Schaffer-Kurs sorgt für Diskussionen

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"Der Skirennsport ist nicht gefährlich, sondern schwierig!"

Das Credo des österreichischen Ski-Trainers Burkhard Schaffer hat sich über Jahre nicht geändert, sorgte am Samstag in Beaver Creek aber für viel Gesprächsstoff.

Eigener Schützling als Opfer

Sein anspruchsvoll gesetzter Super-G warf zahlreiche Fahrer ab, am schwersten den Österreicher Max Franz.

Die Frage, ob der Kurs zu schwierig gewesen sei, teilte nach dem mehr als zweieinhalbstündigen Marathonrennen die Meinungen von Experten, Läufern und Trainern.

Kurs musste umgesetzt werden

Der mit dieser Saison als Speed-Chef zum ÖSV zurückgekehrte Schaffer ist bekannt dafür, eher schnelle Super-G-Kurse zu setzen.

Vergangenes Jahr in Kvitfjell hatte der damals noch für den slowenischen Skiverband arbeitende Steirer eine Korrektur seines zügigen Laufs verweigert, weshalb die FIS den Super-G vom Österreicher Andreas Evers umsetzen ließ.

Am Kurs in Beaver Creek hatte aber niemand etwas zum Aussetzen gehabt.

Keppler fliegt ab

Dass der Deutsche Stephan Keppler gleich mit Nummer eins und nach wenigen Toren spektakulär stürzte, ließ am Samstag in Colorado aber einiges befürchten.

16 Ausfälle bzw. zahlreiche Stürze waren es am Ende, die für viel Diskussionsstoff sorgten, auch wenn Keppler mit einem geschwollenen Auge davonkam.

"Hier sehen sie Action"

Den Kritikern standen freilich weit mehr entgegen, die keine gefährliche Kurssetzung erkennen wollten. Selbst Experte Bernhard Russi von der FIS zählte dazu.

Gestandene Downhiller wie der Vortages-Abfahrtssieger Christof Innerhofer verstanden die Diskussion gar nicht.

"Der Schnee war heute wahnsinnig einfach. Alle riskieren immer Kopf und Kragen, sonst ist man nicht vorne dabei. Es ist sicher der technisch schwierigste Super-G. Aber die Leute haben Spaß, zuzuschauen. Hier sehen sie Action."

Franz-Sturz hinterlässt Eindruck

Ähnlich sahen es die meisten Österreicher. "Man musste aber wirklich gut besichtigen", erklärte etwas Joachim Puchner.

"Aber natürlich ist es schwer, so einen Sturz am Start von einem fernzuhalten", sagte der Salzburger zum Vorfall mit Franz.

Hirscher selbstkritisch

Weltcup-Titelverteidiger Marcel Hirscher war ebenfalls kritisch, aber mehr über sich selbst als über den Kurs.

Für ihn hatte sich nach Platz 33 das mit viel Aufwand angesteuerte aber ohne Punkte geblieben Super-G-Abenteuer auf der schwierigen Raubvogelpiste nicht gelohnt.

Er habe sich durch den Keppler-Sturz die Schneid abkaufen lassen, gestand Hirscher.

"Stürze relativieren viel"

"Deshalb war ich nach dem Abschwingen auch grantig. Es war aber nicht so schwer, wie ich geglaubt habe", behauptete der 23-Jährige.

"Die vielen Stürze relativieren aber viel. Es ist daher egal, wie weit ich hinten bin", sagte der Salzburger.

"Geholfen hat mir die Kurssetzung nicht. Aber am Ende hat man wieder einmal gesehen, dass selten so heiß gegessen wird wie gekocht."

"Blinde" Tore als Problem

Der Super-G sei weder zu schnell noch gefährlich gewesen, war auch der drittplatzierte Österreicher Hannes Reichelt überzeugt.

Das Problem seien eher die vielen Wellen und Kuppen sowie die dahinter stehenden, "blinden" Tore gewesen. Etwas, was seinerzeit schon Matthias Lanzinger in Kvitfjell zum Verhängnis geworden war, erinnerte Reichelt.

"Ich hab' nur noch weggeschaut, weil es so grausig ausgesehen hat", sagte Reichelt zum Franz-Sturz.

"Dann weißt eh gleich, was los ist"

Klaus Kröll verabschiedete sich mit Platz 23 aus Colorado.

"Man brauchte viel Selbstvertrauen, um alles voll auf Zug zu fahren", gestand der Steirer, der vom Franz-Sturz ebenfalls geschockt war.

"So was ist immer blöd, vor allem wenn es ein Teamkollege ist. Wenn du das am Start hörst, weißt eh gleich, was los ist. Ich gehe dann meist weit weg vom Funk."

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