Rücktrittswelle: Was kommt nach?

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Rücktrittswelle im Damenlager: Was kommt nach?

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Das alpine Ski-Nationalteam umfasst aktuell nur sieben Läuferinnen, dennoch sollen auch künftig die Weltcup-Startplätze voll wahrgenommen werden.

Sechs ÖSV-Damen haben mit ihren Europacup-Leistungen für 2015/2016 Startplätze errungen.

Europacup-Gruppenchef Thomas Trinker baut auf "gutem Fundament", er hofft aber, dass die Arrivierten ihre Form weiter abrufen werden, damit den Jungen Zeit bleibt.

Die nächste Generation

Ricarda Haaser (21) ist als Europacup-Gesamtsiegerin in der im Oktober beginnenden Weltcup-Saison in allen Disziplinen startberechtigt, dazu kommen Mirjam Puchner (23/Super-G), Ramona Siebenhofer (23/Abfahrt), Tamara Tippler (24/Abfahrt) sowie Katharina Truppe (19) und Lisa-Marie Zeller (23/jeweils Slalom).

Aufgezeigt haben vergangenen Winter auch Nina Ortlieb (19) als Riesentorlauf-Goldmedaillengewinnerin bei der Junioren-WM vor ihrer Teamkollegin Stephanie Brunner (21), Truppe hatte Slalom-Bronze geholt.

"Wir verfolgen alle das gleiche Ziel: Im Weltcup möglichst erfolgreich agieren mit einer möglichst großen Mannschaft und dem Anspruch, dass aus dem Europacup die nächste Generation kommt", sagte Trinker.

"Die Kader sind eingeteilt, im Winter werden die Schnellsten bei den anstehenden Rennen im Weltcup oder Europacup fahren. Die Trainer in den Gruppen bleiben die gleichen, die Mädchen wechseln entweder rauf oder runter bzw. es kommen auch welche vom Nachwuchs rauf. Das ist ein ständiger Wechsel. Das bedarf einer sehr guten Koordination", erläuterte Trinker, der im ständigen Austausch mit Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum sowie den Weltcup-Gruppentrainern Stefan Bürgler (Technik) und Roland Assinger (Speed) steht.

Dürftiger Mittelbau

Trinker bedauert verfrühte Karriereenden von arrivierten, verdienstvollen Läuferinnen, diese Rücktritte würden den Prozess beim Heranführen Junger aber freilich nicht beschleunigen.

"Es wäre schön, wenn die Arrivierten noch fahren würden, Kathrin Zettel ist ja auch noch nicht in einem Alter, in dem man aufhört", sagte er zum Rücktritt der Niederösterreicherin.

"Im Mittelbau von 1986 bis 1990 haben wir relativ wenig. Da haben wir Anna Fenninger, wir wissen, was sie erreicht hat. Oder auch eine Bernadette Schild. Die Jungen brauchen noch ein bisserl Zeit. Aber ich habe schon das Gefühl, dass wir uns auf einem gutem Weg befinden und mit einer sehr kompakten Mannschaft in den nächsten Jahren auf uns aufmerksam machen werden, das ist das Ziel", meinte Trinker.

Verheißungsvolle Jahrgänge kommen

Neben der zweifachen Gesamtweltcupsiegerin Fenninger (26) bilden Eva-Maria Brem (26), Elisabeth Görgl (34), Cornelia Hütter (22), Michaela Kirchgasser (30), Nicole Schmidhofer (26) und Carmen Thalmann (25) das Nationalteam, im A-Kader sind neun Läuferinnen.

Nur insgesamt sieben Athletinnen aus beiden Kadern fallen auf die von Trinker angesprochenen fünf schwachen Jahrgänge, mit Thalmann, Bernadette Schild und Truppe sind gleich drei davon Slalom-Spezialistinnen.

Sehr starke Jahrgänge sieht Trinker mit 1994 sowie 1996 und 1997, wo man in den internationalen Ranglisten vorne mit dabei sei. So sind Ortlieb und Elisabeth Reisinger jeweils 1996er-Baujahr.

"Das sind Ausnahmeathletinnen", bestätigte der Europacup-Chef im ÖSV. Ortlieb hatte sich im vergangenen Winter nach Knieproblemen stark zurückgemeldet, Reisinger war nach einem Fußbruch nur wenige Rennen gefahren, hatte dort aber auch aufgezeigt.

Nicht zu breit

Haaser hatte trotz eines Anfang Februars gebrochenen Innenknöchels im rechten Fuß die Europacup-Gesamtwertung geholt, laut Trinker steht sie wieder voll im Training mit der Weltcup-Mannschaft.

"Sie wird sich im Weltcup anfangs sicher auf den Slalom und Riesentorlauf konzentrieren, und sie hat sehr gutes Potenzial in der Kombi. Wichtig ist, dass man versucht, sich am Anfang über die Stärken zu etablieren. Man kann nicht so breit in den Weltcup gehen, die Anstrengung ist zu groß, da läuft man Gefahr, dass man dann mit den Kräften nicht durchkommt."

Stichwort Speed-Disziplinen

Dort sieht Trinker im Europacup-Bereich nicht so die Dichte wie in den technischen, aber auch dort sei man "ganz gut unterwegs".

In der Abfahrt brauche es Erfahrung. "Wenn Weltcup-Startplätze übrig sind, werden wir die Jungen fahren lassen. Sie sollen Erfahrungen sammeln."

Die Europacup-Athletinnen sind im Sommer auf drei Gruppen aufgeteilt. Die Technikerinnen reisen mit dem Weltcup-Team nach Neuseeland, zu den Speed-Pilotinnen in Chile gesellen sich auch zwei Europacup-Damen, die restlichen Mädels trainieren in Zermatt und am Stilfser Joch.

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