Schörghofer ist lieber Gasgeber als Tüftler

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Neuer Sponsor, neue Ski-Firma, alles neu bei Philipp Schörghofer.

Nur eines ist gleich geblieben beim Salzburger: seine Einstellung zum Skifahren.

„Durch die Änderungen beim Material kann man vielleicht nicht mehr von oben bis unten 100 Prozent riskieren, muss mehr den Kopf einschalten. Aber ich werde trotzdem weiter versuchen jeden Schwung schnell zu fahren.“

Und wenn der 29-Jährige im Gespräch mit LAOLA1 „jeden Schwung“ sagt, dann meint er es auch.

"Das alte Material war geil"

Anfangs, gibt Schörghofer zu, war die Umstellung auf die längeren und schmäleren Riesentorlauf-Ski „vom Gefühl enorm“.

Denn: „Das alte Material war einfach geil, da hast du dich in die Kurve gelegt und der Ski ist mit dir ums Eck gefahren, ohne dass du etwas tun musstest. Das geht jetzt nicht mehr.“

Die Kräfte, die früher gewirkt haben, gibt der Riesentorlauf-Spezialist aber zu, waren auch teilweise nicht mehr zu kontrollieren.

„Ich habe mir nicht nur einmal gedacht: Geht sich das noch aus oder überschlägt es mich beim nächsten Tor.“

Rückkehr zu Fischer

Keine Saltos hat man dem Vernehmen nach in Altenmarkt geschlagen, als der passionierte Pokerspieler die Karten auf den Tisch gelegt und den Atomic-Verantwortlichen mitgeteilt hat, dass er zu Fischer wechselt.

Viel Überzeugungsarbeit mussten die Innviertler nicht leisten.

„Die Firma hat mir vom ersten Tag der Gespräche das Gefühl gegeben, dass sie zu 100 Prozent hinter mir stehen“, fühlte sich der Vorjahres-Dritte von Sölden gleich wieder wohl.

Für Schörghofer ist es eine Rückkehr zu den „Gelben“, die ihm mit Franz Knauss einen der erfahrensten Servicemänner im Ski-Zirkus an die Seite stellten.

"Nicht nur Hirscher experimentiert"

Bereits im Frühjahr wurde viel getestet und probiert, in den letzten Wochen fand dann eine umfassende Analyse der Testergebnisse statt, was Sinn macht und was nicht.

„Es gibt so viele Kleinigkeiten, die aber den Unterschied ausmachen können. Angefangen beim Aufbau vom Ski über die Bindungsplatte bis hin zum Kanten-Tuning, dazu kommt noch der Schuh mit den verschiedenen Härten und Einstellungen.“

Auf der Tüftler-Skala sieht sich Schörghofer irgendwo im Mittelfeld. „Ich lasse viel meinen Servicemann machen und schaue, dass ich schnell den Berg runterfahre. Aber es ist nicht so, dass nur der Marcel (Hirscher; Anm.) experimentiert und probiert, die anderen tüfteln auch.“

Einzig sein neuer Markenkollege Ivica Kostelic schlägt aus der Norm: „Der testet im Frühjahr ein, zwei Paar Ski und ist auch ganz vorne dabei.“

Mehr Kopf, weniger Kopf

Dorthin, nämlich nach ganz vorne, möchte auch Schörghofer wieder, aber das ist, wie ihm die letzte Saison gezeigt hat, leichter gesagt als getan.

„Ich bin mit dem dritten Platz in Sölden gut in die Saison gestartet, dann noch einmal Dritter in Alta Badia gewesen, aber danach bin ich eigentlich immer schlechter geworden“, verlief der Winter 2011/2012 nicht nach Wunsch.

„Ich hätte größere Ziele gehabt, aber vielleicht habe ich zu oft daran gedacht.“

So gesehen kann es für den Gefühl-Rennfahrer Philipp Schörghofer kein Nachteil sein, dass man mit dem neuen Material mit Köpfchen fahren muss.

 

Stephan Schwabl

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