"Die Atmosphäre in Zagreb ist speziell"

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Zwei Tage nach ihrem 25. Geburtstag will Bernadette Schild bereits den Zagreb-Slalom nutzen, um sich ein Ticket für die WM im kommenden Februar zu sichern.

Die jüngere Schwester der zurückgetretenen Zagreb-Königin Marlies Schild hat im WM-Winter bisher lediglich einen zehnten Platz vorzuweisen. Zagreb am Sonntag und das folgende Heimrennen in Flachau am 13. Jänner kommen da gerade recht.

Vier kämpfen um einen Platz

Mit dem in Aspen eroberten, einzigen Top-Ten-Platz hat Schild derzeit auf dem Papier sogar schlechtere Karten als Carmen Thalmann, die in Aare Siebente geworden ist.

Geht man davon aus, dass Aspen-Siegerin Nicole Hosp mit den bisherigen Saisonplatzierungen 9, 1, out, 7 sowie Kathrin Zettel (3,3,15,8) und Michaela Kirchgasser (16,7,5,11) fix sind, kämpfen Schild und Thalmann gegen Alexandra Daum, Christina Ager und Co. um den vierten Platz im ÖSV-Team.

Gute Erinnerungen

Zagreb und dann Flachau sind aber ein gutes Pflaster für die "kleine" Schild. Vor zwei Jahren sicherte sich die Saalfeldenerin dort mit den Plätzen sieben bzw. sechs das Ticket für die Heim-WM 2013 in Schladming.

Danach holte sie drei Podestplätze im Weltcup, startete auch bei Olympia, ein Sieg ist Bernadette aber auch bis zum "25er" noch nicht gelungen. In diesem Alter hatte ihre neun Jahre ältere Schwester nicht nur sechs Knie-Operationen sondern bereits eine WM-Medaille sowie Weltcup-Siege in der Tasche.

Schwerer Hang

Wie ihre Teamkolleginnen war auch Bernadette Schild froh, mit Zagreb wieder einen anspruchsvollen Slalom fahren zu können.

"Das ist ein Traditionsrennen und es ist super, dass es heuer wieder stattfinden kann", meinte die Fahrerin des SK Dienten-Salzburg vor der Anreise am Samstag in die kroatische Hauptstadt.

"Der Slalom am Sljeme ist schwierig, weil der Hang extrem lang ist. Die Piste ist gewöhnlich sehr gut und ich freue mich auch auf die Stimmung, denn die ist wegen der vielen Fans immer gut", so Schild.

"Spezielle Atmosphäre"

Wie ihre Schwester Marlies, die am "Bärenberg" gleich vier Mal gewonnen hat, mag auch Bernadette Zagreb.

"Das ist ein Rennen, das ich schon seit meinem ersten Start dort gerne fahre, weil es sehr selektiv ist. Vielleicht passt es ja diesmal", gab sich die Rossignol-Pilotin deshalb vor ihrem 61. Weltcup-Auftritt zuversichtlich.

"Die Atmosphäre ist immer ganz speziell, nicht nur weil es das erste Rennen im neuen Jahr ist. Man schläft in der Stadt, und fährt in einem langen Konvoi, begleitet von der Polizei rauf auf den Berg."

Schwester drückt Daumen

Die Berücksichtigung für die WM wird zusätzlich erschwert, weil Schild wie Thalmann als reine Slalom-Spezialistin einzustufen ist, nachdem beide im Riesentorlauf nicht zu den absoluten Topfahrerinnen zählen.

Das ist auch dem Damen-Technikchef Stefan Bürgler, früher Vertrauenstrainer von Marlies Schild, bewusst.

Auch Schwester Marlies drückt deshalb die Daumen. "Bernadette fehlen im Moment die Ergebnisse und damit die Sicherheit."

Die Zweitälteste aus der Schild-Ski-Dynastie will sich auch nach ihrem Rücktritt aber nicht aktiv mit Tipps aufdrängen, obwohl sie im Slalom mit 35 Siegen Rekordhalterin ist. "Sie hat genügend gute Trainer", sagte Schild zuletzt im Kühtai. "Aber wenn sie kommt und fragt ..."

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