Lindsey Vonn verzichtet auf Sölden-Start

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US-Ski-Aushängeschild Lindsey Vonn wird beim Damen-Riesentorlauf am Samstag in Sölden (9.30/12.45 Uhr) nicht am Start stehen.

Das gab die 31-Jährige am Freitagnachmittag via Facebook bekannt. Der eisige Hang auf dem Rettenbachgletscher und der Umstand, dass sie sich erst vor zehn Wochen den Knöchel gebrochen hat, hätten sie zu dieser Entscheidung veranlasst, teilte Vonn mit.

"Auf vorsichtigeren Seite"

"Wenn die Schneebedingungen andere wären, wäre wahrscheinlich auch meine Entscheidung eine andere. Aber in dieser Phase meiner Karriere denke ich, es ist besser, auf der vorsichtigen Seite zu sein", schrieb die US-Amerikanerin.

Vonn wolle nun am 28. November mit dem Riesentorlauf in Aspen in die Saison einsteigen.

"Hat sich toll angefühlt"

Am Donnerstag hatte Vonn erstmals nach ihrem im August in Neuseeland erlittenen Knöchelbruch wieder auf Schnee trainiert.

Sie habe insgesamt acht Läufe mit Toren absolviert, davor im freien Gelände einige Schwünge gezogen. Danach berichtete sie direkt euphorisch von ihren Eindrücken.

"Es hat sich toll angefühlt. Ich habe gleich begonnen zu attackieren. Es war ein richtig gutes Gefühl, wieder auf Schnee zu sein", sagte Vonn. Den Knöchel habe sie überhaupt nicht gespürt. "Er hat nicht geschmerzt und war nachher nicht geschwollen. Alles in allem war es ein großartiger Tag, viel besser als erwartet."

"Verletzungen kein mentales Problem"

Psychisch habe die Ausnahme-Fahrerin durch die Verletzung jedenfalls keinen Knacks erlitten.

"Verletzungen sind für mich kein mentales Problem. Wenn ich physische Schmerzen habe, das zieht mich runter." Skifahren mache ihr noch immer riesigen Spaß. "Ich liebe alles daran. Es wird nie langweilig."

Im Dezember 2014 hatte die vierfache Gesamtweltcup-Siegerin ein erfolgreiches Comeback nach einer langen Zwangspause gefeiert. 2013 hatte sich erst bei der WM in Schladming im Februar und dann nochmals im November das Kreuzband im rechten Knie gerissen und konnte dadurch auch nicht bei an den Olympischen Spiele 2014 in Sotschi teilnehmen.

Bis zum Saisonende feierte Vonn acht Siege und hält damit nun bei 67. Im Gesamtweltcup belegte sie hinter Anna Fenninger und Tina Maze Platz drei.

Favoritenrolle bei Shiffrin

Dass diese beiden heuer nicht dabei sein werden, sieht Vonn nicht als wesentlichen Vorteil im Kampf um den Gesamtweltcup. Denn auch die übrige Konkurrenz habe es in sich.

Als Hauptrivalin sieht Vonn ihre Landsfrau Mikaela Shiffrin an, daneben nannte sich auch die Schweizerin Lara Gut und die Deutsche Viktoria Rebensburg.

"Mikaela ist definitiv die Favoritin", sagte Vonn über ihre 20-jährige Teamkollegin. "Sie hatte eine großartige Saison im Riesentorlauf letztes Jahr." Sie selbst müsse vor allem in den Speed-Disziplinen dominieren. "Ich muss so viele Rennen gewinnen, wie ich kann."

Sollte die US-Amerikanerin am Ende der Saison ihre fünfte große Kristallkugel gewinnen, wäre sie die älteste Gesamtweltcup-Siegerin überhaupt.

Aktuell ist die Schweizerin Vreni Schneider mit 30 die älteste Kugel-Gewinnern. Vonn will definitiv bis zu den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang weiterfahren.

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