Knackt Vonn in Cortina Moser-Prölls Allzeitrekord?

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Mit Bestzeit im einzigen Training hat Lindsey Vonn in Cortina d'Ampezzo ihre Anwartschaft auf einen weiteren Triumph und damit die Einstellung des Siegrekordes von Annemarie Moser-Pröll dokumentiert.

Die US-Amerikanerin war am Donnerstag mit 1:38,42 Min. Schnellste, 0,12 vor Landsfrau Julia Mancuso sowie 0,18 vor Tina Maze aus Slowenien. Beste Österreicherin war Nicole Hosp (+0,71) auf Platz fünf.

Magische Zahl 62

Nach der Absage in Bad Kleinkirchheim stehen in Cortina gleich zwei Abfahrten (Freitag und Samstag) sowie ein Super-G am Sonntag auf dem Programm.

Vonn hat beim Klassiker im italienischen Dolomiten-Nobelort bereits sieben Mal gewonnen, drei Mal die Abfahrt und vier Mal den Super-G.

Die Abfahrts-Olympiasiegerin von 2010 hält bei insgesamt 61 Weltcupsiegen und würde mit einem weiteren Erfolg den Allzeit-Rekord von Moser-Pröll (62) egalisieren. Mehr Siege im Weltcup hat insgesamt nur der Schwede Ingemar Stenmark mit 86 vorzuweisen.

"Der Fokus liegt bei mir aber ganz auf gutem Skifahren", betonte Vonn nach ihrer Bestzeit auf einer superschnellen Tofana aber, dass sie sich nicht vorrangig am möglichen Rekord orientiert.

Die Chancen, dass eine der im WM-Winter in der Abfahrt noch sieglosen ÖSV-Damen den ersten Rekordversuch am Freitag (9.30, live ORF 1) stört, sind zumindest gegeben.

Komplettiert Nicole Hosp ihre Sammlung?

Nicht in die Spur gekommen ist bisher Andrea Fischbacher. Ohne baldiges Spitzenergebnis droht der Super-G-Olympiasiegerin von 2010, nach Olympia in Sotschi 2014 auch die WM 2015 in den USA zu verpassen.

Hoffnung, Vonn einen Strich durch die Rechnung zu machen, hat auch Maze.

Die slowenische Allrounderin führt überlegen im Weltcup und hat diesen Winter schon in Slalom (Levi), Abfahrt (Lake Louise) und Riesentorlauf (Aare) gewonnen.

Seit ihrem verpatzten Saisonstart in Sölden ist Maze in jedem Rennen in den Top-Neun ins Ziel gekommen.

Im Vorjahr standen ebenfalls zwei Abfahrten in Cortina auf dem Programm, Maze gewann die zweite.

"Aber bei drei Speed-Rennen sollte es sich ausgehen, dass Lindsey eines davon gewinnt", ist etwa Anna Fenninger überzeugt, dass die lange verletzt gewesene Vonn in Italien den Sack zu macht.

Hosp auf eigener Rekordjagd

Während die Super-G-Olympiasiegerin Fenninger im einzigen Training als Zehnte etwas unter ihren Erwartungen blieb, zeigte Hosp als Fünfte, dass auch ihr Traum lebt. Und das, obwohl sie noch am Dienstag den Flachau-Slalom bestritten hatte.

Ein Abfahrts-Sieg ist das große noch verbliebene Karriere-Ziel der Tirolerin, die in dieser Saison schon einen Slalom (Aspen) gewonnen hat. "Die Umstellung von den kurzen auf die langen Ski war zäh, ich habe nicht jeden Schwung perfekt getroffen", erklärte sie.

Von der schnellen Piste war neben Fenninger ("Da geht es ordentlich zur Sache") auch Hosp angetan. "Ich möchte hier zumindest mein WM-Ticket klar machen, damit ich in den USA nicht Qualifikation fahren muss", hat sich Hosp zwei Wochen vor dem Beginn der WM in Beaver Creek für die Rennen unter der Tofana vorgenommen.

Ob alle drei Bewerbe planmäßig über die Bühne gehen, muss aber bezweifelt werden.

Herrschten am Donnerstag noch gute Bedingungen, ist von Freitag auf Samstag intensiver Schneefall angekündigt.

Vonn tut also gut daran, möglichst gleich am Freitag ihren 62. Sieg einzufahren. Die Amerikanerin hat in offenbar großer Erwartung einen Großteil ihrer Familie nach Cortina eingeladen. Neben ihrer Schwester sind auch ihre Eltern mit den jeweils neuen Partnern zugegen.

Kampf ums WM-Ticket

Neben Fenninger und Elisabeth Görgl, die im Training bei einer haarigen Situation viel Glück hatte, darf sich auch Cornelia Hütter derzeit als WM-Starterin fühlen. Um den vierten Platz kämpft Hosp mit Nicole Schmidhofer und Co. Die kleine Steirerin hat sich hier schon 2013 als Zweite im Super-G noch für die Schladming-WM qualifiziert.

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