Heimatort Vail von Vonn-Scheidung "geschockt"

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"Geschockt" reagiert hat die Heimatstadt von US-Skistar Lindsey Vonn.

In Vail, dem WM-Ort 2015, war am Tag nach dem Bekanntwerden der Scheidungspläne der berühmtesten Tochter großes Bedauern zu spüren.

Auch Teammitglieder wie Riesentorlaufer Jimmy Cochran reagierten ungläubig.

"Wir sind alle geschockt, weil wir dachten, die beiden sind ein glücklich verheiratetes Paar", sagte der Rennfahrer beim FIS-Riesentorlauf in Aspen.

"Mental schwierige Phase"

Vonn hatte am Sonntag am Weltcup-Slalom in Aspen wegen einer Rückenverletzung nicht mehr teilgenommen.

Vielmehr hatte sie in der Nacht auf Montag, als sie die USA bereits in Richtung Kanada verlassen hatte, die Nachricht über ihre Scheidung nach über vier Jahren von Ehemann Thomas Vonn verbreiten lassen.

"Sie ist momentan mental in einer schwierigen Phase", sagte IMG-Manager Ralph Krieger nach einem Telefonat mit der Sportlerin am Montag.

Krieger kümmert sich um die Europa-Agenden Vonns und war selbst von der Nachricht überrascht worden.

"Für Lindsey wäre es momentan das Beste, dass man ihren Wunsch nach Privatsphäre respektiert. Sie wird absolut keine Fragen zu diesem Thema beantworten", erklärte der Manager.

Ehemann UND Trainer

Abseits des persönlichen Schmerzes befürchten viele, dass sich die angeblich vom Ehemann eingebrachte Scheidung auch auf die sportliche Leistung der 27-jährigen Abfahrts-Olympiasiegerin und dreifachen Weltcup-Gesamtsiegerin auswirkt.

Denn Ex-Rennläufer Thomas Vonn hatte seine Ehefrau auch intensiv sportlich beraten und betreut.

"Thomas war wichtig für ihre Leistungen. Ich hoffe für Lindsey, dass sie nichts verliert und trotzdem weiterhin schnell Ski fährt. Sie ist ein Superstar", sagte Cochran und meinte mit einem Schmunzeln: "Vielleicht bleibt er ja ihr Coach."

"Lindsey ist wieder auf dem Markt"

Cool kommentierten auch zwei österreichische Fahrer die Situation.

"Schön ist das nicht. Aber da werden sich jetzt andere Herren freuen, dass Lindsey wieder auf dem Markt ist", meinte etwa Marcel Hirscher trocken.

Philipp Schörghofer wusste: "Laut Statistik wird jede zweite Ehe geschieden, ihre ist offenbar eine davon."

Beim US-Team in guten Händen

Vonn hatte kürzlich für Aufsehen gesorgt, als sie nach einem Besuch ihrer alten Schule spontan die Begleitung für einen 16-Jährigen beim Schulball gegeben hatte.

Ein Scheidungsgrund war das natürlich nicht. Nicht nur Krieger hofft deshalb, dass die Trennung keine allzu große Auswirkungen auf die Leistungen der Ausnahmesportlerin hat.

"Thomas war sicherlich stark in ihre Karriere involviert, hat viel Know-How eingebracht. Aber Lindsey ist beim US-Skiteam in guten Händen", erklärte Krieger.

Einfach den Kopf frei kriegen

Angesprochen waren da in erster Linie auch Österreicher.

Alpinchef des US-Teams ist der Tiroler Patrick Riml, Damentrainer der Salzburger Alexander Hödlmoser, Technikchef der Vorarlberger Roland Pfeifer.

"Das ist jetzt eine schwierige private Situation. Aber die Saison geht weiter, das ganze Team unterstützt sie. Da muss sie jetzt durch und den Kopf frei kriegen", erklärte Hödlmoser in Lake Louise, wo Vonn am Montagabend im Hotel eincheckte und diese Woche Topfavoritin in allen drei Speedrennen ist.

"Lindsey hat einen starken Charakter"

Intensiv betreut wird Vonn auch von der Truppe ihres österreichischen Sponsors Red Bull, also Robert Trenkwalder und Physiotherapeut Patrick Rottenhofer.

"Die kommenden Wochen werden mental nicht leicht für sie. Aber Lindsey hat einen starken Charakter und sie wird sicher auf ihren Beruf fokussiert sein", hofft Krieger.

Shiffrin sorgt für Begeisterung

Vail hat dieser Tage aber auch Grund zur Freude über seine weiblichen Ski-Asse.

Mikaela Shiffrin, 16-jähriges "Wunderkind", sorgte mit Platz acht im Aspen-Slalom, ihrem erst vierten Weltcuprennen, für Aufsehen.

Die Amerikanerin ist auch ein Schützling des Österreichers Kilian Albrecht, der zusammen mit der in Park City beheimateten "Ego Sportsmanagement" die Betreuung übernommen hat.

Shiffrin ist wie die in Minnesota geborene Vonn in Vail aufgewachsen, lernt zudem auch Deutsch.

Ihr erster Gedanke bei der Zieldurchfahrt in Aspen war kurioser Weiser jener nach der deutschen Bedeutung für das Wort "excellent", also "ausgezeichnet" gewesen.

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