Sportler wehren sich gegen "Rückschritt um 20 Jahre"

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In noch nie dagewesener Einigkeit haben sich die Alpinski-Athleten dieser Tage zu den ab 2012/13 gültigen Änderungen auf dem Material- und Regelsektor zu Wort gemeldet.

Der Internationale Skiverband (FIS) hat die Mitte Juli etwas "überfallsartig" präsentierten und vor allem im Riesentorlauf radikalen Regeländerungen zwar schon wieder ein wenig gelockert, der vom Österreicher Kilian Albrecht angeführten Athleten-Kommission ist das aber zu wenig.

Athleten werden zu wenig gehört

Prinzipiell unterstützen - natürlich - auch die Athleten die Sicherheitsmaßnahmen, die von der FIS nach den vielen schweren Stürzen und Verletzungen der vergangene Saisonen nach ausführlichen Studien ergriffen worden sind.

Allerdings fühlen sie sich als am unmittelbarsten betroffener Teil des Spektakels immer noch zu wenig direkt gehört, obwohl Athleten-Sprecher Albrecht auch beim FIS-Kongress in Portoroz dabei gewesen ist.

Auf die Petition habe es nicht einmal eine Antwort gegeben, hieß es. "Sind die Athleten eigentlich irgendwas wert?", fragte sich seitdem nicht nur Ex-Rennläufer Albrecht.

200 Athleten unterzeichnen Protest

Dabei seien es die Athleten, die die Show machten und ihre Gesundheit oder manchmal sogar ihr Leben riskieren würden, heißt es auf der Website http://ski.freesponsible.info.

Fast 200 Aktive aus 16 Ländern, darunter so gut wie alle Topathleten, haben die aktuelle Protestnote gegen die neuen FIS-Ausrüstungsregeln unterzeichnet.

Rückschritt nicht tragbar

Denn auch die Ski-Asse sehen in der radikalen Radius-Verlängerung im RTL-Bereich einen Rückschritt um 20 Jahre, der dem ganzen Geschäft nicht zuträglich sei, das Zuschauerinteresse gefährde und zudem enorme Kosten erzeuge, was wiederum den Athleten finanziell auf den Kopf fallen könnte.

Sportlich würden zudem kleine und leichtere Athleten durch die Reduzierung des "Carving-Effektes" Nachteile haben. Umgekehrtes fürchtet man im Speed-Sektor, wo durch die Reduktion der Standhöhe auf 45 Millimeter Läufer mit großen Schuhen viel leichter "ausrutschen" und schwer stürzen könnten.

Konzentration nur auf Material

Letztlich wird auch angeprangert, dass man die FIS-Studie der Universität Salzburg nie zu Gesicht bekommen habe und dass man sich bei den Sicherheitsbestrebungen fast ausschließlich auf das Skimaterial konzentriert.

Die Läufer sind aber der Meinung, dass gleichmäßige Pistenbedingungen sowie die Kurssetzung oder die Rennanzüge mindestens genauso große Einflussfaktoren darstellen würden und daher ebenfalls Beachtung finden müssten.

"So etwas war noch nie da"

Der Kompromiss, den die FIS nach ebenso heftiger Kritik der Industrie nun angekündigt hat, entspreche bei weitem nicht den Erwartungen der LäuferInnen, so Albrecht.

Was den Vorarlberger daher besonders freut: "Bisher hatten die Fahrer immer zehn Meinungen. Das aber jetzt ist das klarste Votum aller Zeiten. So etwas war noch nie da."

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