Positive Bilanz, kleine Mankos

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Positive WM-Bilanz mit kleinen Mankos

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Mehr als einen Monat nach der alpinen Ski-WM in Schladming blicken die Organisatoren immer noch zufrieden auf das "Skifest mit Herz" zurück, wissen nun aber, wo noch genauer gearbeitet gehört hätte.

Trotzdem liege die Latte für die kommenden Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek und St. Moritz hoch, meinte Organisationsdirektor Reinhold Zitz im APA-Gespräch.

Eine endgültige Bilanz werde voraussichtlich erst im späten Frühjahr vorliegen.

WM nicht mehr zu sehen

Laut Zitz könne man vor Ostern zumindest die Zuschauerzahlen auf 295.000 bis 300.000 eingrenzen.

Im Ort seien vergangene Woche die letzten noch sichtbaren Nachwehen der WM verschwunden.

Sportdirektor Hans Grogl erklärte, dass die Tribünen vollständig rückgebaut und abtransportiert wurden: "Von der WM zu sehen ist praktisch nichts mehr."

Positive Bilanz

Der Schladminger zog eine "grundsätzlich positive" Bilanz - auch am Stammtisch und in der Wirtschaft werde das so gesehen, auch wenn erst knapp 80 Prozent abgerechnet sei.

Die einen oder anderen "Reibungspunkte" bei 1.200 Mitarbeitern räumte "Mr. Nightrace" sehr wohl ein, diese seien aber "von außen aufgebauscht" worden.

"Gegenüber der WM 1982 hat sich viel verändert, vor allem bei den FIS-Vorgaben. Manche Schladminger dachten aber, man könne alles selber machen", sagte Grogl. Er habe sich nicht vom ÖSV als Veranstalter überrumpelt gefühlt.

"Die WM gehört der FIS"

Damit sprach Grogl auch einen der - seiner Einschätzung nach - wesentlichen Unterschiede zur ersten Ski-WM in Schladming an: "1982 gab es noch nicht diese FIS-Statuten, die etwa Sponsoring oder Sicherheit betrafen."

Er habe die Entwicklung im Ski-Sport seit damals mitgemacht und daher gewusst, dass es nicht mehr wie 1982 ginge: "Die WM gehört der FIS." Besser gefallen habe Grogl dennoch die WM 2013, "keine Frage".

Man sei mit der Zeit gegangen, an Charme verloren hätten die Weltmeisterschaften heuer jedoch nicht.

Kleine Mankos

Zitz blickte zwar ebenfalls positiv auf die WM zurück, kann im Nachhinein aber sehr wohl kleine Mankos ausmachen.

"In manchen Sektoren war die Tribünenkapazität nicht richtig kalkuliert, wir hatten etwa nicht bedacht, dass im Winter viele mit Rucksäcken ins Stadion kommen und daher weniger Platz sein wird. Aber niemand ist unfehlbar."

Dabei habe man bei den Vorbereitungen "nichts dem Zufall überlassen": "Wir haben alles hinterfragt, Pläne ausgearbeitet, um auf alles reagieren zu können", so der Organisationsdirektor.

Erst jetzt zeige sich, wie viel geschafft wurde und wie viel die umfassende Vorbereitung letztlich zum Erfolg beigetragen habe. "Die Latte liegt hoch, das haben die Organisatoren von Vail und St. Moritz schon bestätigt."

"Das Team fällt nun auseinander"

Bei aller Zufriedenheit über die gelungene WM sei auch etwas Wehmut dabei. "Das WM-Team fällt nun auseinander", bedauerte Zitz.

Mit Juni werde das WM-Büro nach der endgültigen Bilanz aufgelöst. Genauso wie vorher auf die WM freue sich der gebürtige Steirer nun auf den Urlaub.

Durch die Weltmeisterschaften auf den Geschmack gekommen sein dürfte der interimistische Geschäftsführer der Planai-Bahnen Georg Bliem: Nach der WM fiel die Entscheidung, dass er dem Unternehmen als Chef erhalten bleiben wird.

Dafür wird der gebürtige Ennstaler jedoch die Steiermark Tourismus Gesellschaft, wo sein Vertrag im Februar 2014 ausgelaufen wäre, als Geschäftsführer verlassen.

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