Manfred Pranger: Zurück an die Slalom-Weltspitze

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Der Sohnemann ist der schärfste Kritiker.

Filius Mario, noch keine drei Jahre alt, fragte Manfred Pranger zwischen den Slalom-Durchgängen in Alta Badia, ob er denn im Finale überhaupt dabei sei.

Als 22. schaffte es der Tiroler zwar relativ sicher in die Entscheidung, mit dem Ergebnis war er aber alles andere als zufrieden.

Und die Frage vom eigenen Nachwuchs gab ihm den Rest.

"Will zurück an die Spitze"

Aber mit der Wut im Bauch und dank einer starken Fahrt meldete sich der 33-Jährige in der Weltspitze zurück, fuhr bis auf Rang neun nach vorne.

Damit feiert Pranger beim Flutlicht-Spektakel in der Flachau auch ein Comeback in der ersten Startgruppe.

Ein weiterer wichtiger Baustein, um das in der Vergangenheit schon einmal komplettierte Erfolgs-Puzzle möglichst schnell wieder zusammenzubauen, wie er im Gespräch mit LAOLA1 betont.

„Ich weiß, wie es ist, ganz vorne zu sein. Da will ich wieder hin, dafür arbeite ich jeden Tag.“

Konstant schnell fahren

Dabei merkt der Slalom-Spezialist aber auch, dass er nicht mehr der Jüngste ist.

„Keine Ahnung, woran es liegt, aber heute ist es schon schwerer als früher. Die Dichte ist enorm, du brauchst zwei perfekte Läufe, um in die Top-Fünf zu fahren. Früher hat dafür ein Sicherheitslauf gereicht, wenn du im ersten Durchgang vorne dabei warst.“

Das Finale in Alta Badia – Pranger hatte die drittschnellste Laufzeit – zeigte dem Gschnitzer, „dass ich wieder den Speed habe, um vorne mitzufahren."

Jetzt geht es darum, konstant schnell zu fahren, also von oben nach unten. Und im Idealfall in beiden Durchgängen.

Wieder ohne Schmerzmittel

Auf der Hermann-Maier-Piste wird Pranger erstmals seit seinem Sturz ohne Schmerzmittel am Start stehen.

Das folgenschwere Schleudertrauma des „wilden Abflugs“ bescherte dem Familienvater Nacken- und Schulterschmerzen.

„Es hat sich alles beruhigt – und im Rennen bist du so fokussiert, da spürst du sowieso nichts.“

Nicht mehr zu spüren bekommen möchte Manfred Pranger auch die Kritik des Sohnemanns, der auch am Mittwoch wieder mit der Mama im Ziel warten wird.

Stephan Schwabl

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