Shiffrin stapelt vor Levi tief: "Mein Sieg ist ein Jahr her"

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Olympia-Goldmedaillengewinnerin, Weltmeisterin, Disziplinsiegerin und Vorjahresgewinnerin Mikaela Shiffrin ist die Topfavoritin für den ersten Saison-Slalom der alpinen Skidamen am Samstag in Levi (10.00/13.00 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker).

Die US-Amerikanerin warnt aber davor, von einem Selbstläufer zu sprechen. "Mein Sieg ist ein Jahr her, die anderen haben zugelegt, ich muss so schnell fahren, wie ich kann."

Kein Hindernis sieht die Ex-aequo-Gewinnerin des Sölden-Riesentorlaufes in ihrer Rennvorbereitung. Bis zuletzt trainierte Shiffrin in Copper Mountain ("Wenig Schnee, aber gutes Training, das mir Energie für den Trip gibt"), sie kam erst Donnerstagabend in Levi an und wird am Samstagabend wieder zurück in die USA fliegen. Der Weltcup geht für die Damen Ende November in Aspen weiter.

Kaffee und Minusgrade zum Munterbleiben

"Es ist ein langer Trip, aber ich bin nur zwei Tage hier, der Jetlag fängt erst am dritten an. Ich versuche, in der Nacht zu schlafen und trinke in der Früh Kaffee, das mache ich sonst nicht", sagte Shiffrin nach dem Abschlusstraining am Freitagvormittag. Frische minus 14 Grad helfen zusätzlich beim Munterbleiben.

Während Shiffrin also ihren eigenen Rhythmus hat, fanden Österreichs Skidamen zuletzt in Gällivare (Schweden) perfekte Trainings-Bedingungen vor.

"Ich gehe davon aus, dass Mikaela wieder ihre großen Techniken ausspielt und ganz klare Favoritin ist. Ich hoffe, dass wir hintennach eine Rolle spielen", sagte Kathrin Zettel vor dem ersten Slalom nach dem Rücktritt der lange Zeit dominierenden Teamkollegin Marlies Schild.

Bei Zettel "haut es schon hin"

Die Niederösterreicherin erzählte, dass es nach Platz vier im anspruchsvollen Sölden-Riesentorlauf "ein bisschen eine Reaktion gegeben" habe, die Hoffnung, dass nach der Ende April durchgeführten Hüft-Arthroskopie die Schmerzen ein für alle Mal weg sind, erfüllte sich nicht.

"Aber es haut schon hin. Ich habe zwei Wochen kein Schneetraining gemacht, sondern viel Physiotherapie und nochmals Kondition. Ich bin erst in Schweden wieder eingestiegen", meinte sie zur APA.

Schild will Auftakt nicht überbewerten

Bernadette Schild, vergangene Saison hinter ihrer Schwester Marlies die zweitbeste ÖSV-Läuferin in dieser Disziplin, hegt für Levi keine großen Erwartungen.

"Ich fühle mich gut, aber ich lasse Levi passieren, das ist nicht mein Lieblingshang, er ist brutal schwer für mich. Ich habe viel probiert, um im Flachen schneller zu werden. Ab und zu funktioniert es, ab und zu nicht. Mein Ziel ist, in den zweiten Durchgang zu kommen", sagte die Salzburgerin, die im Vorjahr als 57. an diesem Vorhaben scheiterte.

"Im Endeffekt war es dann aber eine gute Saison für mich", will sie den Auftakt nicht überbewerten.

Hosp will wieder gewinnen

Beste und einzige Österreicherin in den Top Ten war 2013 Christina Ager als Vierte, sie ist auch dieses Mal in Finnland wieder mit dabei.

Ebenso wie natürlich Nicole Hosp, die auch im Slalom an die Weltspitze zurückkehren will. "Mein Ziel ist, dass ich wieder Rennen gewinnen kann. Darauf habe ich hingearbeitet. Ich fühle mich gut, gesund, bin fit. Trainingsmäßig habe ich auch viel weitergebracht. Ich hoffe, dass ich das in den Rennen umsetzen kann." An den Hang in Levi habe sie "lauter gute Erinnerungen", sie hofft, dass sie diese noch ausbauen kann.

Für die Tirolerin ist das Rennen auf dem Levitunturi im finnischen Lappland zweigeteilt. "Oben flach, dann steil. Mir liegt beides ganz gut."

Kirchgassers Angst vorm Deja-vu

Auch Michaela Kirchgasser weiß, dass es gilt, das Flache und den Übergang ins Steile gut zu erwischen. "Es heißt immer, Levi ist so leicht, aber das ist es nicht. Das Flache ist nicht jedermanns Sache. Ich freue mich aber drauf."

Nach dem Ausfall in Sölden will sie in Levi punkten, damit der schlechte Saisonstart vom Vorjahr kein Deja-Vu-Erlebnis wird. "Du gehst im Training ans Limit. Und es ist die große Kunst, dass du vom Training aufs Rennen nichts anders machst."

Vergangenes Jahr entschied Shiffrin den ersten Saisonslalom vor der mittlerweile zurückgetretenen Deutschen Maria Höfl-Riesch, der Slowenin Tina Maze und Ager für sich. Marlies Schild war 2010 die letzte Siegerin aus Österreich.

 

Das ÖSV-Aufgebot für den Levi-Slalom am Samstag lautet:

Christina Ager, Eva-Maria Brem, Alexandra Daum, Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser, Bernadette Schild, Rosina Schneeberger, Carmen Thalmann, Kathrin Zettel.

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