"Beende nicht mein Leben, beginne ein neues"

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Das letzte Mal schlüpft Anja Pärson am Donnerstag in die Renndress für ein Weltcup-Skirennen.

Mit der 30-jährigen Schwedin tritt in Schladming eine der erfolgreichsten Athletinnen aller Zeiten ab, 42 Weltcuprennen sowie 13 WM- , sechs Olympiamedaillen hat sie gewonnen.

Nun sei die Zeit gekommen, etwas anderes zu machen und die Welt "von einem anderen Blickpunkt aus zu sehen".

Sie habe Spaß und sei traurig zugleich, meinte Pärson und fügte hinzu: "Ich beende nicht mein Leben, ich beginne ein neues."

Siege in allen Disziplinen

Pärson wird in Erinnerung bleiben, weil sie in allen Disziplinen gewonnen hat, weil sie stets eine faire Sportlerin war, aber auch weil sie die Fans bei Erfolgen mit ihrem berühmt gewordenen Bauchfleck unterhielt.

Den möchte sie auch am Donnerstag im Zielraum der Planai noch einmal vorführen.

Für einen Abfahrtsstart am Mittwoch hatte Pärson zu wenig Punkte auf dem Konto und war nur Zuseherin: "Ich konnte nicht hinsehen, weil ich das Gefühl hatte, ich hätte das gewinnen können", sagte Pärson in Anspielung auf ihre Möglichkeiten im flachen Gelände.

Die dem Rücktritt vorangegangene Entscheidungsfindung sei ein längerer Prozess gewesen, erzählte Pärson. Sie habe sich 2006 vorgenommen, ihre Karriere nach Olympia 2010 zu beenden.

Pärson fand heuer keine Antworten

Doch dann sei sie in Whistler noch nicht bereit dazu gewesen. Nach dem Sturz beim Zielsprung der Abfahrt nach einem 60-m-Satz gewann sie am darauffolgenden Tag Bronze in der Super-Kombination.

"Ich habe ein Jahr angehängt und wieder Motivation bekommen. Doch dieses Jahr habe ich die Antworten nicht gefunden, die ich suchte. Ich habe den Rennfahrerinstinkt verloren. Und ich wusste, dass ich etwas ändern muss."

Für das Leben danach hat die große Triumphatorin ihrer Heim-WM 2007 in Aare - Pärson holte Gold in Abfahrt, Super-Kombination und Super-G sowie Silber im Teambewerb und Bronze im Slalom - noch keine konkreten Pläne.

"Zuerst werde ich einmal Ferien machen. Ich werde mir erlauben, wenigstens für ein halbes Jahr eine normale Person zu sein. Wenn es Herbst wird und die Weltcup-Saison beginnt, wird es aber sicher noch einmal ganz schwer für mich werden", machte Pärson klar, dass ihr der Abschied aus der liebgewordenen "Familie" schwer fällt.

Engagement bei Charity-Projekten

Sie sieht ihr künftiges Leben aber facettenreich, und sie wird zumindest vorerst in der Athletenkommission der FIS bleiben und auch in der Arbeitsgruppe des nationalen Olympischen Komitees.

Engagieren möchte sie sich auch in Charity-Projekten, erzählte Pärson, die davon träumt, eines Tages in irgendeiner Form dem UN-Sondergesandten Kofi Annan bei seiner Tätigkeit helfen zu können.

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