"Safety first" beim Olympia-Test

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Herren bestreiten Olympia-Test: Sicherheit geht vor!

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Die gemeinsame Reise beginnt für den alpinen Skitross der Herren in Zürich.

In drei Charterflugzeugen werden Athleten, Betreuer und Medienvertreter in die Schwarzmeer-Stadt Sotschi geflogen und mit Bussen vom Airport Adler in das rund 50 Kilometer entfernte Krasnaja Poljana gebracht.

Die ersten und einzigen Tests der Alpin-Herren im Weltcup auf den Olympiapisten des Rosa Khutor Resorts am Wochenende sollen ein Erfolg werden und kaschieren, dass das Projekt Winterspiele 2014 derzeit noch eine große Baustelle ist.

Konfliktregion ist nicht weit

Es ist auch eine Reise in ein Gebiet, das nicht weit weg von der Konfliktregion Nordkaukasus liegt. Im Februar 2011 sprengten Angreifer eine Liftstütze nahe des 5.633 Meter hohen Elbrus in die Luft.

Der Anschlag reihte sich in die Liste anhaltender Gewalt und versetzte die Ski-Familie in Schrecken, standen doch die alpinen Europacuprennen unmittelbar bevor.

"Aufgrund der Nähe zu den Grenzgebieten gilt hier die höchste Sicherheitsstufe. Im Gebiet Krasnaja Poljana sind derzeit 5.000 Sicherheitsleute", berichtete Wolfgang Mitter im Gespräch mit der APA.

Im Dienst des russischen Verbands

Der Steirer arbeitet seit Ende 2010 für den russischen Alpinskiverband und ist als Koordinator entscheidend in der Olympia-Vorbereitung engagiert.

Der Generalsekretär der Nordischen Ski-WM 1999 in Ramsau verbrachte im vergangenen Jahr viel Zeit in Krasnaja Poljana, ist u.a. für den reibungslosen Ablauf von Transport, Hotelunterbringung, Akkreditierung verantwortlich und hat mit seinem Team Schulungen u.a. in Sölden und Kitzbühel durchgeführt.

Mitter ist aber auch auf den Pisten unterwegs oder checkt die Arbeitsbedingungen für Medien.

Sicherheit geht über alles

"Am Samstag bin ich ohne Akkreditierung aus dem Hotel gegangen, ich kam hundert Meter weit", machte Mitter deutlich, dass ohne sichtbar getragenen Ausweis nichts geht.

"Es gibt Securitychecks wie auf dem Flughafen. Jetzt bin ich gerade mit der Gondel raufgefahren und viermal kontrolliert worden.

Das ist ein bisschen heavy", bekannte er und berichtete von täglichen Diskussionen darüber, ob man nicht doch zu streng vorgehe. Andererseits betonte Mitter aber auch, dass er sich aufgrund dieser Maßnahmen auch sehr sicher fühle.

Vom Gebirgsdorf zur Hotelkette

Der Ort am Fuße der Olympiapisten liegt auf etwa 600 Meter Seehöhe und ist umgeben von den Bergen des Kaukasus. Einst ein kleines Gebirgsdorf, hat sich in den vergangenen Jahren Hotel an Hotel gereiht, drei Gondelbahnen entstanden.

"Ursprünglich hatte der Ort nichts zu bieten, wegen Olympia ist wahnsinnig viel gebaut worden, Hotels und die dementsprechende Infrastruktur. Der Großteil ist aber noch nicht fertig", erzählte Mitter.

Vom Tal kommt man per Gondel oder Auto bis in den Zielbereich 960 Meter über dem Meer. Der Start der Herrenabfahrt liegt auf 2.045 Meter.

Mitter mit Präsident Medwedew

"Ein schöner Ausblick"

Als Mitter am Sonntagnachmittag an der Bergstation ankam, bot sich ihm bei null Grad Celsius ein schöner Ausblick. "Hier beginnt der Kaukasus, ein herrliches Panorama", schilderte er.

Im Zielbereich hatte es Plusgrade. Mit Fortdauer der Woche soll es kälter werden, bis zu minus 17 Grad. Der Neuschnee kam schon vor zwei Wochen, eineinhalb Meter fielen auf die Kunstschneeauflage, die Rennpisten wurden mit dem Injektionsbalken präpariert.

"Es schaut sehr gut aus. Der Kurs wurde bereits provisorisch gesetzt. Was Hotels und Transport betrifft, haben wir alles im Griff. Jetzt hoffen wir, dass das Wetter hinhaut."

Sehr selektive Abfahrt

Die von Bernhard Russi designte Herrenabfahrt bezeichnet Mitter als sehr selektiv. "Es geht ganz schön zur Sache." Vor einem Jahr wurden mit anderer Streckenführung Europacuprennen ausgetragen.

Wegen innerhalb von zwei Tagen gefallener zwei Meter Neuschnee und Lawinengefahr fand nur eine Herren-Abfahrt statt, der Sieg ging an den Österreicher Manuel Kramer, Johannes Kröll wurde Dritter.

Rot-weiß-rote Dreifachsiege

Wenige Tage später gab es bei den Damen auf der flachen Gleiterstrecke neben der Herren-Strecke zwei rot-weiß-rote Dreifachsiege, den ersten durch Mariella Voglreiter, Tamara Tippler und Mirjam Puchner, den zweiten durch Stefanie Moser, Voglreiter und Tippler.

Moser gewann auch den Super-G. Die Damen-Abfahrt wurde danach von Russi nochmals umgebaut, was freilich nichts mit den österreichischen Erfolgen zu tun hatte. Vielmehr will man den Damen Anspruchsvolleres bieten. Investiert wurde auch in den Lawinenschutz, nach den Neuschneemassen zuletzt wurden die Kanonen getestet.

Homebase in Ramsau

Wolfgang Mitter kommt auf zehn bis zwölf Russland-Reisen im Jahr. Das ist aber nur ein Teil seiner Arbeit, weil sich der Skisport in Mitteleuropa abspielt, hat er in Ramsau eine Homebase für die Russen eingerichtet. Er hat im russischen Verband viele Aufgaben über, dazu zählen Teammanagement, Schaffen von neuen Strukturen und Trainerausbildungen.

Die Herren tragen in Krasnaja Poljana am Samstag eine Abfahrt und am Sonntag eine Super-Kombination aus. Die Damen haben eine Woche später das gleiche Programm vor sich.

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