Droht ein neuer "Zicken-Krieg"?

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Höfl-Riesch sauer: "Das hat Lindsey nicht nötig!"

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Flammt da gerade der „Zicken-Krieg“ im Ski-Weltcup neu auf?

Eigentlich sind Lindsey Vonn und Maria Höfl-Riesch doch wieder beste Freundinnen.

Vergangene Saison gab es eine Aussprache nach einem großen Streit, der darin gipfelte, dass die US-Amerikanerin ihrer Konkurrentin bei Weltcup-Finale 2010/2011 nicht zum Gewinn der großen Kristallkugel gratuliert hatte.

In ihrer kürzlich erschienenen Biografie schreibt Höfl-Riesch über den Konflikt mit Vonn und hält im letzten Kapitel fest, dass man versöhnt und wieder alles eitel Wonne ist.

"Will nur ein Extra-Training"

Doch jetzt, rechtzeitig vor Beginn der neuen Saison am 27. Oktober in Sölden, droht neuer Ungemach.

Die Ankündigung von Lindsey Vonn, dass sie in Lake Louise in der Männer-Abfahrt starten möchte, stoßen der 27-Jährigen sauer auf.

„Sie will sich dadurch ein Extra-Training für die Damen-Abfahrt organisieren“, ärgert sich Höfl-Riesch und schickt nach: „Eigentlich hätte Lindsey das gar nicht nötig, denn sie hat ja letzte Saison eh souverän gewonnen.“

Das 300-Punkte-Wochenende

Aber geht es Höfl-Riesch wirklich nur um das Extra-Training?

Denn bei einem Start in Lake Louise würde sie nicht nur die Damen-Rennen in Aspen (Slalom und Riesentorlauf; Anm.) verpassen, sonderm vor allem die Rennen in Lake Louise, bei denen sie im Vorjahr abgeräumt hat.

Mit 300 Punkten legte sie den Grundstein für den Gewinn des Gesamt-Weltcups bereits früh in der Saison.

Kein Start in beiden Rennen

Das weiß natürlich auch Vonn, die, sollte sie wirklich bei den Herren starten, aufgrund des Reglements (FIS-Regel 14.2; Anm.) nicht auch das Frauen-Rennen in Lake Louise bestreiten dürfte.

„Entweder oder, beide Rennen wird sie auf keinen Fall fahren“, lässt FIS-Renndirektor Günter Hujara wissen. Und Damen-Rennchef Atle Skaardal ergänzt: „Fünf Tage vorher darf niemand auf die Piste, um dort zu trainieren.“

Einig sind sich auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und DSV-Alpinchef Wolfgang Meier: „Das ist nicht mehr als ein guter PR-Gag!“

Noch kein Bestseller

Genau das könnte das Problem von Maria Höfl-Riesch sein. Denn Fakt ist, dass Vonn mit ihrem Wunsch nach dem ersten Geschlechter-Duell im Ski-Weltcup die viel diskutierte Biografie- Stichwort „Porno-Zirkus“ aus den Schlagzeilen verdrängt hat.

In den Bestseller-Listen auf „Spiegel Online“ und „Amazon“ (Top-100; Anm.) sucht man „Geradeaus – Höhen und Tiefen meines Lebens“ vergeblich.

Genau wie wahrscheinlich Lindsey Vonn auf den vorderen Plätzen in der Herren-Ergebnisliste.

Keine Chance gegen Männer

Bei ihrem zweiten Sieg im Vorjahr raste sie mit 1:51:35 Minuten in ihrer eigenen Liga, verwies die Französin Marie Marchand-Arvier mit fast zwei Sekunden Rückstand auf Platz zwei.

Bei den Herren – allerdings auf etwas anderer Strecke und bei anderer Kurssetzung – wäre die 28-Jährige damit 64. und also Drittletzte geworden.

Experten haben zudem errechnet, dass die Downhill-Dominatorin, die im Vorjahr fünf Abfahrten gewonnen und bei zwei weiteren am Stockerl gestanden hat, zwischen vier und fünf Sekunden Rückstand auf die Siegerzeit haben wird.

Wie geht es weiter?

Jetzt ist der US-Verband am Zug, der einen Herren-Startplatz für seine schnellste Dame beantragen muss.

„Für uns existiert der Fall nicht, da sich ein Athlet nicht direkt an die FIS wenden kann“, wartet Hujara noch auf einen entsprechenden Antrag.

Dass dieser bis zum nächsten FIS-Meeting am 3. und 4. November kommt, gilt aber als unwahrscheinlich.

Gespräche am Wochenende

„Wir respektieren Lindseys Wunsch nach einer neuen Herausforderung, aber wir hatten bis jetzt noch nicht die Möglickeit, das mit ihr und der FIS zu besprechen“, lässt der Verband in einer Aussendung wissen.

Am Samstag hat Vonn aber die Möglichkeit, den USSA-Verantwortlichen persönlich zu überzeugen.

Und sollte es nicht klappen, so hat sie zumindest ein schönes Kapitel für eine mögliche Biografie …

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