Reichelt nimmt Olympia 2018 ins Visier

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Der Abfahrtssieg in Kitzbühel hat sich für Hannes Reichelt mehrfach gelohnt.

Er hat ihm letztlich auch eine Einladung zum Monaco-Grand-Prix eingebracht, wo der Salzburger an diesem Wochenende seine Formel-1-Premiere gibt.

Auf der schwimmenden Plattform von Red Bull überraschte der Skirennfahrer mit der Aussage, dass er sich nun sogar eine Karriere-Fortsetzung bis Olympia 2018 vorstellen kann.

Olympia-Aus verändert Karriereplan

Reichelt wird im Juli 34 Jahre alt. Das ist für den aktuellen Hahnenkamm-Champion aber offenbar kein Grund, die Rennski bald in die Ecke zu stellen.

Ausschlaggebend war, dass er unmittelbar nach seinem Kitz-Sieg im vergangenen Jänner am Rücken operiert werden und die Saison trotz Hochform vorzeitig beenden musste - den Verzicht auf Olympia in Sotschi inklusive.

Die verpassten Spiele haben auch die Karriere-Pläne Reichelts verändert. Jetzt kann er sich sogar vorstellen, 2018 in Pyeongchang nochmals um Olympia-Medaillen zu kämpfen.

"Hätte ich in Sotschi etwas gewonnen, wäre das sicher anders. Aber jetzt hat sich doch etwas geändert. Wenn ich fit und konkurrenzfähig bin, habe ich mir dieses Ziel (Korea, Anm.) einmal gesetzt."

Hochform keine Medaillengarantie

Trotz Hochform in Sotschi nicht starten zu können, hat Reichelt mittlerweile verkraftet. "Natürlich hat das wehgetan", gestand Reichelt an der Cote d'Azur.

"Aber auch ein Svindal war in Topform und hat in Russland keine einzige Medaille geholt. Es gibt also sowieso keine Garantien."

Auf dem Weg nach Südkorea liegen noch die Weltmeisterschaften 2015 in Vail und 2017 in St. Moritz.

Sowie mehrere Weltcup-Saisonen, in denen Reichelt weiterhin vorrangig in den drei Disziplinen Abfahrt, Super-G und Riesentorlauf angreifen will. "Vorrangiges Ziel ist, wieder in die Form des Vorjahres zu kommen."

"Schönes Gefühl, wenn dir nichts wehtut"

Riesentorlauf ist derzeit der Trainings-Schwerpunkt von Reichelt, der seit Anfang April wieder und bis jetzt schmerzfrei auf Ski steht.

"Ein schönes Gefühl, wenn dir nichts mehr wehtut. Dazu kommt, dass ich derzeit keinen Stress habe und immer wieder Pausen einlegen kann."

Etwas Wichtiges habe er aus dem vergangenen Winter mitgenommen. "Ich habe schon gemerkt, dass ich nicht unbrechbar bin. Dass ich keine 20 mehr bin und mit den Umfängen sparsamer umgehen muss."

Trainerwechsel sind positiv

Dass sein ehemaliger Gruppentrainer Andreas Puelacher als Nachfolger von Mathias Berthold nun neuer Herrenchef ist, hält Reichelt für ebenso "gut" wie den Aufstieg von Florian Raich zum Gruppenchef.

"Das taugt mir voll. Um Mathias ist es zwar schade, weil ich mit ihm super zusammengearbeitet habe. Aber das habe ich mit Andreas auch und mit Leuten, die du schon kennst, ist das Zusammenarbeiten sicher leichter."

Kitz-Sieg über Olympia-Medaille

Ausrüster und Sponsoren haben Reichelt trotz des vorzeitigen Saisonendes die Treue gehalten.

"Sie wissen, was sie an mir haben. Und ein Kitz-Sieg als Österreicher ist irgendwo sogar mehr wert als eine Olympia-Medaille", ist Reichelt überzeugt.

Schnelles Fahren eine "Skifahrer-Krankheit"

Zur Formel 1 kam Reichelt noch als Neuling, flott Auto zu fahren ist aber auch für ihn nichts Neues. "Das ist ja ein bissl eine Skifahrer-Krankheit."

Auch Rennen fahren kann sich der Speed-Freak vorstellen. "Ein Cockpit für den Porsche-Cup würde ich nicht ablehnen. Die Kurven hätte ich sicher schnell im Griff."

"F1-Jungfrau" ist überrascht

In Monaco war Reichelt vor allem von zwei Dingen überrascht.

"Dass die Autos so groß sind und dass man in diesen engen Gassen überhaupt ein Rennen fahren kann. Das ist, also ob wir zu fünft in Wengen auf das Brückli-S oder in Kitzbühel auf den Weg zufahren, obwohl du schon alleine kaum weißt, wie du da durchkommen sollst."

Zum neuen, leisen Turbo-Sound meinte Reichelt: "Mir fehlt als Formel-1-Jungfrau der Vergleich zu früher. Aber mir ist es laut genug."

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