"Die Nummer kann einen großen Unterschied machen"

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Die WM ist vorbei. Lange Verschnaufpause gibt es für die Fahrerinnen und Fahrer aber nicht. Bereits am Wochenende geht es für die Damen in Maribor und für die Herren in Saalbach-Hinterglemm weiter.

Nicht für Aksel Lund Svindal. Der Norweger, der bei der Großveranstaltung nach nur viermonatiger Pause ein sensationelles Comeback feierte, beendet seine Saison vorzeitig.

„Die WM in Beaver Creek war eine tolle Erfahrung. Der ganze Prozess, rechtzeitig fit zu werden, war eine große Herausforderung. Ich mag Herausforderungen“, richtet der 32-Jährige via „Facebook“ aus.

Die WM hätte aber um keinen Tag früher kommen dürfen: „Am Ende ist es sich ausgegangen, aber gerade Mal um ein oder zwei Tage. Ich habe wahrscheinlich viel riskiert, um bei der WM dabei zu sein. Aber ich hatte das Gefühl, dass ich es unter Kontrolle hatte.“

Nach wie vor Reha

Dennoch sei er nach wie vor nicht am Ende seines Heilungsprozess‘. „Die Achilles-Sehe sieht gut aus. Aber wie die Leute im Olympia-Zentrum in Oslo gesagt haben, ich soll nicht vergessen, dass ich noch drei Monate Reha vor mir habe.“

„Um zu hundert Prozent zurück zu sein, brauche ich mehr Schnee-Training“, fügt er an.

„Skifahren und Reha brauchen noch viel Arbeit. So habe ich die Zeit, das alles zu schaffen. Ich werde Anfang nächster Saison voll vorbereitet zurück sein und bereit sein, zu hundert Prozent zu attackieren.“

Startnummer als wichtiger Faktor

Nicht nur gesundheitliche Aspekte, auch taktische Überlegungen haben in seiner Entscheidung mitgespielt. „Wie ich mich auf den Ski fühle, hat oberste Priorität. Für die medizinische Abteilung ist das wichtigste, wie die Verletzung aussieht. Der dritte Aspekt ist das Risiko, das ich hinsichtlich meiner Startposition für nächste Saison nehme.“

„Wir alle wissen, dass die Nummer einen großen Unterschied machen kann“, macht er keinen Hehl daraus, nicht aus der Top-Gruppe fallen zu wollen.

Würde Svindal in diesem Winter noch starten, fiele sein Verletzten-Status für die ganze Saison weg. Um diesen zu erhalten, muss ein Läufer mindestens acht Monate verletzt sein und darf keine Rennen bestreiten.

„Es würde sich ausgehen“

„Das heißt, ich müsste in den letzten paar Saisonrennen so viele FIS-Punkte sammeln, wie die anderen Läufer den ganzen Winter lang. Wenn ich das nicht schaffe, würde ich nächste Saison mit schlechten Nummern starten“, erklärt er seinen Gedankengang.

Auf gewisse Faktoren hat er jedoch keinen Einfluss: „Ich habe gerechnet und es wäre möglich, das zu schaffen. Aber nur, wenn alles perfekt läuft. Dazu gehören auch das Wetter und andere Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann. Ich kann es mir nicht leisten, dass Rennen abgesagt werden.“

Keine Rennen mehr

„Nach abwiegen der Situation habe ich entschieden, den restlichen Winter dazu zu nützen, zurück zu alter Form zu finden. In anderen Worten: Keine Rennen mehr“, bestätigt der „Elch“ sein Aus für die restliche Saison.

„Danke für die Unterstützung während der WM. Das hat mir viel bedeutet! Es war fast surreal, früher zurück zu sein, als ich erwartet hätte“, bedankt er sich schließlich für den Zuspruch der vielen Fans.

„Zurück im Olympia-Zentrum war es, wie wenn ich zurück in die Realität komme. Drei Monate Reha stehen an.“

 

Matthias Nemetz

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