Parallelen der Ski-Stars: Partner, Highlights, Rivalen

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Irgendwie kommt einem dieses Bild bekannt vor.

Anna Fenninger und Marcel Hirscher stemmen die große Kristallkugel in die Höhe.

Kein Wunder, bereits letzte Saison durften beide über den Sieg des Gesamtweltcups jubeln. Während es für Fenninger der zweite Triumph in Folge ist, ist es für Hirscher der bereits vierte. Keinem anderen Läufer gelang dies zuvor.

Doch was macht das Duo so stark? Welche Hintermänner sind für die großen Erfolge mitverantwortlich? Was waren die Highlights der Saison? Wie sich zeigt, haben die beiden Salzburger viel mehr als nur das Herkunfts-Bundesland gemeinsam.

LAOLA1 zeigt die Hintermänner, Highlights und Parallelen unserer Ski-Superstars auf:

PERFEKTER SAISONSTART:

Bereits zu Saisonbeginn zeigten sich beide in toller Form. Fenninger machte den Anfang: Nach Rang zwei im ersten Lauf holte sie neun Hundertstel auf Mikaela Shiffrin auf und gewann ex aequo mit dem US-Youngster. „Ich hatte im Vorhinein viel Druck. Mit der erfolgreichen letzten Saison war es noch ärger. Ich war nervös“, gestand die 25-Jährige in Sölden.

Wohl noch etwas mehr Druck lastete auf Hirschers Schultern. Neun Jahre mussten sich die rot-weiß-roten Ski-Fans auf einen Heimsieg am Rettenbachferner gedulden. Hermann Maier war 2005 der letzte ÖSV-Läufer, der in Sölden ganz oben am Podest stand. Hirscher erfüllte alle Erwartungen und setzte sich mit über eineinhalb Sekunden Vorsprung auf den Deutschen Fritz Dopfer durch. „Sölden hat eine riesige Bedeutung, das ist mir bewusst. Es ist wichtig für die ganze Nation. Wenn du alles riskierst und alles gewinnst, ist es das beste Gefühl, das du haben kannst“, jubelte der Annaberger danach. Der Fenninger-Hirscher-Doppelsieg sollte nicht der letzte der Saison sein...

RIVALEN

Im Gesamtweltcup kristallisierte sich sowohl bei den Damen, als auch bei den Herren früh ein Zweikampf um die große Kugel heraus. Fenningers Konkurrentin lautete Tina Maze. Die Slowenin legte bis Jahresende eine tolle Serie hin und schien uneinholbar in Führung zu liegen. Fenningers Beziehung zu ihrer Rivalin ist eine besondere: Eigentlich verstehen sich die zwei gut. Zwar sind sie keine dicken Freunde, einander aber dennoch sympathisch. Umso komischer, wenn die „Freundschaft“ beim Weltcup-Finale durch die große Kugel und den immensen Druck auf die Probe gestellt wird.

Hirschers hatte - wie schon in den Jahren zuvor - mit einem Norweger zu kämpfen. Diesmal hieß dieser allerdings nicht Aksel Lund Svindal, sondern Kjetil Jansrud. Der „Elch“ startete famos in die Saison und lieferte in Lake Louise und Beaver Creek ein Feuerwerk ab. Hirscher hielt dennoch immer den Anschluss und ging ab Zagreb in Führung. Als engste „Buddies“ gelten Hirscher und Jansrud nicht, gegenseitiger Respekt ist aber vorhanden. Im Ziel scherzen die beiden nach diversen Rennen gerne miteinander, auch zum Abschluss in Meribel überschütteten sich die Rivalen mit Respekt.

Laura Moisl und Manuel Veith sind die engsten Vertrauten unserer Ski-Stars

MACHTDEMONSTRATIONEN

Auch für Überraschungen waren unsere Ski-Vorzeige-Athleten gut. Fenninger sorgte bei der Kombination in Bansko wohl für die größte in der Damen-Saison. Nach dem Super-G lag sie 45 Hundertstel vor Tina Maze. Einen Rückstand, den eine Weltklasse-Slalomläuferin wie die Slowenin normalerweise locker wettmachen sollte. Normalerweise. Denn Fenninger zauberte einen Traum-Slalom aus dem Hut, verlor durch den Stangenwald nur sechs Hundertstel und feierte ihren dritten Saisonsieg.

Ein Ausrufezeichen setzte Hirscher beim Riesentorlauf von Garmisch-Partenkirchen. Bereits im ersten Lauf nahm er dem Rest des Feldes 1,99 Sekunden ab. Im zweiten Duchgang packte er nochmals über eine Sekunde drauf und siegte schließlich mit 3,28 Sekunden Vorsprung. 3,28 Sekunden! Das ist der drittgrößte Vorsprung, den es jemals in einem Weltcup-RTL gab. Nur Ingemar Stenmark konnte 1978/79 zweimal mit größerer Differenz gewinnen.

HIGHLIGHT WM

Für die 25-Jährige startete die WM nach Wunsch. Gleich im ersten Bewerb, dem Super-G, kürte sie sich zur Weltmeisterin. Nachdem der Druck abgefallen war, legte sie in der Abfahrt Silber nach. In Der Kombi musste sie sich mit Blech zufrieden geben, ehe sie im Riesentorlauf zurückschlug. Sie zerstörte die Konkurrenz mit 1,40 Sekunden Vorsprung und kürte sich zur Doppel-Weltmeisterin.

Auch für Hirscher begann die WM nach Wunsch. Mit etwas Glück erwischte er für den Kombi-Slalom die Startnummer eins. Mit einer riskanten Fahrt schaffte er es tatsächlich, alle Läufer zu überholen und sich zum Kombi-Weltmeister zu küren. Im Riesenslalom war gegen Ted Ligety kein Kraut gewachsen, Silber durfte sich der Salzburger aber umhängen. Bereits zuvor heimste er im Teambewerb die zweite Goldene ein. Auch im Slalom war er auf Gold-Kurs, ehe er im zweiten Durchgang bei starkem Schneefall einfädelte. Mit zwei Goldenen und einer Silbernen waren es dennoch äußert erfolgreiche Wettkämpfe.

UMFELD

Fenninger baut auf ein stabiles Umfeld, das sie bestens schützt. ÖSV-Damen-Pressesprecher Christoph Malzer kümmert sich während den Rennen um die Anliegen und Interviews. Als einzige ÖSV-Läuferin baut sie zudem auf einen ausländischen Manager. Klaus Kärcher heißt jener Mann, der Sponsoren-Deals für die „Gepardin“ einfädelt. Zum Jahreswechsel gab es große Aufregung, als bekannt wurde, dass der Deutsche versuche, Mercedes als Kopfsponsor für die Salzburgerin ins Spiel zu bringen. Aufgrund Audis Vorherrschaft im Ski-Zirkus ein heikles Thema.

In Sachen Ski vertraut sie auf Servicemann Mike Jöchl. Der Vorarlberger bringt Fenningers Latten auf Vordermann und passt sie den Bedingungen an. Speziell bei eisigen und steilen Hängen hatte man in dieser Saison das Gefühl, die 25-Jährige habe mit ihren Head-Ski einen Vorteil gegenüber der Konkurrent. Jöchl scheint seine Sache perfekt zu machen.

PARTNER

Manuel Veith ist Anna Fenninger große Liebe. Der ehemalige Snowboarder ist bei den wichtigen Events an ihrer Seite, so auch bei der WM in Beaver Creek. Er gibt ihr die nötige Sicherheit und Halt, spricht ihr in heiklen Situationen Mut zu.

In Planung sei eine Hochzeit im Hause Fenninger/Veith noch nicht, für Fenninger ist dies aber eigentlich nur eine Frage der Zeit. „Das gehört für mich einfach dazu“, bestätigte die zweifache Weltmeisterin von Beaver Creek ihre Hochzeitspläne.

Laura Moisl heißt jene Dame, die es Marcel Hirscher angetan hat. Sie begleitet das Ski-Ass so gut es geht und ist bei jedem großen Rennen dabei. Heute ist Moisl mehr als nur die Frau an Hirschers Seite, sie ist seine wichtigste Fürsprecherin, unterstützt ihn in guten und schlechten Zeiten. In der gemeinsamen Zeit versucht sie den 25-Jährigen „auf andere Gedanken zu bringen“.

„Ich dachte eigentlich nicht, dass ich sieben Jahre lang mit ihr zusammen sein werde. Aber wir haben uns gesucht und gefunden. Sie macht auch ihr Ding, arbeitet als Grafik-Designerin und macht ihr Studium fertig. Ich hätte es mir nicht gedacht, aber es passt sehr gut“, gestand der Annaberger schon vor der Saison.

Hirschers Manager ist niemand geringerer als Peter Schröcksnadel. Seit über drei Jahren fädelt der ÖSV-Präsident die großen Deals für den 25-Jährigen ein. Schröcksnadel soll es gewesen sein, der Hirscher im Sommer 2012 davon überzeugte, einen lukrativen Sponsor-Deal für Helm und Haube auszuschlagen. Die Presse-Anliegen sind Stefan Illeks Aufgabe. Der Mann mit der markanten Brille hält dem rot-weiß-roten Superstar den Rücken frei und koordiniert Interview-Anfragen aus aller Welt. Und er weiß, wovon er spricht: Als ehemaliger Kaderläufer und ORF-Helmkamerafahrer stürzte er sich an die 50 Mal die Streif hinunter.

Edi Unterberger gilt unter den Servicemännern als Legende. Er wachselte schon die Ski von Hermann Maier, nun kümmert er sich um Hirscher. „Es ist ein beinharter Job, vor allem im Winter. Man muss auf viel verzichten, zum Beispiel auf die Kinder, für die ich wenig Zeit habe“, zeigte sich der Atomic-Fachmann im LAOLA1-Interview bei der WM ausgelaugt. Unterberger, Hirscher und Vater Ferdiand sind ein Erfolgs-Trio, das nicht gesprengt werden sollte.

Auch Hirscher setzte seiner grandiosen Saison im letzten Rennen das Sahnehäubchen auf. Im Gegensatz zu seiner Landsfrau hatte er den Gesamtweltcup schon sicher und konnte einfach drauf losfahren, Slalom-Kristall stand jedoch noch auf dem Spiel. Vor allem im zweiten Lauf ging das Risiko voll auf - der 26-Jährige war nicht zu schlagen und sicherte sich dank Felix Neureuthers verpatzem Rennen die kleine Kugel. Mit seinem achten Saisonsieg verabschiedete er sich in den Sommer.

 

Matthias Nemetz

PERFEKTES SAISONENDE

Noch vor einigen Jahren wäre Fenninger am hohen Druck, der beim Weltcupfinale auf ihr lastete, wohl zerbrochen. Inzwischen ist sie so stark, dass sie in solchen Situationen zur Höchstform aufläuft. Im ersten Durchgang hatte sie das Glück, vor Tina Maze zu starten und ihre Konkurrentin so unter Zugzwang zu bringen. Im zweiten Durchgang stand sie als letzte Läuferin oben. Sie wusste, mit einem Erfolg den Gesamtweltcup sicher zu haben. Die Salzburgerin ließ sich nichts anmerken und fuhr den Sieg nach Hause. Mit einem Triumph - ihr sechster in diesem Weltcupwinter - endete ihre Saison.

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