Viele Anwärter auf die große Kristallkugel

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Bei den alpinen Ski-Herren schaut es im Kampf um den Gesamt-Weltcup nach einem offenen Rennen aus.

Der Salzburger Titelverteidiger Marcel Hirscher, der Kroate Ivica Kostelic und der Norweger Aksel-Lund Svindal werden vor dem Auftakt am Sonntag in Sölden als erste Anwärter auf den Gewinn der großen Kristallkugel gehandelt. Der Kreis der Mitfavoriten ist aber groß.

Österreicher im Favoritenkreis

Dazu gehören u.a. auch Benjamin Raich, Romed Baumann, Hannes Reichelt (alle AUT), Beat Feuz, Carlo Janka, Silvan Zurbriggen (alle SUI), Ted Ligety und selbst der stets unberechenbare Bode Miller (beide USA).

Ähnlich wie Hirscher in der vergangenen Saison könnte aber auch ein Senkrechtstarter den großen Wurf landen, wie etwa der Franzose Alexis Pinturault oder der Norweger Kjetil Jansrud.

Ungeliebte Prognosen

"Spekulationen sind zu diesem Zeitpunkt sehr vage", meinte Hirscher. "Den Gesamt-Weltcup-Sieg kann man sowieso nicht planen, mit dieser Einstellung werde ich weitermachen", sagte der 23-Jährige, der im vergangenen Winter gleich fünf Slaloms und vier Riesentorläufe gewann.

ÖSV-Cheftrainer Mathias Berthold ist nach wie vor kein Fan von Prognosen.

"Ich bin keiner, der plakative Ansichten macht. Vergangenes Jahr habe ich überhaupt nicht vom Weltcup gesprochen. Das ist erst durch die Siegesserie vom Marcel aktuell geworden. So etwas kann sich erst im Laufe der Saison herauskristallisieren", erklärte Berthold.

"Von Rennen zu Rennen"

Mit Raich, Baumann und Reichelt hat der Vorarlberger einige aussichtsreiche Allrounder in seinem Stall.

"Natürlich ist der Gesamt-Weltcup ein Ziel. Ich fahre alle fünf Disziplinen, damit ist die Basis gelegt. Aber man muss abwarten, ob man gesund bleibt und wie es läuft", sagte Routinier Raich.

"Es klingt zwar langweilig, aber man muss von Rennen zu Rennen schauen. Anders geht es nicht."Der Tiroler hat den Gesamt-Weltcup 2006 gewonnen, zudem war er nicht weniger als fünfmal Zweiter und einmal Dritter.

Reichelt muss sich beweisen

Teamkollege Reichelt könnte ein Thema werden, falls er an seine Form in der vergangenen Saison in Abfahrt, Super-G und Riesentorlauf anschließen kann.

"Ich muss erst einmal beweisen, dass ich ein Kandidat bin. Lassen wir die Kirche im Dorf. Um im Weltcup mitzuplaudern, braucht man Siege. Ich will in meinen drei Disziplinen eine super Form herzeigen, darauf konzentriere ich mich", erklärte der Salzburger.

Noch nicht "in absoluter Hochform" fühlt sich Baumann, der Gesamt-Weltcup sei aber als Allrounder natürlich "ein Ziel".

Fragezeichen hinter Miller

Ein noch größeres Fragezeichen als sonst steht hinter Miller. Der US-Athlet kämpft noch mit den Folgen einer Knie-OP im März und ist in Sölden nicht am Start.

Miller möchte am 24. November mit der Abfahrt in Lake Louise einsteigen. Im Rennen um den Weltcup sieht der zweifache Gesamtsieger "die üblichen Verdächtigen" vorne: "Svindal, Feuz, Hirscher, Raich und Kostelic."

Das Sölden-Antreten von Feuz, der im März nur 25 Punkte hinter Hirscher Weltcup-Zweiter wurde, ist noch offen.

Der Schweizer musste sich im Frühling einen Knorpel- und Meniskusschaden operieren lassen und konnte danach kaum schmerzfrei trainieren.

Kostelic zeigt sich vor Sölden zurückhaltend und schob die Favoritenrolle an Hirscher und Svindal weiter.

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