Schlussendlich setzte der Servicemann des passionierten Pokerspielers alles auf eine Karte, änderte eine Kleinigkeit, eine Nuance am Schuh und plötzlich carvte Schörghofer wieder in der Erfolgsspur.

Beim Weltcup-Finale in Lenzerheide fehlte als Vierter nicht viel auf den ersten Stockerlplatz seit eineinhalb Jahren.

Zwei Mal am Stockerl

Kleiner Zeitsprung. Bis zum Start des Olympia-Winters ist es nicht einmal mehr eine Woche.

Philipp Schörghofer blickt auf einen „sensationellen Sommer“ zurück. Mit stressfreiem Aufbau und super Trainingstagen.

Vor allem Argentinien war aufgrund der hervorragenden Bedingungen eine Reise wert. Und auch wegen der zwei Podiumsplatzierungen im South America Cup in Ushuaia.

Spezialist unter Spezialisten

Es wäre schön, sagt „Schörgi“, wenn es in dieser Tonart weitergehen würde, im Idealfall gleich beim Weltcup-Auftakt in Sölden.

„Der Riesentorlauf ist die einzige Disziplin, in der ich um den Sieg mitfahre – da ist jedes Rennen ein Highlight.“

Außerdem wird er auch wieder die Kombinationen bestreiten und freut sich da vor allem auf das neue Rennformat in Kitzbühel mit Super-G und einem Slalom-Durchgang unter Flutlicht am Freitag. „So ist die Kombi an einem Tag zusammengeräumt!“

Was die Zielsetzung für Sotschi angeht, lehnt sich Schörghofer, sonst kein Freund leiser Töne, bewusst nicht zu weit aus dem Fenster.

„Bis zu den Olympischen Spielen möchte ich einmal dorthin kommen, wo ich schon einmal war. Dann schauen wir weiter.“

Hirscher ist schräg

Geschaut hat er auch auf die Kollegen, die im Riesentorlauf den Ton angeben, also Ted Ligety, Marcel Hirscher und Alexis Pinturault.

Beim US-Amerikaner hat es ihm vor allem die Linie angetan. „Da war er sicher auf fast allen Hängen das Maß der Dinge.“

Seinem ÖSV-Teamkollegen attestiert er, ein „schräger Skifahrer“ zu sein. Ein Kompliment: „Er kann in völlig verrückten Situationen noch einen Schwung ansetzen, weil er das Talent dazu hat.“

Und dem Franzosen Pinturault traut er zu, auf Jahre Hirschers schärfster Gegner im Kampf um den Gesamt-Weltcup zu sein.

In erster Linie schaut Philipp Schörghofer aber wieder auf sich … Und das soll erst der Anfang sein!

 

Stephan Schwabl

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