Nach Olympia-Test sind jetzt die Damen am Zug

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Sieht man vom österreichischen Abschneiden mit Rang fünf durch Benjamin Raich in der Super-Kombination und sechs durch Joachim Puchner in der Abfahrt als beste rot-weiß-rote Platzierungen ab, ist der erste Weltcup in Krasnaja Poljana eine gelungene Generalprobe für die Winterspiele 2014 gewesen.

Am Dienstag reisen die Damen nach Russland und absolvieren am Wochenende ebenfalls zwei Rennen.

Der russische Ski-Verband erhofft sich mit neuen Strukturen einen Aufschwung.

ÖSV-Damen sind gespannt

Der Schweizer Beat Feuz in der Abfahrt und der Kroate Ivica Kostelic in der Super-Kombination (für heute, Montag, sind weitere Untersuchungen am schmerzenden Knie angesetzt) waren die großen Gewinner auf den Olympiastrecken.

Bei der Weltcup-Premiere in Soldeu (Andorra) setzten sich im Slalom die Salzburgerin Marlies Schild und im Riesentorlauf die Französin Tessa Worley durch.

Die Riesentorlauf-Fünfte Elisabeth Görgl, die sich bei einem Tor die Hand angeschlagen und geprellt hat, freut sich auf das Abenteuer Sotschi.

"Ich bin schon sehr gespannt, was uns dort erwartet, auf die Pisten, die Kurssetzung, die Infrastruktur", meinte die Steirerin.

Schweres Gerät auf der Piste

Die Herren bekamen es mit einer sehr eisigen "Rosa Khutor" zu tun, die Piste der Damen wurde am Wochenende noch einmal mit schwerem Gerät bearbeitet.

Auch der Damen-Tross ist im kürzlich eröffneten Hotel "Park Inn" untergebracht, an die verschärften Sicherheitskontrollen haben sich die Athleten vergangene Woche schnell gewöhnt.

Für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung wird wieder der Steirer Wolfgang Mitter entscheidend beteiligt sein, er ist stellvertretender Leiter des Organisationskomitees und Alpin-Koordinator im russischen Verband.

Seine sportliche Ausbeute vom vergangenen Wochenende: die Plätze 44 und 45 für Alex Glebow und Andrej Bystrow in der Abfahrt.

Gutes Verhältnis zur Politik

Rund 70 Athleten und Athletinnen umfassen die alpinen Kader der Russen, die Ziele sind langfristig gesteckt.

"Erst müssen wir eine Breite im Nachwuchsbereich schaffen, um einmal wie andere kleinere Alpinländer auch mithalten zu können. Wir müssen ja nicht gleich den Nationencup gewinnen", sagte Mitter und hofft, auch entsprechend Zeit dafür zu bekommen.

"Das weiß man hier nie. Aber Gott sei Dank habe ich zu den Politikern ein recht gutes Verhältnis und versuche, ihnen das zu erklären. Aber das ist sehr schwierig."

Kommt Kooperation mit dem ÖSV?

Krasnaja Poljana soll künftig eines der Trainingszenten für die russischen Alpinen werden, die im steirischen Ramsau auch eine Basis in Mitteleuropa haben.

Mitter hofft auch auf Kooperationen mit dem Österreichischen Skiverband und will seinerseits bei der positiven Erledigung von Trainingsanfragen des ÖSV in Krasnaja Poljana mithelfen.

Jeder zusätzliche Kilometer auf den Olympiastrecken vor den Winterspielen kann Gold wert sein.

"Müssen sofort ein Zeichen setzen"

Den Russen freilich wird auch der Heimvorteil in zwei Jahren nicht zur Erfüllung des Medaillentraums verhelfen, ein Topplatz würde aber schon helfen, um den langfristen Aufbau fortführen zu können.

"Wir haben einen, Sergej Maitakow, der ist Jahrgang 90. Er ist im Europacup weit vorne, vielleicht bekommen wir ihn auf die Spiele hin. Man muss jetzt sofort irgendein Zeichen setzen, damit man in Ruhe weiterarbeiten kann", erklärte Mitter.

Positiv aufgenommen wurde auch die Slalom-Bronzemedaille von Jekaterina Tkatschenko bei den Olympischen Jugendspielen in Innsbruck.

Internationales Trainer-Team

"2014 wird für uns noch ein bisserl zu früh kommen, aber 2015 bis 2017 sehe ich große Chancen. Aber wir reden nicht von Medaillen, sondern davon, wenn jemand im zweiten Durchgang um die Plätze 12 bis 16 mitfährt. Das ist Weltklasse", sagte Mitter.

Ihm hilft es in seiner Funktion, dass er Österreicher ist. "Damit habe ich bei den Russen skisportmäßig natürlich gleich einen Stein im Brett."

Cheftrainer ist mit Urban Planinsek ein Slowene, der Salzburger Gerhard Huttegger ist im Mädchenbereich engagiert.

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