"Leadership, kein Diktator"

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"Ich warte auf einen, der es besser macht“

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Im Streit zwischen Anna Fenninger und dem ÖSV war er wieder einmal die Hauptperson: Peter Schröcksnadel.

Der Tiroler führt den Österreichischen Skiverband seit 1990. In Diskussionen, und die gab es in den letzten Wochen zur Genüge, wird er oft als „Napoleon der Alpen“  bezeichnet, auch das Wort „Diktator“ fällt immer wieder.

„Leadership, kein Dikator-Gehabe“

Gegen diese Bezeichnung wehrt sich Schröcksnadel im Interview mit dem Kurier. „Das ist eine Frage von Leadership und hat nichts mit Diktator-Gehabe zu tun“, meint er auf eine „Macht-Demonstration“ im Fall Fenninger angesprochen.

Woher dieser Ruf kommt, kann er sich jedenfalls nicht erklären: „Es ist mir auch wurscht. Ich weiß, was ich tue.“ Seinen Kritikern richtet er jedenfalls aus: „Ich habe noch nie Geld genommen. Trotzdem habe ich ständig die schlechte Nachrede, dass ich Geld nehme. Das ist eigentlich blöd, aber man hat eben nicht nur Freunde im Leben.“

„Wir bringen mehr Geld, als die anderen“

Vielmehr stehe er mit Haut und Haaren im Einsatz für seine Athleten. Daher versteht er auch nicht, warum Athleten – wie Anna Fenninger – auf externe Manager setzen. „Wir bringen mehr Geld, als die anderen. Im Vergleich zu anderen Ländern verdienen unsere Athleten um die Hälfte mehr. Wir sind gut, wirklich gut. Und jetzt bin ich nicht überheblich: Aber ich bin der Beste. […] Ich habe die Firmen an der Hand, die ruf ich an und fertig. Dafür kassiere ich nichts. Ich bekomme vom ÖSV keine Spesen.“

In diesem Punkt ist das System sicher besser als sein Ruf. Denn die üblichen 20 bis 30 Prozent Manager-Provision werden vom Verband nicht einbehalten. Von den Verträgen gehen 10 Prozent an den ÖSV, der damit einen Teil der Verbandsarbeit finanziert.

„Ich warte auf einen, der besser ist als ich“

Wie lange Peter Schröcksnadel noch an der Spitze des Systems stehen wird, ist trotz seiner 74 Jahre offen. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht, obwohl sich „Schröcksi“ seit längerem mit Abschieds-Gedanken schlägt.

„Ich denke darüber schon länger nach, genauer  gesagt seit der Doping-Affäre 2006. Aber ich wollte den Verband nicht im Stich lassen“, erklärt er in einem Interview mit der „Kronen Zeitung.“

Die Suche nach einem Nachfolger sieht er jedenfalls nicht als seine Aufgabe. Vielmehr bemüht er dazu das Tierreich: „Das ist wie in einem Wolfsrudel. Der Leitwolf ist so lange Leitwolf, bis ein jüngerer, besserer nachkommt. Ich warte auf einen, der besser ist als ich.“

Das Anforderungs-Profil für den neuen Leitwolf – oder die neue Leitwölfin („Ob Mann oder Frau, egal“) – ist für Schröcksnadel jedenfalls klar: „Der nächste ÖSV-Präsident muss unabhängig sein, den Sport verstehen und gut im Management und Werbegeschäft sein.“

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