ÖSV-Ladies sind ratlos

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Lindsey Vonn ist in Sotschi haushohe Favoritin

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Weltcup-Dominatorin Lindsey Vonn hat ihre Favoritenrolle für den Test der Olympia-Abfahrt in Sotschi am Freitag eindrucksvoll unterstrichen.

Die US-Amerikanerin erzielte im Abschlusstraining in Krasnaja Poljana überlegene Bestzeit und wird damit auch im Rennen am Samstag nur schwer zu schlagen sein.

1,27 Sekunden hatte Vonn auf die zweitplatzierte Slowenin Tina Maze gut, Weltmeisterin Elisabeth Görgl landete mit 1,49 Sekunden Rückstand auf Rang drei.

Fischbacher und Fenninger ratlos

Görgl dürfte auch die einzige Österreicherin sein, die in der Abfahrt um einen Spitzenplatz mitreden wird. Andrea Fischbacher (+2,50 Sek.) und Anna Fenninger (2,79) wirkten nach den Trainingsrängen 11 bzw. 15 ein wenig ratlos.

Vonn dagegen fand sich auf der unruhigen, zum Teil etwas aufgeweichten Piste blendend zurecht. "Es ist eine ganz spezielle Strecke, sie gefällt mir sehr gut", erklärte die 27-Jährige, die 2014 in Sotschi erneut Olympia-Gold holen will.

Im Weltcup längst auf und davon

Die Kristallkugeln scheinen Vonn ohnehin nicht mehr zu nehmen zu sein. Im Gesamtweltcup führt die US-Amerikanerin 410 Punkte vor Maze, im Abfahrtsweltcup 230 vor der Liechtensteinerin Tina Weirather.

Schon am Samstag dürfte sie zum fünften Mal in Serie als Siegerin im Spezialweltcup feststehen. Der 51. Weltcup-Sieg scheint vorprogrammiert, dabei war Vonn mit ihren Trainingsleistungen noch nicht einmal rundum zufrieden.

Vonn will noch einmal zulegen

"Mein Lauf war nicht perfekt", betonte Vonn. "Ich habe nur probiert, die richtige Linie zu finden. Hoffentlich kann ich im Rennen offensiver fahren." Eine Drohung in den Ohren der schwer geschlagenen Konkurrenz.

Aus dem ÖSV-Team macht sich lediglich Görgl Hoffnungen, hatte die Steirerin im Training doch im oberen Teil einen Fehler. "Lindsey hat die Passage besser erwischt, da ist viel Zeit drinnen", versicherte die 30-Jährige. "Aber sie ist schon in einer Überform."

Görgl hat ein besseres Gefühl

Nach der Absage des zweiten Trainings am Donnerstag wegen Schneefalls tasteten sich die Läuferinnen am Freitag bei strahlendem Sonnenschein erstmals im Renntempo an die Olympia-Abfahrt heran.

Im ersten Zeitlauf am Mittwoch waren die Athletinnen bei starkem Wind noch dazu angehalten worden, vor zwei Sprüngen zu bremsen. "Das Gefühl ist schon viel besser als am ersten Tag", erklärte Görgl. "Am Anfang ist es mir noch etwas unrhythmisch vorgekommen, heute war es besser."

Fischbacher nicht mehr geschockt

Fischbacher und Fenninger dagegen kamen mit der Strecke im Skigebiet Rosa Khutor 50 km oberhalb von Sotschi noch nicht zurecht. "Es ist extrem schwer zu fahren", klagte Fenninger. "Es ist sehr unruhig, die Piste gibt ein bisschen nach und es dreht dich extrem raus. Das ist nicht schnell und nicht lustig."

An die Überlegenheit von Vonn, die ihren fünften Saisonsieg in der Abfahrt anpeilt, hat man sich aber gewöhnt. "Mittlerweile schockt mich das nicht mehr", erklärte Super-G-Olympiasiegerin Fischbacher.

Wetterprognose ist nicht leicht

Die Prognose Vonn auf Sieg scheint weniger gewagt als die Wettervorhersage. Die ist in den vergangenen Tagen im Olympia-Resort stets daneben gelegen. Für Freitag war Nebel angesagt, stattdessen sah man bei wolkenlosem Himmel bis auf den Kaukasus.

An den Renntagen könnte es wieder schlechter werden. Nach der Abfahrt steht am Sonntag in Russland wie eine Woche zuvor bei den Herren eine Super-Kombination auf dem Programm.

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