"So ein Arschloch-Rennen!"

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Schörghofer: "Schneepflug" betreibt Frust-Abbau

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Der Ärger stand Philipp Schörghofer ins Gesicht geschrieben, unter seiner Kappe dampfte es.

Der übergroße „happy day“-Aufkleber passte so gar nicht zur Gemütslage des Salzburgers.

„So ein Arschloch-Rennen habe ich noch nie erlebt“, fand der 29-Jährige im Gespräch mit LAOLA1 deutliche Worte.

"Schneepflug" für den Rest

Was war passiert? Schörghofer eröffnete pünktlich um 9:30 Uhr als erster Läufer den Riesentorlauf und den WM-Winter.

Was normalerweise ein Vorteil ist, war in Sölden noch vor dem ersten Stockeinsatz zum Scheitern verurteilt.

Bei dichtem Nebel und schlechter Sicht konnte er die Kurve gar nicht kriegen, stattdessen spielte er „Schneepflug“ für die Läufer nach ihm.

"Nur das Blinklicht hat gefehlt"

„Ich habe gewusst, dass es mit Startnummer 1 bei dem Neuschnee schwierig wird, aber heute hat mir nur das Blinklicht am Helm gefehlt. Ich verstehe einfach nicht, warum man nicht gewartet hat, dann hätte wenigstens jeder die gleiche Sicht gehabt.“

Denn nur eine Viertelstunde nach Rennbeginn sah die Welt am Rettenbachferner völlig anders aus als noch bei Schörghofers Blindflug.

Blauer Himmel, Sonnenschein und also beste Verhältnisse. „Es kotzt mich so an, dass so ein Verband wie die FIS, die ja nicht das erste Rennen ausrichten, das nicht checkt. Die Herrschaften haben doch sicher einen Wetterbericht und gewusst, dass es schnell besser wird“, sprach aus dem Filzmooser der Frust über einen mehr als verpatzten Saisonauftakt.

„Für mich ist das so ein wichtiges Rennen und das haut man mir so zusammen.“

Opfer von ORF und Formel 1

Eine Mitschuld trifft auch den ORF, der nach LAOLA1-Informationen hinter den Kulissen alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um das Rennen pünktlich zu starten.

Hintergrund war der Start des Formel-1-Rennens in Indien um 10:30 Uhr, das man – vertraglich verpflichtet – übertragen muss.

Als „Opfer der Formel 1“ wollte sich Schörghofer nicht sehen. „Aber ein bisserl hat das sicher auch mitgespielt!“

"Ich hätte auch kein Mitleid"

Dem Tiroler Romed Baumann, der bei idealen Bedingungen im ersten Durchgang als Fünfter im Ziel abschwang, tat der Teamkollege leid.

„Ich habe seine Fahrt im Fernsehen gesehen und hatte Mitleid mit ihm.“

„So ein Blödsinn“, wollte Philipp Schörghofer davon nichts hören.

„Mit mir hat sicher keiner Mitleid, ich hätte auch keines! Hier schaut jeder nur auf sich selbst.“

 

Stephan Schwabl

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