Reichelt vs. Jansrud: Showdown auf Neuland

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Der Showdown zwischen Kjetil Jansrud und Hannes Reichelt um die Abfahrtskugel ist die Neuauflage eines alten Duells aus Europacupzeiten.

Jansrud hat vor dem finalen Rennen am Mittwoch in Meribel nur 20 Zähler Vorsprung auf den Salzburger, für den der Coup in seiner Comeback-Saison eine "Draufgabe" wäre.

Will der Norweger den Kampf um den Gesamtweltcup offenhalten, zählt für ihn nur ein Sieg.

Wiederholt sich die Geschichte?

2005 gewannen Jansrud und Reichelt ex aequo die Europacup-Gesamtwertung. Während Reichelt in Abfahrt, Super-G und Riesentorlauf gepunktet hatte, gelang Jansrud der Erfolg dank der Disziplinsiege im Riesentorlauf und Slalom - eine Disziplin, die er heutzutage bekanntlich nur noch für Kombis bestreitet.

"Ich habe ihn deshalb damals auch nicht so oft getroffen, weil ich keinen Slalom gefahren bin. Von mir aus können wir wieder ex aequo die Kugel holen, das wäre nett und jeder wäre glücklich", meinte der 34-jährige Reichelt, der wie sein Konkurrent drei Saisonsiege in der Abfahrt erreicht hat.

Bei Punktgleichheit zählen die weiteren Top-Platzierungen, da hat Jansrud die Nase vorne.

Neuland

Das für ein Weltcup-Finale gemessen an TV- und Radiostationen bereits beim Training enorme Medieninteresse freut Reichelt. "So eine Entscheidung beim letzten Rennen ist wichtig für unseren Sport. Dass es ein Showdown ist. Ich finde es cool, dass ich da ein Akteur davon bin."

Für beide ist die Strecke "Roc de Fer" absolutes Neuland. "Es wird ein harter Kampf gegen Kjetil", ist Reichelt überzeugt. "Es ist gut, dass ich zwanzig Punkte hinten bin und Jäger. Bei mir kommt dazu, dass ich eine Comeback-Saison habe. So etwas habe ich mir nicht erträumen lassen. Alles was kommt, ist eine Draufgabe. Das macht mir nicht so einen Druck."

"Es wird ein guter Kampf"

Jansrud sieht auf der Abfahrt weder sich, noch Reichelt bevorzugt. "Wir können beide gut gleiten und im technischen Teil in der Mitte sicher auch beide gut fahren. Es wird ein enges Rennen", weiß der 29-jährige Jansrud, dem das Duell mit dem "lockeren Typ" Reichelt freut.

"Wir haben schon im Europacup gegeneinander gekämpft. Ich weiß, dass er gewinnen will, aber ich will auch gerne gewinnen. Es wird ein guter Kampf morgen und danach wird keiner sauer sein."

Dass er in Kvitfjell bereits die Super-G-Kugel für sich klar gemacht hat, nimmt Jansrud den ganz großen Druck für Mittwoch. "Das ist gut, dass das so ist, sonst wäre ich mit einem anderen Gefühl hierher gekommen. Es ist gut fürs Selbstvertrauen, nun kann ich mich auf die Abfahrt konzentrieren."

"Kämpfen bis zu Ende"

Freilich weiß Jansrud auch, dass ihm letztlich nur Siege in Abfahrt und Super-G helfen, will er Hirscher den Gesamtweltcup noch streitig machen. Aktuell hat er 164 Zähler Rückstand.

"Wenn ich nicht 200 Punkte hole in Abfahrt und Super-G und im Riesentorlauf in die Top-7 oder Top-10 komme, dann wird es schwierig. Ich schaue jetzt nur auf die Abfahrtskugel. Denn wenn ich nicht so gut fahre, muss Hirscher schlecht fahren, damit ich gewinne. Aber so kann man nicht denken. Fair ist, dass ich mich auf mich selber konzentriere und so viel Punkte hole wie möglich. Es ist möglich, aber ich muss kämpfen bis zum Ende", erklärte Jansrud.

Strecke in Ordnung

Die schlechten Sichtverhältnisse im frühen Dienstagtraining machten die Aufgabe für die Athleten schwieriger, als sie eigentlich ist. "An und für sich ist es eher eine leichtere Abfahrt. Und bei guter Sicht wird es ein enges Rennen werden. Aber haben wir wieder so eine Sicht, ist der ärgste Schweinehund wahrscheinlich der Schnellste", meinte Vincent Kriechmayr, zuletzt Zweiter in Kvitfjell. "Zum Überwinden ist nicht viel, aber es muss alles genau passen und du musst den Ski freigeben", sagte Max Franz.

"Mit dieser Sicht wird jede Strecke schwierig. Sie ist relativ cool, es sind viele lang gezogene Kurven drinnen. Das ist gerade richtig fürs Finale, zehnmal besser als so ein Herumgestochere wie in Lenzerheide zum Beispiel", sagte Romed Baumann.

"Passt gut, es ist Ende der Saison, es ist nicht gerade das Schwierigste", befindet auch Olympiasieger Matthias Mayer die Strecke für in Ordnung. Seine Rückenprobleme hat er mit Therapie in den Griff bekommen.

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