schwere Stürze und Verletzungen bei rennmäßigem Schneetraining hat es natürlich auch seit damals immer wieder gegeben, grobe organisatorische Fehlleistungen blieben seither aber ohne bösere Folgen.

"Der Unfall von Cavagnoud hat natürlich alle sensibilisiert. Aber vom Reglement her und organisatorisch läuft alles so ab wie damals, deshalb kann man Unfälle nie ausschließen", warnte Mandl.

Vorfälle auch in Rennen

Selbst auf der Rennpiste sind solche Vorfälle nicht auszuschließen, wie das Beispiel von Tatjana Lebedewa beweist. Die Russin war bei der WM 1996 mit einem Funktionär zusammengeprallt und hatte sich dabei schwer verletzt.

Renate Götschl raste einmal in Cortina in ein abgestelltes Paar Ski, Michaela Dorfmeister vermied einen Crash mit einem Pistenarbeiter in St. Moritz nur um Haaresbreite.

Trainings als spezielle Herausforderung

Im Training sind aus Platzmangel oft mehrere Läufe direkt nebeneinandergesetzt. "Die Läufer sind mit 80 km/h unterwegs. Wenn da einer aus der Piste kommt, steht er schnell mal im anderen Lauf", ist Mandl bewusst.

Deshalb würde man alle beteiligten Trainer und Helfer in den Besprechungen vor jedem Training akribisch briefen.

Trainings gemeinsam mit anderen Nationen werden zudem möglichst vermieden, um sprachliche oder funktechnische Irrtümer auszuschließen.

Sicherheits-Diskussion auf anderer Ebene

Die Sicherheits-Diskussion hat sich in den vergangen Jahren auf die Rennpiste verlegt. Zwar kommt es selbst dort immer wieder zu haarsträubenden Situationen, Zusammenstöße gab es aber keine mehr.

Dafür schwere Stürze wie jene von Silvano Beltrametti (Querschnittslähmung), Scott Macartney (Schädel-Hirn-Trauma), Aksel Lund Svindal (Unterleib), Matthias Lanzinger (Unterschenkel amputiert), Daniel Albrecht (Schädel-Hirn-Trauma) und zuletzt des Österreichers Hans Grugger.

Zu breite Ski wurden als häufigste Unfallauslöser eruiert. Deshalb wird gerade eine heftige Diskussion über die ab 2012/13 wieder längeren und schmäler werdenden Rennski geführt.

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