Schild: "Auf 30 Siege bin ich richtig solz"

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Marlies Schild ist perfekt in die Slalom-Saison gestartet.

Nach der Absage in Levi gewann die Salzburgerin am Sonntag in Aspen den ersten Saisonslalom und das mit einer Überlegenheit, wie sie seinerzeit nur eine Vreni Schneider an den Tag gelegt hatte.

Zudem feiert Schild mit dem insgesamt 30. Weltcup-Erfolg ein Jubiläum. "Das ist eine Zahl, die für's Leben bleibt", gab sich die Weltmeisterin stolz wie schon lange nicht.

Seit Horror-Beinbruch auf Erfolgswelle

Wer weiß, wo Schild schon stehen würde, hätte sie der Horror-Beinbruch im Oktober 2008 nicht eine ganze Saison gekostet. Nach 13-monatiger Verletzungspause gewann sie damals am Jahresende 2009 im erst vierten Rennen nach dem Comeback in Lienz bereits wieder.

Seitdem ist Schild im Slalom eine Klasse für sich, hat neun Weltcupslaloms sowie jenen bei der jüngsten WM in Garmisch 2011 gewonnen, Silber bei Olympia in Vancouver/Whistler 2010 sowie die Disziplinen-Weltcupkugel geholt.

"Vielleicht kommen ja noch einige dazu"

Mit ihren nunmehr 30 Weltcupsiegen ("Eine Zahl, die man sich am Karrierebeginn nicht vorstellen kann") ist sie auf einer Ebene mit der Kroatin Janica Kostelic und gehört damit den Top-Ten der erfolgreichsten Skirennfahrerinnen aller Zeiten an.

Im Slalom fehlen ihr mit 28 Erfolgen nur noch sechs auf den Allzeit-Rekord von Schneider (34). "Auf 30 Siege bin ich richtig stolz. Und wer weiß, vielleicht kommen ja noch einige hinzu", sagte Schild verschmitzt lächelnd.

Ziel: Möglichst viele Slaloms gewinnen

Sie gestand in Aspen, weiterhin sehr hohe Ziele zu haben. Das kann in einer Saison ohne Titelkämpfe eigentlich nur heißen, möglichst viele Slaloms zu gewinnen, am besten alle. Das ist als einziger Rennläuferin der Schweizerin Schneider in der Saison 1988/89 mit Siegen in allen (nur) sieben Saisonslaloms gelungen. 2011/12 stehen zehn Damenslaloms am Programm.

Die nächste Chance für Schild, die schon 2006/07 sieben von neun Slaloms gewonnen hat, kommt am 18. Dezember in Courchevel. Zwei Tage danach und damit vier Tage vor Weihnachten folgt schon das Levi-Ersatzrennen in Flachau (20.12.).

Vorjahres-Missgeschick bleibt aus

So selbstbewusst Schild derzeit schon wieder ist ("Ich habe gewusst, dass es für den Sieg passt, wenn ich gut fahre. Es war eine perfekte Leistung"), so wenig reagiert sie abgehoben auf ihre einzigartige Überlegenheit. "Es ist schwierig, wenn jeder glaubt, dass man das sowieso gewinnen muss. Die anderen schlafen auch nicht, ich kann es nur immer wieder wiederholen", warnte sie.

Vielmehr werde sie hart weiterarbeiten. "Auch mental, damit ich nicht unzufrieden werde, wenn es einmal nicht so gut läuft", kennt sie das harte Brot einer gejagten Topläuferin. Im Slalom warten in jedem Lauf dutzende Fallen. Manchmal ist es sogar gleich das erste Tor, siehe Aspen im Vorjahr.

"Es hat mir auch diesmal schon zugerufen, Marlies komm", scherzte sie nach ihrem Triumph.

"Abchillen" in der Heimat

Montagabend (Ortszeit) entert Schild in Denver den Flieger zurück in die Heimat, ein kurzes Treffen mit ihrem wegen Schneesturms mit Verspätung aus Kanada kommenden Freund Benjamin Raich ist unter Tags ebenfalls eingeplant. Auch ihr Lebenspartner hatte am 30. Geburtstag auf 30 Weltcupsiege zurückgeblickt, hält heute mit 33 Jahren bei 35.

Während Raich diese Woche in Beaver Creek weiter am Comeback feilt, wird seine Lebenspartnerin daheim im gemeinsamen Haus im Pitztal nach dem Rechten sehen. Und vor allem einmal "abchillen".

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