Das Comeback von Saalbach

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Herren feiern Speed-Comeback in Saalbach

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Saalbach-Hinterglemm ist ein Ort mit viel Tradition im Skisport.

In der knapp 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde im Salzburger Pinzgau fanden schon 1972/73 die ersten Weltcup-Rennen statt.

Erste Siegerin auf dem „Zwölferkogel“ war damals Annemarie Moser-Pröll. Die damals 19-Jährige gewann die Abfahrt und am folgenden Tag auch den Riesentorlauf. Die Premiere der Herren im Jahr darauf brachte ebenfalls einen österreichischen Erfolg. Hubert Berchtold, Thomas Hauser und Hansi Hinterseer feierten einen rot-weiß-roten Dreifach-Erfolg.

Zwei Rennen an einem Tag

In den Folgejahren war Saalbach-Hinterglemm immer wieder ein guter Boden für die Österreicher und gleichzeitig ein Platz für besondere Meilensteine in der Ski-Geschichte.

So etwa die Weltmeisterschaft 1991, bei der viele der heutigen ÖSV-Stars ihren Vorbildern zum ersten Mal auf die Skier schauten. Petra Kronberger (Gold in der Abfahrt), Ulrike Maier (Super G), Rudi Nierlich (Riesentorlauf) und der junge Stephan Eberharter (Gold in Super-G und Kombination) machten die Heim-WM zum Erfolg.

Im Jahr 1994 fand auf dem „Zwölferkogel“ die erste Herren-Sprintabfahrt der Geschichte statt – damals mit zwei Wertungs-Durchgängen. Dabei feierten die „Crazy Canucks“ Ed Podivinsky und Cary Mullen einen Doppelsieg, Patrick Ortlieb wurde als bester Österreicher Siebenter.

Ein Jahr darauf wurden in dem Ort an der Grenze zu Tirol gar zwei Weltcup-Rennen an einem Tag ausgetragen. Die Damen bestritten damals aufgrund einer Verschiebung zuerst eine Abfahrt und danach einen Super-G. Die Siegerinnen hießen Picabo Street (Abfahrt) und Heidi Zeller-Baehler (Super-G), die Österreicherinnen gingen leer aus.

Das letzte Rennen des Jahrhunderts

Nicht weniger spektakulär war mit Sicherheit der erste Weltcup-Nachtslalom in der Geschichte des Damen-Skisports, der 1998 ausgetragen wurde. Den Sieg sicherte sich die Deutsche Martina Ertl.

Letzer Sieger in Saalbach: Christian Mayer

Saalbach war auch Schauplatz des letzten alpinen Ski-Rennens im 20. Jahrhundert. Der Herren-Riesentorlauf am 22. Dezember 1999 endete mit einem ÖSV-Dreifach-Triumph durch Christian Mayer, Hermann Maier und Benjamin Raich.

Mit dem 20. Jahrhundert verabschiedeten sich auch die Weltcup-Rennen aus Saalbach-Hinterglemm.

Der Ort fand beim ÖSV in den letzten Jahren keine Berücksichtigung mehr, wenn es um die Vergabe der Rennen in Österreich ging.

Das Warten hat ein Ende

Einzig die Damen durften 2002 noch einmal Station in Salzburg machen. Die Herren warten bereits seit 16 Jahren auf eine Rückkehr auf den „Zwölferkogel“.

Doch das Warten hat ein Ende - 2015 feiert Saalbach-Hinterglemm sein Comeback als Weltcup-Ort. Am kommenden Wochenende steigt in der Gemeinde im Pinzgau ein Speed-Spektakel mit Abfahrt und Super-G der Herren.

Die Piste präsentiert sich in einem hervorragenden Zustand, packenden Rennen steht wohl nichts im Wege.

"In dieser Strecke ist alles drinnen, was wir von der FIS wollen. Die Strecke hat einen eigenen Charakter, den wir sonst nirgends im Weltcup haben", resümmierte FIS-Renndirektor Hannes Trinkl nach einem Lokalaugenschein.

Der spektakuläre Zielsprung

"Im oberen Teil haben wir viel Gelände und einen ordentlichen Sprung, dann folgt ein Highspeed-Bereich mit anspruchsvollen Kurven. Nach einer Traverse mit Sprung folgt Gott sei Dank ein etwas ruhigerer Streckenabschnitt, dann geht es wieder durch tolle Kurven in einen flacheren Teil. Der wunderschöne Zielsprung ist ein perfektes Finale", erklärte Trinkl.

„Das ist eine sehr selektive Abfahrt - für richtige Männer“, merkte auch Kjetil Jansrud nach dem ersten Training an. 

Bühne frei für Weltmeister

Neben der perfekten Piste kann sich auch das Teilnehmerfeld in Saalbach sehen lassen. Nicht weniger als vier frischgebackene Weltmeister werden am Start stehen.

Allen voran Hannes Reichelt, der als Super-G-Weltmeister beim Heimrennen zu den Top-Favoriten zählt. Auch Marcel Hirscher wird am Sonntag die „langen Latten“ anschnallen. Der zweifache Goldmedaillen-Gewinner von Vail überlässt beim Vorhaben vierter Gesamtweltcup-Sieg nichts dem Zufall und will so viele Punkte wie möglich einfahren.

Mit Patrick Küng (Abfahrts-Gold) und Ted Ligety (RTL-Gold) dürfen die Zuschauer zwei weiteren Weltmeistern bei der Arbeit zusehen. Ohne WM-Gold und mit 180 Punkten Rückstand im Gesamtweltcup ist Kjetil Jansrud nach Saalbach gekommen. Der Norweger will in Österreich „big points“ im Kampf um die große Kristallkugel sammeln.

ÖSV-Team präsentiert sich stark

Ein Ausrufezeichen setzte der Führende im Abfahrts- und Super-G-Weltcup gleich im ersten offiziellen Training. Jansrud erzielte bei strahlendem Sonnenschein und perfekten Pisten-Bedingungen Bestzeit, beging dabei jedoch einen Tor-Fehler.

Mannschaftlich stark präsentierten sich auch die Österreicher. Mit Max Franz (+0,09 Sekunden), Matthias Mayer (0,29), Romed Baumann (0,43), Vincent Kriechmayr (0,55), Georg Streitberger (0,60) und Hannes Reichelt (0,66) nahmen nicht weniger als sechs ÖSV-Läufer die Verfolgung von Jansrud auf.

Die Vorzeichen für ein spannendes Speed-Wochenende könnten also besser nicht sein. Und wer weiß, vielleicht wird auch das Weltcup-Comeback nach über 10 Jahren ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Saalbach-Hinterglemm.

Aus Saalbach berichtet Daniela Kulovits

 

Der neue Zielsprung in Saalbach/Hinterglemm

Ein von Klaus Kroell (@klauskroell) gepostetes Video am7. Feb 2015 um 6:41 Uhr

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