"Es gibt auch andere Bundesländer als Tirol"

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Salzburg oder Tirol, Saalbach oder St. Anton – wer geht für Österreich in die Bewerbung um die Alpine Ski-WM 2023?

Entgegen der Planung fiel bei der ÖSV-Präsidentenkonferenz am Donnerstag keine Entscheidung darüber, wer für Österreich in die Bewerbung um die Alpine Ski-WM 2023 geschickt wird.

Die Abstimmung zwischen Saalbach-Hinterglemm und St. Anton am Arlberg musste verschoben werden, da noch einige wichtige Punkte offen sind, hieß es in einer Aussendung des Österreichischen Skiverbandes.

"Beide Orte haben einen Fragenkatalog erfüllt, der Bund wusste aber nicht, dass sich der ÖSV bewerben will und es gibt Unstimmigkeiten mit den Budgets. Dann hat man den Wunsch geäußert, dass beide Orte zahlenmäßig aufbessern und bekanntgeben sollen, was man für die WM brauchen wird“, erklärte Salzburgs Skipräsident Bartl Gensbichler gegenüber „Sky Sport News“.

„Es gibt eine Abmachung“

Die zwei Bewerber haben nun bis zum 31. Mai die Möglichkeit, den Katalog zu ergänzen, dann entscheidet die Präsidentenkonferenz erneut.

Dabei sah lange Zeit bereits alles nach einer Abstimmung pro Saalbach aus, sogar von einer internen Zusage war die Rede.

"Es gibt eine Abmachung. Damals (als Schladming den Zuschlag bekommen hat, Anm.) hat Salzburg zugunsten der Steiermark zurückgezogen - mit der Zusage, dass Salzburg der nächste Bewerber sein muss. 2001 war Tirol dran, 2013 die Steiermark“, stellte Gensbichler  klar und setzte in Richtung Skiverband nach.

„Für den ÖSV sollte es so sein, dass es nicht nur zwei Länder gibt, die Großveranstaltungen machen können. Es gibt auch andere Bundesländer, die fähig sind. Salzburg ist mit Saalbach sehr gut aufgestellt und kann das lupenrein über die Bühne bringen. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel sagt, dass es diese Abmachung gibt und er dazu steht. Es wurde leider verabsäumt, darüber auch abzustimmen. Unser Ziel ist, dass wir uns zusammenreden und dass zu dieser Zusage gestanden wird.“

„Eine Zusage ist aber noch keine Garantie“                

Beim Konkurrenten am Arlberg sieht man das naturgemäß anders. Karl Schranz forciert nach 2001 eine erneute Bewerbung St. Antons.

"Es kann natürlich Zusagen von dem einen oder anderen gegeben haben, das versteh´ ich schon. Eine Zusage ist aber noch keine Garantie. Das ist das Problem. Wenn etwas Schriftliches da wäre, wenn alle Landespräsidenten unterschrieben hätten, hätten wir es schwer. Aber so...es ist gibt nichts Schriftliches."

Der 76-Jährige hebt vor allem die vorhandene Infrastruktur von den Titelkämpfen im Jahr 2001 als großes Plus für die Tiroler hervor.

„Er sieht den Arlberg und sonst nichts"

"In einer Auseinandersetzung gibt es unterschiedliche Meinungen und Präsentationen. Da muss man herausfiltern, wer die besseren Möglichkeiten hat. Da schaut es für uns nicht so schlecht aus", findet Schranz.

Gensbichler hingegen nimmt die Siegessicherheit von Schranz nicht für voll. "Karl Schranz ist ein Arlberger, ein harter Arlberger. Er sieht den Arlberg und sonst nichts."

Für Salzburgs Skipräsident ist ein Zuschlag für Saalbach ein logischer Schritt. "Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, sind die Erfolge der Salzburger Wintersportler eklatant. Dieses Land sollte man auch einmal mit einer Großveranstaltung belohnen. So sehen das auch unsere Topsportler. Das wäre fair und ehrlich."

Bleibt abzuwarten, wie sich die ÖSV-Präsidentenkonferenz am 31. Mai entscheidet.

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