"Habe viel Vorsprung, ist nicht so schwer zu machen"

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Die designierte Gesamt-Weltcup-Siegerin Tina Maze und die frisch gebackene Weltmeisterin Marion Rolland wollen am Samstag in der Abfahrt in Meribel alpine Ski-Weltcup-Geschichte schreiben.

Für Rolland geht es um den ersten Heimsieg einer Französin seit 41 Jahren - im Dezember 1971 gewann Jacqueline Rouvier in Val d'Isere -, und Maze möchte nach der Salzburgerin Petra Kronberger (1990/91) und der Kroatin Janica Kostelic (2005/06) als erst dritte Skirennläuferin in einer Saison Siege in allen fünf Disziplinen feiern.

Ein Podestplatz fehlt zur Bestmarke

Maze landete im Abschlusstraining am Freitag 0,49 Sekunden hinter der Tirolerin Regina Sterz und 0,29 vor der US-Amerikanerin Julia Mancuso (+0,78 Sek.), die allerdings im unteren Teil ebenso wie die sechstplatzierte Rolland (1,11) stark nachließ, auf Platz zwei, der ihr am Samstag für einen anderen Weltcup-Rekord reichen würde.

Die 29-jährige Slowenin hält bei 17 Podestplätzen im WM-Winter, womit ihr nur noch einer auf die Bestmarke der Liechtensteinerin Hanni Wenzel (1979/80) und der Schwedin Pernilla Wiberg (1996/97) fehlt.

Höfl-Riesch mit 888 Punkten Rückstand

In der Super-Kombination am Sonntag zählt Vizeweltmeisterin Maze ebenfalls zum engsten Favoritenkreis und könnte sich bereits neun Rennen vor Schluss erstmals zur Weltcup-Gesamtsiegerin krönen, vorausgesetzt sie verlässt Meribel mit mehr als 900 Punkten Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin.

Die zweitplatzierte Deutsche Maria Höfl-Riesch, die im letzten Training Siebente (+1,27) wurde, hat bereits 888 Zähler Rückstand auf die Saison-Dominatorin.

"Ist nicht mehr schwer zu machen"

"Das ist doch schon alles klar. Bei elf noch ausständigen Rennen und fast 900 Punkten Vorsprung, was soll man da noch machen", betonte Höfl-Riesch am Freitag, dass für sie die Entscheidung um die große Kristallkugel bereits gefallen ist.

"Ich habe viel Vorsprung, das ist jetzt nicht so schwer zu machen", meinte Maze, die sich in Meribel "sehr wohl" fühlt und noch immer voller Ehrgeiz ist.

"Kirchi" im Training nur auf Rang 43

20 Podestplätze in 19 Weltcup-Rennen

In der Super-Kombination stehen die Chance auf ÖSV-Podestplätze viel besser, sind doch die Damen des mit Saisonende scheidenden Cheftrainers Herbert Mandl in den bisher 19 Weltcup-Rennen in dieser noch jungen Disziplin (seit 2006) insgesamt 20-mal aufs Podium gefahren.

Als aussichtsreichste Österreicherin gilt erneut die WM-Dritte und Teamweltmeisterin Hosp, die als einzige auch in den jüngsten drei Weltcup-Super-Kombis immer unter den ersten drei landete.

"Bin überhaupt nicht fit"

"Das ist eine voll lässige Strecke, auch die Piste ist traumhaft beieinander. Vom Kopf her bin ich nach der WM absolut auf der Euphoriewelle, aber körperlich verfolgt mich die Grippewelle", gab Hosp nach Platz 24 im Training zu Protokoll.

"Ich bin überhaupt nicht fit, muss in der Abfahrt passen und meine Kräfte für Sonntag sparen. Ich möchte noch einmal aufs Podium fahren und werde Gas geben. Bei einer guten Abfahrt ist dann im Slalom auf diesem selektiven Hang, der mir taugt, sehr viel möglich."

Kirchgasser will sich "fitschlafen"

Kirchgasser stapfte nach Rang 43 hüstelnd durchs Zielgelände.

"Ich wollte die Abfahrt in Angriff nehmen, aber so hat das gar keinen Sinn, sonst ist auch der Sonntag-Start gefährdet. Ich schaue, dass ich mich wieder 'fitschlafe' und hoffe, dass es dann am Sonntag funktioniert", erklärte die Slalom-Vizeweltmesiterin, die nach ihrem vierten WM-Platz in der Super-Kombi auf Revanche aus ist.

"Ich habe eine Supersaison gehabt und will nun auch noch um die Abfahrt-, Super-G- und Slalom-Kugel kämpfen."

Sterz will Trainings-Leistung im Rennen zeigen

Für Österreichs Damen geht es in der Meribel-Abfahrt dagegen um Wiedergutmachung für das schwache Abschneiden bei der Heim-WM in Schladming, wo Sterz ebenfalls mit Trainingsbestzeiten aufgezeigt, dann aber nur Rang 18 belegt hatte.

"Es schaut sehr gut aus. Ich hoffe, dass ich meine Trainingsleistung jetzt endlich auch einmal im Rennen umsetzen kann", sagte Sterz und ließ eine Kampfansage Richtung Rolland folgen: "Drehen wir morgen den Spieß um und gewinnen bei ihr daheim!"

ÖSV-Damen angeschlagen

Die 27-Jährige war die einzige ÖSV-Dame in den Top Ten, allerdings musste Anna Fenninger die letzte Übungsfahrt wegen einer leichten Erkrankung auslassen.

Die Salzburgerin wird jedoch im Gegensatz zu den nach der Heim-WM ebenfalls angeschlagenen Medaillengewinnerinnen Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser die Spezialabfahrt bestreiten.

Auch Höfl-Riesch vor Rekord

"Die Abfahrt könnte mir liegen, wenn ich nicht so blöd herumtue wie heute. Wenn ich mich da richtig runterhaue, könnte was drinnen sein."

Weltmeisterin Höfl-Riesch könnte mit einem Sieg ihre bereits fünfte Super-Kombi gewinnen. Das hat im Weltcup bisher nur die verletzte US-Amerikanerin Lindsey Vonn geschafft.

Allerdings hat Höfl-Riesch bisher noch nie in ein Weltcup-Triumph in Frankreich gefeiert.

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