Trotz Scheidungs-Frust die große Favoritin

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Knapp eine Woche nach den Herren legen auch die alpinen Skidamen mit den ersten Speedrennen der Saison los.

In Lake Louise (Kanada stehen) wie immer zwei Abfahrten (Freitag, Samstag) sowie ein Super-G (Sonntag) auf dem Programm.

Obwohl die Österreicherin Elisabeth Görgl erstmals als Weltmeisterin in beiden Speed-Disziplinen antritt, ist US-Star Lindsey Vonn trotz privater Probleme die große Favoritin.

Vonn und Lake Louise - das passt

Denn Vonn hat in Kanada einen einzigartigen Rekord vorzuweisen. In Lake Louise hat sie bei bisher 26 Starts 14 Podiumsplätze geholt, acht davon als Siege.

"Ich liebe Lake Louise", brachte die 27-jährige Abfahrts-Olympiasiegerin ihre Beziehung zur Skistation in Alberta auf den Punkt.

An Götschl vorbeiziehen

"Normalerweise ist es hier kälter als diesmal. Ich habe aber immer einen guten Rhythmus hier, das ist wie zu Hause für mich", erklärte die Siegerin von 42 Weltcuprennen und 21 Abfahrten.

In der aktuellen Saison wird sie wohl Renate Götschl (46 Siege/24 Abfahrten) überholen und an Rennsiegen hinter Annemarie Moser-Pröll (62) und Vreni Schneider (55) auf Platz drei der Rangliste der erfolgreichsten Fahrerinnen aller Zeiten vorrücken. Vonn: "Ich bin bereit für das Wochenende."

Das Triple liegt in der Luft

Vor zwei Jahren hatte Görgl mit ihrem ersten Speed-Sieg überhaupt freilich den Hattrick von Vonn in Lake Louise verhindert, im Vorjahr dafür Vonn im letzten Moment ihrer damals noch besten Freundin Maria Riesch das mögliche Triple vermasselt.

Es war der Beginn eines gnadenlosen Zeikampfes über vier Monate, an dessen Ende sich die am Ende schwächelnde Riesch hauchdünn um drei Punkte über die Ziellinie rettete und erstmals Weltcup-Gesamtsiegerin wurde.

Abseits der Piste

Seitdem hat sich auch im Leben der Deutschen viel getan.

Sie heiratete ihren Manager Marcus Höfl, nahm deutlich ab und zeigte erst kürzlich bei einem Bunte-Fotoshooting Wespentaille.

Die Sorge, dass sie durch den Gewichtsverlust Substanz fürs Rennfahren verlieren könnte, entkräftete Riesch nach zwei verpatzten Riesentorläufen vergangenen Sonntag mit Platz drei im Slalom von Aspen.

Mit einem guten Gefühl

"Lake Louise war immer gutes Pflaster für mich. Da kommt man mit einem viel besseren Gefühl hin als an einen Ort, wo man noch nie gut war oder sich sogar schon mal verletzt hat", erklärte die Deutsche, die sich in den vergangenen Jahren mit Vonn die meisten Speed-Siege geteilt hatte.

Die Hänger im Riesentorlauf gleich am Saisonbeginn seien laut Riesch zu verkraften. "Vielleicht läuft's heuer ja umgekehrt und ich bin dafür im Finish stark", sagte die ebenfalls 27-jährige aus Garmisch lachend.

Ihre PR-Termine im Herbst seien kompakt und effizient geplant gewesen. "Es ist wichtig, dass der Sport nicht darunter leidet."

Mit oder ohne Tor schnell

Österreich stellt in Lake Louise mit Görgl die Weltmeisterin in Abfahrt und Super-G sowie mit Andrea Fischbacher die Olympiasiegerin im Super-G.

Dass Vonn bei ihrer ersten Bestzeit Tore ausgelassen hatte, spielte für Görgl keine Rolle.

"Sie hatte auch sehr gute Passagen und hat mir alleine im oberen Teil eine halbe Sekunde abgenommen", schätzt Görgl ihre große Rivalin weiter ganz stark ein.

Vorfreude bei Fenninger

"Wichtig ist, dass man es im Rennen punktgenau umsetzt, erinnerte die Steirerin an ihre WM-Vorstellungen.

"Ich werde versuchen, das alles wieder abzurufen. Dann ist vielleicht in Lake Louise ein guter Platz drin."

Auch Anna Fenninger möchte nach zwei starken Riesentorlauf-Leistungen auch im Speed nachlegen. "Ich freue mich, dass es endlich los geht."

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