Fahrt ins Ungewisse

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Kein absoluter Favorit vor letzter Abfahrt des Jahres

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Die letzte alpine Weltcup-Abfahrt der Ski-Herren in diesem Jahr wird am Sonntag (11.30 Uhr, live ORF eins) auch ein wenig eine Fahrt ins Ungewisse.

Das Samstag-Training musste auf der für die Speed-Herren neuen Strecke wegen Schneefalls und schlechter Sicht abgesagt werden, womit die Aktiven nur einen Lauf in die Beine bekommen haben.

Ein absoluter Favorit ist daher nicht auszumachen.

Ferstl zurückhaltend

Denn der Freitag-Schnellste Josef Ferstl war auf der Piste "Deborah Compagnoni" nicht fehlerfrei hinuntergekommen.

Der Deutsche hatte im Steilhang ein Tor ausgelassen. "Mir ist es aber auch lieber, wenn ich nicht Favorit bin, dann gehe ich lockerer ins Rennen", meinte der noch bis Montag 25-jährige Sohn des ehemaligen Kitzbühel-Siegers Sepp Ferstl.

"Favoriten sind andere. Wenn mir aber ein guter Lauf gelingt, ist ein Top-Resultat drinnen. Alles Weitere wäre ein Traum."

Mayer mit besten Aussichten

Österreichs Hoffnungen trägt primär Matthias Mayer, er weist mit Rang sieben von Gröden die beste ÖSV-Platzierung in den bisherigen Saisonabfahrten vor.

Die Absage des Trainings bedauerte der Olympiasieger nur zum Teil: "Ich hätte auf jeden Fall gerne etwas getestet. Aber ich habe gestern schon eine ganz gute Fahrt gezeigt, daher macht es nicht so viel aus. Ich schaue der Abfahrt im Großen und Ganzen positiv entgegen."

Was dem 24-Jährigen abgeht, sind Sprünge im Schlussteil.

"Keine klassische Abfahrt"

In dieser Richtung hatte die Strecke in Bormio mehr zu bieten, an deren Stelle nun Santa Caterina im Weltcup-Kalender aufscheint. Der Steirer Klaus Kröll sieht in der neuen Piste zwar eine ordentliche Herausforderung, Gefallen findet er daran aber nicht.

"Es ist keine klassische Abfahrt, wo alle Elemente drinnen sind, wie es eben in Bormio ist."

Ähnlich argumentierte der Kärntner Max Franz: "Die schönere Abfahrt wäre schon Bormio gewesen. Hier ist es sehr speziell, Sotschi-ähnlich der obere Teil."

Für Reichelt ist Jansrud Favorit

Hannes Reichelt hat die Olympia-Abfahrt wegen eines Bandscheibenvorfalls verpasst, daher hat er aus Sotschi vom Februar keine Erfahrungswerte. "Jetzt muss ich halt improvisieren und auf meine Intuition hoffen", erklärte der Salzburger und ernannte Kjetil Jansrud trotz dessen 30. Trainingsrang zum erneuten Top-Favoriten.

Die Zeit der Österreicher werde aber auch bald wieder kommen. "Wir fahren ja schnell Ski. Nur von oben bis unten ist es noch nicht geglückt, aber das ist nur eine Frage der Zeit", meinte Reichelt.

Der Trainingsabsage fiel auch die interne ÖSV-Qualifikation zum Opfer. Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher nominierte Frederic Berthold und Markus Dürager für die zwei noch freien Plätze, sie waren am Freitag 23. bzw. 51. geworden. Daniel Danklmaier (53.), Joachim Puchner (59.) und Thomas Mayrpeter (63.) müssen zuschauen.

 

ÖSV-Aufgebot für Abfahrt in Santa Caterina: Matthias Mayer, Hannes Reichelt, Klaus Kröll, Georg Streitberger, Max Franz, Otmar Striedinger, Romed Baumann, Frederic Berthold und Markus Dürager

 

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